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Russlands Grützeproduktion steigt in Januar-August 2026 um 10 % auf 1,2 Millionen Tonnen

Nach Daten des Statistikamts Rosstat, über die TASS berichtet, erreichte die russische Produktion von Getreidegrützen in den ersten acht Monaten 2026 1,2 Millionen Tonnen - ein Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Quarkproduktion stieg um 9,6 % auf 359.000 Tonnen. Veröffentlicht wurden ausschließlich Mengen, keine Preise, Kapazitäten oder Angaben je Kulturart.

Russlands Grützeproduktion steigt in Januar-August 2026 um 10 % auf 1,2 Millionen Tonnen

Russland hat von Januar bis August 2026 1,2 Millionen Tonnen Getreidegrützen produziert und damit 10 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus Daten des Statistikamts Rosstat hervor, über die TASS am 23. September berichtete. Die Quarkproduktion legte in denselben acht Monaten um 9,6 % auf 359.000 Tonnen zu.

Was Rosstat gemeldet hat

Beide Zahlen stammen aus der laufenden Erfassung der Produktion der Lebensmittelindustrie und beziehen sich auf die ersten acht Monate des Kalenderjahres. TASS veröffentlichte sie ohne Monatsverlauf und ohne Aufteilung nach einzelnen Kulturarten. Das Plus von 10 % beschreibt daher die Warengruppe insgesamt und nicht eine einzelne Produktlinie. Grützen stehen eine Stufe unterhalb der Getreideernte: geschältes, geschliffenes und sortiertes Korn, das überwiegend über den heimischen Einzelhandel, die Gastronomie und öffentliche Beschaffung abfließt.

  • Grützen: 1,2 Millionen Tonnen von Januar bis August 2026, plus 10 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Quark: 359.000 Tonnen von Januar bis August 2026, plus 9,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Der Achtmonatszeitraum ist für die Einordnung wichtig. Er umfasst das Ende des vorherigen Wirtschaftsjahres und die ersten Wochen der neuen Ernte, sodass der Durchsatz der Mühlen sowohl Übertragsbestände als auch frühe Anlieferungen aus der laufenden Ernte abbildet. Das zitierte Rosstat-Material weist nicht aus, welcher Anteil überwiegt.

Milchverarbeitung legt ebenfalls zu

Quark ist ein Produkt mit kurzer Haltbarkeit und geringer Exportreichweite; praktisch die gesamten gemeldeten 359.000 Tonnen sind für den heimischen Markt bestimmt. Ein Plus von 9,6 % über acht Monate deutet darauf hin, dass die Werke ihren Durchsatz erhöht und nicht lediglich Rohmilch zwischen Kategorien umgeschichtet haben. Zahlen zu anderen Molkereiprodukten, die einen breiteren Trend belegen würden, nannte TASS allerdings nicht. Quark konkurriert um Rohmilch mit der Käse- und Butterherstellung, und die Verarbeiter verschieben diese Aufteilung je nach Nachfrage und Lagerkosten.

Für Molkereien ist die entscheidende Restriktion das Rohmilchaufkommen sowie die Spanne zwischen Erzeugerpreis und Regalpreis. Beides enthält das von TASS veröffentlichte Material nicht, dort werden ausschließlich Mengen genannt.

Folgen für Getreide- und Milchkette

Für den Getreidekomplex bedeutet die höhere Grützeproduktion, dass ein größerer Teil der Ernte von heimischen Verarbeitern aufgenommen wird, bevor er die Exportterminals erreicht. Buchweizen, Reis und Hafer, die diese Warengruppe speisen, laufen über andere Werke und andere Lieferketten als der Weizen, der den russischen Massengutexport dominiert. Die 10 % wiegen deshalb für Mühlen und Markenhersteller schwerer als für den Schüttguthandel.

Die zweite Frage betrifft die Kapazitäten. Anhaltend zweistelliges Wachstum in einer Verarbeitungskategorie setzt in der Regel entweder die Reaktivierung stillstehender Linien oder neue Schäl- und Abpackkapazität voraus. Die Produktionsreihe von Rosstat unterscheidet beides nicht, und der TASS-Bericht enthält keine Investitions- oder Kapazitätsangaben.

Die beiden Reihen unterscheiden sich auch in ihrer Aussage. Die Grützeproduktion hängt von der Verfügbarkeit der Ernte und von der Nachfrage der Haushalte nach günstigen Grundnahrungsmitteln ab, die Quarkproduktion vom Milchzyklus und der Kühlkette. Dass beide in denselben acht Monaten in ähnlicher Größenordnung zulegten, ist ein Zusammentreffen in der Rosstat-Veröffentlichung und kein Beleg für eine gemeinsame Ursache.

In beiden Reihen fehlen die Preise. Erfasst werden physische Mengen, nicht Werte, sodass ein Tonnageplus für sich genommen nichts über Verarbeitungsmargen oder Regalpreise aussagt. Wer die russische Lebensmittelindustrie beobachtet, braucht die passenden Preis- und Umsatzreihen, bevor sich das Mengenwachstum in eine Aussage zur Ertragslage übersetzen lässt.

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