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Russland erhält erstmals seit 1999 wieder Kakaobohnen aus Brasilien

Brasilien lieferte im Juli 2026 insgesamt 25 Tonnen Kakaobohnen im Wert von 127.800 $ nach Russland. Es war die erste Lieferung auf dieser Route seit 27 Jahren und zunächst ein kleiner neuer Beschaffungskanal für die russische Süßwarenindustrie.

Russland erhält erstmals seit 1999 wieder Kakaobohnen aus Brasilien

Erste Lieferung seit 27 Jahren

Brasilien exportierte im Juli 2026 insgesamt 25 Tonnen Kakaobohnen im Wert von 127.800 $ nach Russland. Das geht aus brasilianischen Statistiken hervor, die RIA Novosti zitierte und über die m24.ru berichtete. Es war die erste Lieferung brasilianischer Bohnen auf den russischen Markt seit Juni 1999 und erst die zweite erfasste Sendung zwischen beiden Ländern.

Der Wert der vorherigen Lieferung lag bei höchstens 29.000 $. Nach einer Unterbrechung von 27 Jahren stellt das Geschäft im Juli einen bemerkenswerten neuen Warenstrom dar. Das begrenzte Volumen spricht allerdings eher für einen ersten kommerziellen Einkauf als für eine grundlegende Veränderung der russischen Kakaoversorgung. Der durchschnittliche Zollwert lag bei etwa 5,11 $ je Kilogramm. Die Menge reicht für industrielle Tests oder eine gezielte Produktionscharge, bleibt jedoch im Verhältnis zum Bedarf einer großen Süßwarenindustrie gering.

Brasiliens Handel mit Kakao und Schokolade

Russland war im Juli nicht das einzige Ziel brasilianischer Kakaobohnen. Brasilien lieferte außerdem Bohnen im Wert von 120.800 $ nach Japan. Im Juni waren die Schweiz, die Niederlande, Dänemark und Belgien die wichtigsten Abnehmer. Damit standen europäische Verarbeitungs- und Handelsmärkte zuletzt im Mittelpunkt der brasilianischen Bohnenexporte.

Brasiliens gesamte Ausfuhren von Kakao und Schokolade erreichten im Juli 59,4 Millionen $. Argentinien war mit 17,6 Millionen $ der größte Käufer, gefolgt von den Vereinigten Staaten mit 12,2 Millionen $, Chile mit 5,2 Millionen $, den Niederlanden mit 4 Millionen $ und Kanada mit 3,9 Millionen $. Diese Zahlen umfassen eine breitere Produktgruppe als rohe Bohnen und sind daher keine Rangliste reiner Kakaobohnenimporteure. Sie zeigen jedoch, dass sich Brasiliens kakaobezogener Handel über Amerika und Europa erstreckt, ergänzt durch kleinere Bohnenlieferungen nach Russland und Japan.

Das Russland-Geschäft entsprach nur etwa 0,2 % des brasilianischen Exportwerts für Kakao und Schokolade im Juli. Seine Bedeutung liegt somit weniger im unmittelbaren Umfang als in der Wiedereröffnung einer seit 1999 ungenutzten Route. Erst weitere monatliche Lieferungen würden zeigen, ob daraus ein stabiler Beschaffungskanal für russische Verarbeiter und ein relevanter Absatzmarkt für brasilianische Anbieter entsteht.

Folgen für russische Süßwarenhersteller

Die Lieferung fällt in eine Phase steigender russischer Exporte von Schokoladenwaren. Russland führte 2025 rund 224.000 Tonnen Schokoladensüßwaren im Wert von 985 Millionen $ aus, ein Zuwachs von 16 %, wie m24.ru berichtete. Der Wert übertraf den bisherigen Rekord von 864 Millionen $ aus dem Jahr 2021.

Der direkte Zugang zu einer weiteren Herkunft bietet russischen Herstellern zusätzliche Möglichkeiten zur Bewertung der Bohnen, zur Rezepturentwicklung und zur Diversifizierung ihrer Lieferanten. Die Juli-Charge ist zu klein, um die nationale Rohstoffbilanz zu verändern. Verarbeiter können damit aber Qualität, Aromen, Verarbeitungsausbeute und Logistik prüfen, bevor sie größere Verträge abschließen.

Für brasilianische Exporteure könnte Russland zu einem zusätzlichen Ziel neben etablierten Märkten in Amerika, Europa und Asien werden. Entscheidend ist nun, ob auf die Juli-Lieferung weitere Käufe folgen. Regelmäßige Sendungen, größere Tonnagen und mehrere Käufer wären Hinweise auf eine dauerhafte Handelsverbindung. Ohne sie bleibt das Geschäft eine kleine, ungewöhnliche Lieferung nach 27 Jahren Pause.

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