Russlands Zucker- und Süßwarenkonsum fällt auf den tiefsten Stand seit 2004
Der russische Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker und Süßwaren sank 2025 von 28,8 auf 28,2 Kilogramm und damit auf den niedrigsten Stand seit 2004. Reiner Zucker, Konfitüre und Honig verloren, während Schokolade und andere Süßwaren stabil blieben.
Jahresverbrauch sinkt um 600 Gramm
Der Verbrauch von Zucker und Süßwaren in Russland sank 2025 auf 28,2 Kilogramm pro Kopf. Das geht aus Statistiken hervor, die RIA Novosti ausgewertet hat und über die Life.ru und Lenta.ru berichteten. Der Wert lag 600 Gramm unter den 28,8 Kilogramm von 2024 und erreichte den niedrigsten Stand seit 2004. Damals betrug der vergleichbare Verbrauch 26 Kilogramm pro Kopf.
Verantwortlich für den Gesamtrückgang waren vor allem Produkte, die in Haushalten traditionell als Süßungsmittel oder Brotaufstrich verwendet werden, nicht sämtliche Süßwarenkategorien. Für Zuckerproduzenten, Verarbeiter und Einzelhändler ist diese Aufteilung relevant: Die Nachfrage nach reinem Zucker und bestimmten zuckerreichen Erzeugnissen wurde schwächer, während sich Schokolade und verarbeitete Süßwaren behaupteten.
Reiner Zucker, Konfitüre und Honig verlieren
Nach Angaben von Life.ru sank der Verbrauch von reinem Zucker um 3,5 % beziehungsweise 460 Gramm pro Kopf, von 13,2 Kilogramm im Jahr 2024 auf 12,7 Kilogramm im Jahr 2025. Bei Konfitüre und Fruchtmus ging der Wert von 6,34 auf 6,25 Kilogramm zurück. Der Honigverbrauch fiel von 1,01 Kilogramm auf 960 Gramm pro Kopf.
In absoluten Zahlen waren die Veränderungen begrenzt, sie erfassten jedoch mehrere zentrale Kategorien haushaltsüblicher Süßungsmittel. Der Rückgang bei reinem Zucker um 460 Gramm machte den größten Teil des gesamten Minus von 600 Gramm aus. Die Kontraktion ging damit hauptsächlich von der direkten Verwendung in Haushalten aus und nicht von einem allgemeinen Rückzug der Verbraucher aus süßen Produkten.
Schokoladennachfrage bleibt stabil
Der Verbrauch von Schokolade und Schokoladenwaren blieb mit 5,8 Kilogramm pro Kopf unverändert. Auch andere Süßwaren verharrten bei 4,4 Kilogramm. Der Gegensatz zu den rückläufigen Werten bei reinem Zucker, Konfitüre und Honig zeigt einen gespaltenen Markt: Russische Verbraucher reduzierten einzelne Formen süßer Lebensmittel, nicht aber die gemessenen Mengen von Schokolade und anderen industriell hergestellten Süßwaren.
Die unterschiedliche Entwicklung ist für Unternehmen wichtig, die den Bedarf an Rohzucker und den Absatz fertiger Produkte bewerten. Anbieter mit Schwerpunkt auf Haushaltszucker und Fruchtaufstrichen treffen auf eine schwächere inländische Verbrauchsbasis. Bei Herstellern von Schokolade und anderen Süßwaren weisen die Zahlen dagegen bislang nicht auf einen vergleichbaren Mengenrückgang hin. Zugleich könnte das internationale Preisumfeld fester werden: Lenta.ru berichtete von Prognosen eines starken Anstiegs der Weltmarktpreise für Zucker im Jahr 2026, unter anderem wegen El Niño, nachdem die Preise ein Zehnmonatshoch erreicht hatten. Aus den Verbrauchsdaten lässt sich kein Preiseffekt für Russland ableiten. Die schwächere Nachfrage nach reinem Zucker könnte jedoch den Spielraum begrenzen, höhere Rohstoffkosten ohne weitere Mengenverluste weiterzugeben.