← Zurück zu den Nachrichten

Schweinefleischverbrauch in Russland erreicht Rekord von 31 Kilogramm pro Kopf

Der Schweinefleischverbrauch in Russland hat laut dem Nationalen Schweinezüchterverband mit mehr als 31 Kilogramm pro Kopf und Jahr einen historischen Höchststand erreicht; das entspricht knapp 40 % der Fleischnachfrage. Treiber war der Preis: In zehn Jahren verteuerte sich Schweinefleisch nur um 35 % bei einer Lebensmittelinflation von 90 %. Die Rentabilität der Erzeuger sank im ersten Halbjahr deutlich.

Schweinefleischverbrauch in Russland erreicht Rekord von 31 Kilogramm pro Kopf

Der Schweinefleischverbrauch in Russland hat mit mehr als 31 Kilogramm pro Kopf und Jahr einen historischen Höchststand erreicht. Das sagte Juri Kowaljow, Generaldirektor des Nationalen Schweinezüchterverbands, in einem Interview mit URA.RU. Auf Schweinefleisch entfallen damit knapp 40 % der russischen Fleischnachfrage: riamo.ru nennt einen Anteil von 38 %, Pravda.ru spricht von fast 40 %. Von den 1990er-Jahren bis etwa 2020 lag der Wert stabil bei 32 bis 33 %.

Der gesamte Fleischverbrauch im Land stieg binnen zehn Jahren um 16 % auf 83 Kilogramm pro Kopf. Der Schweinefleischverbrauch legte im selben Zeitraum um 34 % zu, mehr als doppelt so schnell wie der Markt insgesamt. Ausschlaggebend war der Preis, nicht eine veränderte Produktionstechnik oder ein neues Sortiment.

Zehn Jahre gebremster Preisanstieg

Die kumulierte Lebensmittelinflation des Jahrzehnts erreichte 90 %, wie aus den von riamo.ru zitierten Angaben Kowaljows hervorgeht. Rindfleisch verteuerte sich um 70 bis 80 %, Geflügel um 50 bis 60 %, Schweinefleisch dagegen nur um 35 %. Der kontinuierliche Produktionszuwachs hielt die Preise unter denen aller anderen wichtigen Proteinquellen.

Damit ist der Abstand zum Hähnchen praktisch verschwunden. Im Großhandel kostet eine Schweinehälfte heute so viel wie ein ganzer Hähnchenschlachtkörper; das Hähnchen ist etwas billiger, wird aber mit Knochen verkauft. Entbeintes Schweinefleisch ist bereits teurer als Hähnchenbrustfilet. Für Fleischverarbeiter und Einkäufer im Handel trägt die Substitutionsrechnung, die ein Jahrzehnt lang für Geflügel sprach, bei diesen Preisen nicht mehr.

Absatz überholte im ersten Halbjahr die Produktion

Im ersten Halbjahr stieg der Schweinefleischabsatz mengenmäßig um 13 % gegenüber dem Vorjahr, die Produktion wuchs um 5 bis 6 %. Die Lücke verschärfte den Wettbewerb zwischen den russischen Erzeugern und drückte die Großhandelspreise. Die Verbraucherpreise für Schweinefleisch blieben über sechs Monate praktisch unverändert, während andere Fleischarten weiter teurer wurden.

Die Rentabilität der Erzeuger sank in diesem Zeitraum deutlich. Zusätzlichen Druck brachten gestiegene Geflügelfleischimporte, vor allem aus China, die im unteren Preissegment direkt mit Schweinefleisch konkurrieren. Laut riamo.ru besserte sich die Lage im Sommer mit der Grillsaison, während sich das Produktionswachstum verlangsamte.

Die Kostenstruktur lässt den Erzeugern wenig Spielraum:

  • Futtermittel machen rund 70 % der Produktionskosten für Schweinefleisch aus;
  • auf Löhne entfallen weitere 10 bis 12 %;
  • der Export entspricht 10 % der Produktion, Importe fehlen praktisch vollständig.

Die von Pravda.ru zitierte Arbeitsmarktökonomin Irina Kostina weist darauf hin, dass der Lohnanteil von 10 bis 12 % ein relevanter Faktor ist und bei sinkender Rentabilität der Erzeuger den Spielraum für höhere Einkommen in der Branche begrenzen kann.

Exportkanäle und die kommenden zwei bis drei Jahre

Der russische Schweinefleischmarkt ist faktisch unabhängig von Einfuhren. Die Ausfuhren entsprechen 10 % der Gesamtproduktion und verteilen sich hälftig: eine Hälfte auf die früheren Sowjetrepubliken, die andere auf Südostasien, darunter China, Vietnam und Hongkong. Bei rekordhoher Inlandsnachfrage und nachlassendem Produktionswachstum bleibt der Export der einzige Abfluss für zusätzliche Mengen.

Einen nennenswerten weiteren Anstieg des Schweinefleischverbrauchs erwartet Kowaljow in den kommenden zwei bis drei Jahren nicht: Das historische Maximum sei erreicht, der Wettbewerb bleibe hoch. Zu den Preisen sagte er, Schweinefleisch werde der allgemeinen Lebensmittelinflation voraussichtlich nicht mehr so deutlich hinterherhinken, sondern sich in deren Rahmen bewegen, etwas darunter. Pravda.ru berichtet dieselbe Prognose.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.