Russischer Markt für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke wächst im ersten Halbjahr 2026 um 6,4 % im Wert
Der russische Markt für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke ist im ersten Halbjahr 2026 wertmäßig um 6,4 % und mengenmäßig um 2,1 % gewachsen. Das geht aus Daten des Analysehauses NTech für die Agentur TASS hervor. Verbraucher kauften 43,35 Millionen Tonnen im Wert von 10,34 Billionen Rubel, angeführt von Fischfilet, Olivenöl und Fertiggerichten.
Der russische Markt für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke ist im ersten Halbjahr 2026 wertmäßig um 6,4 % und mengenmäßig um 2,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen. Das geht aus Daten des Analyseunternehmens NTech hervor, die der Agentur TASS vorliegen. In den sechs Monaten kauften russische Verbraucher 43,35 Millionen Tonnen Lebensmittel und alkoholfreie Getränke im Wert von 10,34 Billionen Rubel.
Der Abstand zwischen beiden Werten prägt das Halbjahr. Der Umsatz wuchs rund dreimal so schnell wie die Tonnage, der rechnerische Preiseffekt liegt damit bei etwa 4,2 %. Über den gesamten Warenkorb ergibt sich ein durchschnittlicher Erlös von rund 238.500 Rubel je Tonne.
Wachstum hält an, aber langsamer als 2023 und 2024
Leonid Ardalionow, Analyseleiter bei NTech, sagte, der Markt wachse weiter, allerdings schwächer als in den Jahren 2023 und 2024. Die steigende Nachfrage nach teureren Produkten deute nach seiner Einschätzung nicht auf eine Krise im Lebensmittelmarkt hin.
Für Hersteller und Handel ist die Mengenzahl von 2,1 % aussagekräftiger als der Umsatzwert in der Schlagzeile. Sie belegt, dass der physische Verbrauch tatsächlich zulegt und nicht nur neu bepreist wird. Auf einer Basis von 43,35 Millionen Tonnen je Halbjahr ist ein Plus von 2,1 % allerdings eine dünne Grundlage, um neue Kapazitäten allein für die Binnennachfrage zu rechtfertigen.
Fertiggerichte, Fisch und Eier führen beim Volumen
Mengenmäßig legten Fertiggerichte mit 14 % am stärksten zu, gefolgt von Eiern und Backwaren mit 8 % sowie Fischprodukten mit 7 %. In engeren Segmenten fällt die Spreizung deutlich größer aus:
- Fischfilet: plus 38 %
- Olivenöl: plus 19 %
- Fertiggerichte: plus 14 %
- Wurstwaren: plus 13 %
Zwei Kategorien entwickelten sich gegenläufig: Der Absatz von Süßwaren und von Babynahrung sank jeweils um 2 %. Beides sind große, etablierte Segmente, deren Rückgang der allgemeinen Marktrichtung widerspricht.
Käufer greifen innerhalb teurer Kategorien zu günstigeren Artikeln
Ardalionow verwies zudem auf eine Verschiebung des Käuferinteresses hin zu vergleichsweise günstigen Artikeln innerhalb teurer Kategorien. Bei Meeresfrüchten wählten Kunden häufiger preiswertere Garnelensorten, bei tropischen Früchten billige Kiwis und bei Milchshakes Budgetmarken.
Nach Darstellung von Ardalionow sind es genau diese beiden gegenläufigen Tendenzen — einerseits die Nachfrage nach teureren Lebensmitteln, andererseits der Griff zum unteren Preissegment innerhalb derselben Kategorien —, die die moderate Entwicklung des Lebensmittelmarktes bestimmen.
Was die Aufteilung für Lieferanten bedeutet
Das Muster trennt Kategorien, in denen Verarbeiter Wachstum in Marge umsetzen können, von solchen, in denen das nicht gelingt. Fischfilet mit 38 % und Olivenöl mit 19 % sind importabhängige oder verarbeitungsintensive Linien, zweistellige Mengenzuwächse schlagen dort unmittelbar auf die Auftragsbücher durch. Fertiggerichte mit 14 % und Wurstwaren mit 13 % kommen dem Verarbeiter zugute, nicht dem Rohstofferzeuger, denn die Wertschöpfung entsteht nach der Rohstoffstufe.
Bei Meeresfrüchten und tropischen Früchten kommt das zusätzliche Volumen dagegen im Einstiegspreissegment an, was den Erlös je Tonne begrenzt. Süßwaren und Babynahrung mit jeweils minus 2 % stehen vor dem umgekehrten Problem: schrumpfende Mengen in einem Markt, dessen Preisniveau im Halbjahr um rund 4,2 % gestiegen ist.