Roskatschestwo: Anteil von Honig mit Zuckersirup sinkt auf 19% vor GOST-Start am 1. Dezember 2026
Die russische Qualitätsbehörde Roskatschestwo meldet, dass der Anteil von Honig mit Anzeichen für zugesetzten Zuckersirup auf 19% gefallen ist – nach 75% der getesteten Marken im Jahr 2024. Ein überarbeiteter nationaler GOST-Standard für Honig tritt am 1. Dezember 2026 in Kraft.
Die staatlich getragene russische Qualitätsbehörde Roskatschestwo teilt mit, dass der Anteil des Honigs auf dem russischen Markt mit Anzeichen für zugesetzten Zuckersirup auf 19% gesunken ist. Ein überarbeiteter nationaler GOST-Standard für Honig tritt am 1. Dezember 2026 in Kraft. Die Pressestelle der Behörde nannte die Zahlen gegenüber Life.ru und bezeichnete den Standard als Instrument, das die Regale von gefälschter Ware befreien werde.
Von 75% auf 19% in zwei Jahren
Als Leitindikator dient Roskatschestwo der Massenanteil von Fructose und Glucose. Weicht das Verhältnis beider Zucker von den für natürlichen Honig typischen Werten ab, gilt das als Beleg dafür, dass Zuckersirup zugemischt wurde. In der Honigstudie 2024 wies dieses Merkmal 75% der geprüften Handelsmarken auf. In der jüngsten Untersuchung aus dem Jahr 2026 lag der Anteil bei 19% – ein Rückgang um 56 Prozentpunkte zwischen zwei Prüfrunden.
Die Behörde spricht von einer schrittweisen Verbesserung, nicht von einem einmaligen Bruch. Mit den betroffenen Unternehmen werde ein Beanstandungsverfahren geführt: Hersteller ergreifen Korrekturmaßnahmen, damit ihre Produkte künftig für das russische Qualitätszeichen infrage kommen. Gesondert hat Roskatschestwo die Merkmale einer Fälschung benannt, die ohne Laboranalyse erkennbar sind:
- trübe Konsistenz;
- Entmischung des Produkts in Schichten;
- fremde Gerüche und Beigeschmäcker, die für Honig untypisch sind;
- Fehlen der erforderlichen Dokumente.
Drei Instrumente in Folge
Der GOST-Standard vom Dezember 2026 ist das dritte regulatorische Element, das innerhalb von rund zwei Jahren wirksam wird. Das erste war das Paket von Änderungen am Imkereigesetz, das seit dem 1. September 2024 gilt; nach Einschätzung von Roskatschestwo hat sich die Lage nach dessen Inkrafttreten verbessert. Das zweite ist die 2026 gegründete Charta der redlichen Teilnehmer des Honigmarktes, der nur als seriös eingestufte Hersteller und Händler beitreten können.
Die Charta beruht auf freiwilligen Verpflichtungen statt auf Sanktionen, und die Behörde verknüpft ihre Verbreitung direkt mit dem Tempo, in dem gefälschte Ware aus dem Einzelhandel verschwindet. „Je mehr Hersteller und Handelsketten freiwillige Verpflichtungen übernehmen, keine Sirupe einzusetzen und die Rückverfolgbarkeit des Honigs sicherzustellen, desto schneller sinkt der Anteil der Fälschungen im Einzelhandel“, erklärte Roskatschestwo gegenüber Life.ru.
Was das für den Handel bedeutet
Die Reihenfolge ist für Abfüller und Einkäufer des Handels von Bedeutung. Der Großteil der gemeldeten Verbesserung wurde vor Inkrafttreten des GOST erreicht – die Arbeit leistete also kommerzieller Druck: das Risiko der Auslistung, Lieferantenaudits und das Qualitätszeichen als Verkaufsargument im Regal. Ab dem 1. Dezember 2026 haben Einkäufer und Prüfer eine einheitliche schriftliche Referenz, um eine Charge zurückzuweisen, statt jedes Laborergebnis einzeln zu verhandeln.
Die verbleibenden 19% dürften der schwierigere Teil sein. Die Prüfung des Fructose-Glucose-Verhältnisses ist ein Laborverfahren, und die Kosten regelmäßiger Screenings trägt, wer vertraglich für die Spezifikation einsteht – in der Regel der Abfüller oder die Handelskette bei Eigenmarken. Für Hersteller, deren Kalkulation auf der Verdünnung mit Sirup beruht, bedeutet Konformität eine veränderte Rohstoffkostenbasis und nicht bloß eine Prozessumstellung. Die Rückverfolgbarkeitspflichten der Charta verlagern den Prüfpunkt zudem vom Regal zurück zum Bienenstand, wo Dokumentationslücken am schwersten zu schließen sind.
Die Parameter des überarbeiteten Standards nannte Roskatschestwo in seinen Kommentaren nicht. Auch die Zahl der je Untersuchungsrunde geprüften Marken und eine regionale Aufschlüsselung der Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht.