Russland erreicht 51 % am EU-Markt für gefrorene Pollockfilets
Russland lieferte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 66.000 Tonnen gefrorene Pollockfilets in die EU und erhöhte seinen mengenmäßigen Marktanteil auf 51 %. Die Menge stieg um 11 %, der Wert um 34 % auf 218 Millionen $, während die Lieferungen aus den USA und China zurückgingen.
Russlands Anteil wächst bei sinkenden Konkurrenzlieferungen
Russland hat seine Stellung als größter Lieferant gefrorener Pollockfilets in die Europäische Union im ersten Halbjahr 2026 ausgebaut. Der mengenmäßige Marktanteil stieg von 44 % im Vorjahr auf 51 %. Der russische Fischereiverband ermittelte die Zahlen anhand von Eurostat-Daten, wie Interfax berichtet.
Von Januar bis Juni erhöhten sich die russischen Lieferungen gegenüber dem Vorjahr um 11 % auf 66.000 Tonnen. Ihr Wert nahm um 34 % auf 218 Millionen $ zu. Der deutlich stärkere Wertzuwachs weist auf einen erheblichen Anstieg des durchschnittlichen Warenwerts je Tonne hin. Aus den veröffentlichten Gesamtzahlen ergibt sich ein Wert von rund 3.303 $ je Tonne; einen gesonderten Durchschnittspreis für Pollockfilets nannte der Fischereiverband jedoch nicht.
Russlands Zuwachs fiel mit sinkenden Mengen der beiden anderen großen Anbieter zusammen. Die US-Ausfuhren von Pollockfilets in die EU gingen um 15 % auf 46.000 Tonnen und wertmäßig um 10 % auf 178 Millionen $ zurück. Chinas Lieferungen sanken ebenfalls um 15 % auf 19.000 Tonnen, während ihr Wert mit 62 Millionen $ auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2025 blieb. Damit baute Russland seinen Mengenvorsprung vor den USA auf 20.000 Tonnen aus und lieferte mehr als dreimal so viel wie China.
Produktionswachstum bleibt gering
Bis zum 16. August 2026 erreichte die russische Produktion von Pollockfilets auf See 73.000 Tonnen, lediglich 1 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, teilte der Fischereiverband mit. Die Differenz zwischen dem geringen Produktionszuwachs und dem Plus von 11 % bei den EU-Lieferungen deutet darauf hin, dass auch eine veränderte Marktaufteilung, der Zeitpunkt von Lagerverkäufen oder Verschiebungen bei anderen Absatzmärkten zum Exportwachstum beitrugen. Zahlen zu diesen Märkten liegen in der Quelle nicht vor.
Pollockfilets stellten den größten Teil der russischen Fischexporte in die EU. Insgesamt erreichten die Lieferungen im ersten Halbjahr 94.000 Tonnen im Wert von 417 Millionen $. Auf gefrorene Pollockfilets entfielen damit rund 70 % der Menge und 52 % des Werts. Russland lieferte zudem 4.700 Tonnen Surimi für 10,2 Millionen $ in die EU. Die Produktion von Pollock-Surimi auf See erreichte bis zum 16. August 55.000 Tonnen.
Kabeljaupreise spiegeln niedrigere Barentssee-Quote wider
Nach Angaben des Fischereiverbands exportierte Russland außerdem 5.200 Tonnen gefrorenen Kabeljau im Wert von 47,7 Millionen $ sowie 5.300 Tonnen gefrorene Kabeljaufilets für 63,4 Millionen $ in die EU. Der durchschnittliche Exportpreis für russischen gefrorenen Kabeljau stieg im Jahresvergleich um 40 %, der Preis für gefrorene Filets um 30 %.
Der Verband führte die Preissteigerungen teilweise auf die Entscheidung der gemischten russisch-norwegischen Fischereikommission zurück, die zulässige Gesamtfangmenge für Atlantischen Kabeljau in der Barentssee 2026 gegenüber 2025 um 16 % auf 285.000 Tonnen zu senken. Russlands Quote beträgt 136.000 Tonnen. Norwegens Lieferungen von gefrorenem Kabeljau in die EU fielen mengenmäßig um 28 % auf 3.000 Tonnen und wertmäßig um 6 % auf 33 Millionen $. Die US-Lieferungen stiegen dagegen um 5 % auf 2.400 Tonnen und um 30 % auf 18,7 Millionen $. Die Zahlen zeigen unterschiedliche Angebotslagen im EU-Weißfischmarkt: Russland baut seine Führung bei Pollock aus, während die knappere Kabeljauversorgung trotz uneinheitlicher Mengenentwicklung höhere Werte stützt.