Russlands Mehlproduktion bleibt im ersten Halbjahr nahe 4,6 Millionen Tonnen
Russland produzierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 4,61 Millionen Tonnen Mehl, nach 4,63 Millionen Tonnen im Vorjahreszeitraum. Die Weizenmehlproduktion blieb stabil, während Roggenmehl und Exporte zurückgingen.
Produktion im ersten Halbjahr weitgehend stabil
Russische Mühlen produzierten im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 4,61 Millionen Tonnen Mehl und damit nahezu ebenso viel wie im Vergleichszeitraum 2025 mit 4,63 Millionen Tonnen. Interfax meldete die Zahlen unter Berufung auf Irina Glazunova, stellvertretende Generaldirektorin des Instituts für Agrarmarktstudien. Trotz unterschiedlicher Entwicklungen in den einzelnen Produktgruppen hielt die Branche ihr gesamtes Produktionsniveau.
Im Juni erreichte die Produktion 729.500 Tonnen, verglichen mit 727.900 Tonnen im Juni 2025. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr blieb gering; gegenüber den 746.500 Tonnen vom Mai 2026 ging die Menge zurück. Die Branche erreichte die Jahresmitte somit ohne größere Veränderung des Produktionsvolumens, allerdings mit einer schwächeren Leistung als im Vormonat.
Weizenmehl dominiert bei unterschiedlicher Sortenentwicklung
Auf Weizenmehl entfielen im ersten Halbjahr 4,25 Millionen Tonnen, nach 4,27 Millionen Tonnen im Vorjahr. Die Produktion von Mehl der höchsten Güteklasse blieb mit 3 Millionen Tonnen stabil und bildete das größte der ausgewiesenen Segmente. Mehl der ersten Güteklasse sank um 4,2 % von 744.900 auf 713.400 Tonnen. Die zweite Güteklasse legte dagegen um 4,5 % von 37.100 auf 38.800 Tonnen zu.
Den stärksten Rückgang verzeichnete Roggenmehl. Die Produktion fiel um 7,2 % von 218.900 Tonnen im ersten Halbjahr 2025 auf 203.000 Tonnen. Das Segment ist deutlich kleiner als der Weizenmehlmarkt, die Abnahme ist jedoch für Mühlen und Lebensmittelhersteller relevant, die Backwaren auf Roggenbasis beliefern. Die stabile Gesamtmenge beruht damit vor allem auf hochwertigem Weizenmehl und nicht auf einer einheitlichen Entwicklung aller Produktgruppen.
Saisonproduktion und Exporte bleiben unter früheren Höchstständen
In den ersten elf Monaten der Mühlensaison 2025/26, von August 2025 bis Juni 2026, produzierte Russland 8,79 Millionen Tonnen Mehl. Im entsprechenden Zeitraum der vorherigen Saison waren es 8,9 Millionen Tonnen. Der höchste Wert für diesen Elfmonatszeitraum innerhalb der vergangenen zehn Saisons wurde 2023/24 mit 9,41 Millionen Tonnen erreicht. Die aktuelle Produktion liegt 620.000 Tonnen unter diesem Vergleichswert.
Die Exporte gingen deutlich stärker zurück als die Produktion. Nach dem Rekord von 1,2 Millionen Tonnen im Agrarjahr 2023/24 sanken Russlands Mehlexporte die zweite Saison in Folge. Im Jahr 2025/26 wurden 512.000 Tonnen ausgeführt, gegenüber 760.000 Tonnen im Vorjahr; das entspricht einem Rückgang um 248.000 Tonnen. Bei weitgehend stabiler Verarbeitung bietet der Auslandsmarkt den Mühlen damit weniger Absatzmöglichkeiten und erhöht ihre Abhängigkeit von der Binnennachfrage. Für Getreideverarbeiter und Marktbeobachter steht einer robusten Produktionskapazität somit ein deutlich schwächerer Exportkanal gegenüber.