Russland und Indien einigen sich auf mehr Erbsen- und Linsenhandel
Russische und indische Agrarvertreter trafen sich am 22. September in Moskau, um den Export von gelben Erbsen und Linsen nach Indien auszubauen. IPGA-Vorsitzender Bimal Kothari erklärte, Indiens Hülsenfrüchte-Importe könnten bis 2030 um rund 8 Millionen Tonnen steigen.
Russische und indische Agrarvertreter treffen sich in Moskau
Vertreter der russischen und indischen Agrarwirtschaft trafen sich am 22. September in Moskau im Büro des föderalen Zentrums Agroexport, um den Export russischer Hülsenfrüchte nach Indien auszubauen, berichtet oleoscope.com. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Steigerung der indischen Einkäufe von gelben Erbsen und Linsen aus russischer Produktion.
Die russische Seite war vertreten durch Ksenia Bolomatowa, stellvertretende Generaldirektorin des staatlichen Getreidehändlers OZK, die zugleich das Amt der Exekutivdirektorin des russischen Getreideverbands bekleidet, sowie Ilja Iljuschin, Leiter von Agroexport. Die indische Delegation wurde angeführt von Bimal Kothari, Vorsitzender der India Pulses and Grains Association (IPGA), und Satish Upadhyay, Generalsekretär des Verbands.
Indiens Importbedarf bei Hülsenfrüchten soll steigen
Kothari betonte die strategische Bedeutung des Hülsenfrüchtehandels für Neu-Delhi und erklärte, Indien bleibe der weltweit größte Importeur von Hülsenfrüchten. Der aktuelle Inlandsbedarf liege bei 32 Millionen Tonnen pro Jahr, wovon das Land rund 6 Millionen Tonnen importiere, so Kothari. Bis 2030 werde der Verbrauch auf 38 bis 40 Millionen Tonnen steigen, was zusätzliche Importe von etwa 8 Millionen Tonnen erforderlich mache, um die Lücke zu decken.
„Die Nachfrage steigt, die Einkommen wachsen, und dadurch nimmt auch der Nahrungsmittelbedarf zu. Hülsenfrüchte sind für unsere Bevölkerung von großer Bedeutung“, sagte Kothari laut oleoscope.com.
Gespräche zu Verträgen, Logistik und Qualitätsstandards
Die Verhandlungsführer arbeiteten an den Grundlagen für direkte, langfristige Lieferverträge zwischen russischen Produzenten und indischen Käufern, weg von einmaligen Spotgeschäften. Beide Delegationen besprachen zudem Logistiklösungen für den Transport der Hülsenfrüchte zwischen den Ländern, Zahlungsbedingungen sowie die Qualitätsanforderungen, die indische Käufer an russische Erbsen und Linsen stellen.
Nach dem Treffen äußerten Teilnehmer beider Länder gegenseitiges Interesse daran, die Handelsbeziehungen zu stärken und von gelegentlichen Einzelgeschäften zu einer systematischen, langfristigen Partnerschaft überzugehen, berichtet oleoscope.com.
Hintergrund: Indien baut Lagerkapazitäten aus
Oleoscope berichtete zuvor, dass Indien seine Getreidelagerinfrastruktur ausbaut - ein Schritt, der dem Land helfen soll, größere Importmengen an Hülsenfrüchten und Getreide zu bewältigen, während der Verbrauch auf das von Kothari genannte Niveau von 38 bis 40 Millionen Tonnen zusteuert. Für russische Exporteure markieren die Moskauer Gespräche einen konkreten Schritt, um sich einen größeren Anteil an einem Markt zu sichern, der laut Indiens eigenen Schätzungen in den kommenden Jahren mehrere Millionen Tonnen zusätzlicher Hülsenfrüchte-Importe benötigen wird.