Russlands Kartoffelimporte aus China steigen im Juni um 70 Prozent
Russland importierte im Juni chinesische Kartoffeln im Wert von 7,4 Millionen $, 1,7-mal so viel wie im Mai, wie RIA Novosti unter Berufung auf chinesische Zolldaten berichtete. Dennoch lagen die Lieferungen 42 Prozent unter dem Vorjahresmonat, während sich die Einfuhren im ersten Halbjahr mehr als halbierten.
Einkäufe steigen im Juni auf 7,4 Millionen $
Russland hat seine Kartoffelkäufe aus China zu Beginn des Sommers deutlich erhöht, der Handel blieb jedoch weit unter dem Vorjahresniveau. Im Juni erreichten die Importe 7,4 Millionen $ und damit das 1,7-Fache des Maiwerts, wie RIA Novosti unter Berufung auf Daten des chinesischen Zolls berichtete.
Der monatliche Anstieg weist auf eine stärkere kurzfristige Nachfrage nach chinesischer Ware hin. Aus der gemeldeten Wachstumsrate ergibt sich für Mai ein Einkaufswert von rund 4,4 Millionen $. Die veröffentlichten Daten erfassen den Importwert, enthalten aber keine Angaben zu Liefermengen, Durchschnittspreisen oder den Zielregionen in Russland.
China konnte seine Stellung auf dem russischen Markt somit von Mai bis Juni ausbauen. Im Jahresvergleich zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Der Wert der Juni-Lieferungen lag 42 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresmonat. Der jüngste Monatsanstieg konnte den breiteren Rückgang im bilateralen Kartoffelhandel nicht ausgleichen.
Importe im ersten Halbjahr mehr als halbiert
Von Januar bis Juni gab Russland 22,4 Millionen $ für Kartoffeln aus China aus, berichtete RIA Novosti. Das war weniger als die Hälfte des Betrags im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auf den Juni entfiel damit etwa ein Drittel des gesamten Importwerts im ersten Halbjahr.
Die Zahlen sprechen eher für einen konzentrierten Anstieg zu Sommerbeginn als für eine Rückkehr zum Einkaufsniveau des Vorjahres. Für chinesische Lieferanten fiel der Juni deutlich besser aus als der Mai, doch ihre Halbjahresumsätze in Russland blieben im Jahresvergleich wesentlich niedriger. Russische Importeure könnten ihre Bestellungen zur Deckung eines kurzfristigen Bedarfs erhöht haben; einen Grund für die monatliche Veränderung nennt das Quellenmaterial jedoch nicht.
Ohne Mengenangaben lassen sich auch keine eindeutigen Schlüsse über die Preise ziehen. Ein höherer Zollwert kann auf größere physische Lieferungen, höhere Preise oder eine Kombination aus beidem zurückgehen. Produzenten, Großhändler und Analysten benötigen weitere Zolldaten, um zu beurteilen, ob der Juni den Beginn einer nachhaltigen Erholung oder nur eine vorübergehende Kaufspitze markiert.
Heimische Ernte prägt den Markthintergrund
Das russische Landwirtschaftsministerium teilte im Mai mit, dass das Land 2025 insgesamt 8,5 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet habe. Die Gemüseernte erreichte 7,6 Millionen Tonnen. Das Ministerium bezeichnete beide Ergebnisse als hoch, was einen wichtigen Hintergrund für den niedrigeren Wert der chinesischen Kartoffelimporte im ersten Halbjahr bildet.
Nach Angaben des Ministeriums näherte sich Russland zudem dem Ziel der Ernährungssicherheitsdoktrin für die Selbstversorgung mit Gemüse. Die Quote lag bei 89,6 Prozent gegenüber einem Schwellenwert von 90 Prozent. Sie bezieht sich auf Gemüse insgesamt und nicht ausschließlich auf Kartoffeln, verdeutlicht aber das staatliche Ziel, die Nachfrage stärker aus heimischer Produktion zu decken.
Für Marktteilnehmer steht dem kurzfristigen Anstieg chinesischer Lieferungen eine schwache Jahresentwicklung gegenüber. Die Juni-Käufe nahmen gegenüber Mai um 70 Prozent zu, lagen aber 42 Prozent unter dem Vorjahresmonat; zugleich halbierten sich die Halbjahresausgaben mehr als. Die nächsten Ernte- und Zolldaten werden zeigen, ob Russland seine Käufe in China weiter ausbaut oder sich hauptsächlich auf das inländische Angebot stützt.