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Russland schließt Exportverbot für roten Kaviar trotz sinkender Lachsfänge aus

Russland erwägt kein Exportverbot für roten Kaviar, sagte Fischereibehördenchef Ilja Schestakow beim Östlichen Wirtschaftsforum. Wegen natürlicher Zyklen erwartet die Branche jedoch sieben bis zehn Jahre lang rückläufige Lachsfänge.

Russland schließt Exportverbot für roten Kaviar trotz sinkender Lachsfänge aus

Exportkanal bleibt geöffnet

Russland plant trotz der erwarteten Abnahme der Lachsfänge in den kommenden Jahren kein Exportverbot für roten Kaviar. Wie TKS berichtet, sagte der Leiter der russischen Fischereibehörde, Ilja Schestakow, beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok, ein solches Verbot werde derzeit nicht erörtert.

Schestakow zufolge bleiben die Lieferungen ins Ausland vergleichsweise gering. Damit entfällt aus Sicht der Behörden ein wesentlicher Grund, den Handel zum Schutz des heimischen Angebots einzuschränken. Die Versorgung des russischen Marktes bleibt vorrangig, doch ein geringeres Rohstoffangebot reicht derzeit nicht als Begründung für eine Schließung des Exportkanals.

Russische Kaviarproduzenten können somit weiterhin ausländische Kunden beliefern. Für Händler und Käufer im Ausland bleibt ein abrupter Regelwechsel aus, auch wenn Exporte gegenüber dem russischen Verbrauch nur eine begrenzte Rolle spielen. Konkrete Angaben zu Produktion, Ausfuhren und Inlandsnachfrage wurden nicht genannt.

Lachsfänge dürften längerfristig sinken

Die unveränderte Exportpolitik beseitigt das Rohstoffrisiko nicht. Schestakow hatte zuvor für sieben bis zehn Jahre rückläufige russische Lachsfänge prognostiziert. Als Hauptursache nennt er natürliche Zyklen bei der Rückkehr der Lachse zu ihren Laichplätzen und nicht eine dauerhaft schrumpfende Ressourcenbasis.

Innerhalb dieses Zyklus können die jährlichen Fangmengen deutlich schwanken. Laut Schestakow fallen die Fänge in ungeraden Jahren in der Regel höher aus als in geraden Jahren. Die Branche bewertet den Zustand der Bestände deshalb anhand mehrjähriger Entwicklungen; eine einzelne schwache Saison belegt noch keinen dauerhaften Rückgang.

Für Verarbeiter ist diese Unterscheidung wesentlich, denn das Fangvolumen bestimmt die Verfügbarkeit des Rogens für die Kaviarproduktion. Ein mehrjähriger Rückgang kann den Rohstoff verknappen, auch wenn die Jahreswerte ungleichmäßig verlaufen. Produzenten, Vertriebsgesellschaften und Einzelhändler dürften daher die tatsächlichen Fänge und die Kaviarproduktion stärker beachten als die Debatte über Exportbeschränkungen.

Kein unmittelbarer Mangel erwartet

German Swerew, Präsident des Allrussischen Verbands der Fischereiunternehmen, hatte zuvor erklärt, die russische Produktion von rotem Kaviar schaffe keine Voraussetzungen für einen Mangel. Diese Einschätzung stützt die aktuelle Position der Behörden, trotz des schwierigeren Fangausblicks auf Exportkontrollen zu verzichten.

Beide Aussagen widersprechen sich nicht: Die Lachsfänge können über einen längeren Zeitraum sinken, ohne dass sofort Kaviar fehlt. Die Folgen für das Angebot hängen vom Ausmaß und Zeitpunkt des Rückgangs, der verarbeiteten Rogenmenge und dem Verhältnis zwischen Inlandsabsatz und den vergleichsweise kleinen Ausfuhren ab.

Für ausländische Käufer signalisiert die Entscheidung zunächst Kontinuität, nicht Wachstum. Russische Anbieter dürfen Exportmärkte weiter bedienen, doch die künftige Verfügbarkeit bleibt von schwankenden Lachswanderungen abhängig. Für den russischen Markt sind Fangmengen und Kaviarproduktion entscheidender als ein Exportverbot, das nach Angaben der Regierung nicht zur Debatte steht.

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