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Russland erwartet 2026 eine Kernobsternte von 3,5 Millionen Tonnen

Russlands Ernte von Äpfeln und anderem Kernobst könnte 2026 rund 3,5 Millionen Tonnen erreichen. Nach einem Anstieg um 19,2 % auf 3,36 Millionen Tonnen im Jahr 2025 wachsen damit die Anforderungen an Lagerung, Verarbeitung und Logistik.

Russland erwartet 2026 eine Kernobsternte von 3,5 Millionen Tonnen

Erntewachstum dürfte sich 2026 fortsetzen

Russland könnte 2026 rund 3,5 Millionen Tonnen Äpfel und anderes Kernobst ernten, prognostiziert das Branchenkompetenzzentrum der Russischen Landwirtschaftsbank Rosselkhozbank. Die Schätzung folgt auf eine deutliche Ausweitung im Jahr 2025: Die landesweite Produktion stieg gegenüber 2,82 Millionen Tonnen im Vorjahr um 19,2 % auf 3,36 Millionen Tonnen.

Oleg Knyazkov, stellvertretender Leiter des Zentrums, verwies auf früher angelegte Obstgärten, die ihre höchsten Erträge erreichen sollen, sowie auf die Erschließung neuer Anbauflächen. Beides stützt ein weiter steigendes Angebot an russischen Äpfeln, Birnen und anderem Kernobst. Zwischen dem Ergebnis von 2025 und der Prognose für 2026 liegen rund 140.000 Tonnen.

Drei Regionen prägen die nationale Produktion

Die Erzeugung ist stark konzentriert. Auf die Föderationskreise Nordkaukasus, Süden und Zentralrussland entfielen 2025 etwa 84 % der Ernte. Der Nordkaukasus führte mit 1,45 Millionen Tonnen beziehungsweise 43 % des russischen Gesamtvolumens. Allein Kabardino-Balkarien erzeugte mehr als 1 Million Tonnen.

Der südliche Föderationskreis folgte mit rund 745.000 Tonnen, davon etwa 401.000 Tonnen aus der Region Krasnodar. Zentralrussland erntete 611.000 Tonnen. Die größten Beiträge kamen aus den Regionen Lipezk mit 127.000 Tonnen und Woronesch mit 111.000 Tonnen. Wegen dieser geografischen Konzentration werden Lagerkapazitäten, verfügbare Transporte und der Zugang zu großen Verbrauchszentren entscheidend für die Vermarktung einer größeren Ernte.

Landwirtschaftliche Unternehmen lieferten 48,4 % der Ernte von 2025 oder 1,62 Millionen Tonnen. Private Haushalte erzeugten 40,3 % beziehungsweise 1,35 Millionen Tonnen, bäuerliche Betriebe 11,3 % oder 380.000 Tonnen. Der hohe Anteil privater Haushalte führt zu einer zersplitterten Angebotsbasis und kann begrenzen, wie viel Obst kontinuierlich die Sortier-, Verpackungs- und Lieferanforderungen des modernen Einzelhandels und industrieller Verarbeiter erfüllt.

Präferenz für heimische Ware stützt die Nachfrage

Die Verbraucherumfrage der Rosselkhozbank weist auf eine relativ stabile ganzjährige Nachfrage hin. 57 % der Befragten essen Äpfel unabhängig von der Jahreszeit, während 24 % sie überwiegend im Herbst kaufen. 38 % bevorzugen den Frischverzehr, nahezu ebenso viele nutzen Äpfel zum Backen zu Hause: 37 %. Auf Säfte und Kompotte entfallen 10 %, auf Trockenfrüchte, Fruchtleder und Chips 8 %, auf Bratäpfel 5 % und auf Konfitüre 2 %.

Auch die Herkunft beeinflusst den Einkauf. 44 % der Befragten entscheiden sich immer für russische Äpfel, weitere 22 % gelegentlich. Damit suchen 66 % zumindest zeitweise gezielt heimische Früchte. Supermärkte sind mit 49 % der wichtigste Einkaufskanal, gefolgt von wohnortnahen Geschäften mit 15 % und Märkten mit 13 %. Weitere 21 % kaufen keine Äpfel, weil sie Früchte aus eigenen Gärten beziehen; auf Online-Lieferungen entfallen lediglich 2 %.

Die Prognose deutet auf eine größere inländische Verfügbarkeit hin. Die Folgen für Preise und Importbedarf hängen jedoch von Qualität, Verlusten, Lagerung und Vermarktungszeitpunkt ab. Bei wirksamer Lagerung können zusätzliche Mengen saisonale Angebotslücken verkleinern. Fehlen moderne Lager oder verlässliche Zugänge zu Verarbeitern, kann die größere Menge während der Erntezeit Preisdruck erzeugen. Erzeuger und Händler müssen eine geografisch konzentrierte und teilweise fragmentierte Ernte in ganzjährige kommerzielle Absatzkanäle bringen.

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