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Russlands Selbstversorgung mit Kartoffeln erreicht 2025 100,3 Prozent

Russlands Selbstversorgungsgrad bei Kartoffeln stieg 2025 durch die Erholung von Anbaufläche und Produktion von 92 auf 100,3 Prozent. Der ausgeglichene Gesamtmarkt beseitigte den Importbedarf jedoch nicht: Die Einfuhren haben sich nach der schwachen Vorjahresernte auf 931.000 Tonnen mehr als verdoppelt.

Russlands Selbstversorgung mit Kartoffeln erreicht 2025 100,3 Prozent

Inlandsproduktion erreicht wieder das Verbrauchsniveau

Russland erreichte 2025 bei Kartoffeln einen Selbstversorgungsgrad von 100,3 Prozent. Das geht aus Daten von Rosstat hervor, über die RIA Novosti und Infox berichteten. Nach der schwachen Ernte und einem Wert von 92 Prozent im Jahr 2024 legte die Quote deutlich zu, blieb aber unter dem Rekord von 110,6 Prozent aus dem Jahr 2011. Bereits 2023 hatte sie mit rund 101 Prozent nahe am Gleichgewicht gelegen.

Die Kennzahl setzt die heimische Produktion ins Verhältnis zum inländischen Verbrauch. Sie zeigt weder den tatsächlichen Anteil russischer Ware am Markt noch berücksichtigt sie gleichzeitige Ein- und Ausfuhren. So produzierte Russland 2023 8,6 Millionen Tonnen und verbrauchte etwa 8,5 Millionen Tonnen, während Importe und Exporte jeweils bei rund 500.000 Tonnen lagen. Ein Wert von mehr als 100 Prozent macht ausländische Lieferungen daher nicht überflüssig.

Anbaufläche und Erntemenge erholen sich

Die Verbesserung im Jahr 2025 folgte auf die Wiederherstellung der Produktionsbasis nach der schwachen Saison 2024. Die Kartoffelanbaufläche wuchs um 2 Prozent auf 157.000 Hektar. Bis zum 22. September lag die geerntete Menge 23,8 Prozent über dem Vorjahresstand und trug damit maßgeblich zur Erholung der nationalen Versorgungsquote bei.

Der russische Kartoffelverband prognostizierte eine Gesamternte von mehr als 8 Millionen Tonnen, nach 7,4 Millionen Tonnen im Vorjahr. Modernisierte Landmaschinen, neue agronomische Verfahren und der breitere Einsatz von Tröpfchenbewässerung unterstützten den Produktionsanstieg. Zudem setzen die Betriebe verstärkt auf nachhaltige Anbaumethoden, um Ertrag und Produktqualität zu verbessern.

Importe steigen trotz höherer Selbstversorgung

Die Importe haben sich 2025 auf 931.000 Tonnen mehr als verdoppelt. Infox führt den Anstieg auf die kleinere Ernte 2024 und den Abbau der Vorräte aus früheren Jahren zurück. Dass Produktion und Einfuhren gleichzeitig zunahmen, erklärt sich aus dem zeitlichen Verlauf: Importware schloss die Versorgungslücke, bevor die neue heimische Ernte vollständig verfügbar war, während die Selbstversorgungsquote Produktion und Verbrauch über den gesamten Berichtszeitraum vergleicht.

Die Regionaldaten zeigen außerdem eine starke geografische Konzentration der Produktion. In 32 Regionen lag der Selbstversorgungsgrad über 100 Prozent, in den Gebieten Brjansk und Astrachan sogar über 200 Prozent. Solche Überschüsse können Defizitregionen versorgen, erhöhen aber die Anforderungen an Lagerung, Transport und Verarbeitung. Ein ausreichendes nationales Angebot garantiert weder eine gleichmäßige regionale noch eine ganzjährige Versorgung.

Züchtung und Handel bleiben wichtig

Auch die Sortenzüchtung ist Teil der Produktionsstrategie. Russische Erzeuger bauen neue Kartoffelsorten an, die widerstandsfähiger gegen Schädlinge und ungünstige Klimabedingungen sind. Zusammen mit Bewässerung und verbesserter Feldtechnik sollen sie die Produktion nach den starken Schwankungen zwischen 2024 und 2025 stabilisieren.

Für Erzeuger und Verarbeiter bedeutet die Quote von 100,3 Prozent, dass russische Betriebe den Jahresverbrauch insgesamt decken können. Für Händler und Importeure zeigt der Anstieg der Einfuhren auf 931.000 Tonnen, dass saisonale Engpässe, regionale Ungleichgewichte und Lagerbestände weiterhin Nachfrage nach ausländischer Ware schaffen. Entscheidend ist daher nicht nur, ob die Jahresproduktion den Verbrauch übersteigt, sondern auch, ob sich die Ernte bis zur nächsten Saison effizient lagern und verteilen lässt.

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