Russland aktualisiert GOST-Normen für Lachskaviar gegen Fälschungen
Rosstandart hat zwei überarbeitete GOST-Normen für körnigen Lachskaviar verabschiedet und die Vorgaben zu Salzgehalt, Konservierungsstoffen, Temperatur und Rohware verschärft. Die Normen treten am 1. Juni 2027 in Kraft, dürfen aber früher angewendet werden.
Rosstandart überarbeitet Normen für Lachskaviar
Die russische Föderale Agentur für technische Regulierung und Metrologie (Rosstandart) hat zwei nationale GOST-Normen für körnigen Lachskaviar aktualisiert. Das teilte der Pressedienst der Behörde am 13. Juli mit, wie lenta.ru und pnp.ru berichten. Die Regulierungsbehörde erklärte, die Änderungen sollten Qualität und Sicherheit der Produkte erhöhen, die Kontrollmethoden verbessern und das Risiko von Fälschungen in Produktion und Vertrieb verringern.
Es handelt sich um GOST 1629-2026 für körnigen Lachskaviar in Transportverpackung sowie GOST 18173-2026 für körnigen Lachskaviar in Dosen. Beide Dokumente treten am 1. Juni 2027 in Kraft, dürfen laut pnp.ru aber auch früher angewendet werden. Wie gazeta.ru erläutert, bezeichnet Transportverpackung die Außenverpackung – Kartons, Kisten, Folie und Paletten –, die Waren beim Transport vor Beschädigung schützt, bevor das Produkt für den Einzelhandel umgepackt wird.
Neue Vorgaben zu Konservierung, Salz und Temperatur
Zu den zentralen Anforderungen gehört eine Formel zur Umrechnung von Natriumbenzoat in Benzoesäure, die Manipulationen bei der Dosierung von Konservierungsstoffen ausschließen soll. Für gefrorene Ware wurde eine verpflichtende Temperaturkontrolle eingeführt, und der Salzmassenanteil wurde auf 3 bis 6 Prozent für Kaviar erster Güte und 3 bis 7 Prozent für zweite Güte festgelegt. Für Kaviar erster Güte führt GOST 1629-2026 laut pnp.ru eine Kontrolle auf Bodensatz nach dem Auftauen ein, um Verstöße gegen die Salztechnologie aufzudecken.
Anforderungen an Rohware und Sensorik
GOST 18173-2026 für Dosenkaviar schreibt vor, dass als Rohware ausschließlich Rogen von lebenden oder frischen Fischen verwendet werden darf, und aktualisiert die Vorgaben für Lebensmittelzusatzstoffe. Für Kaviar in Transportverpackung, der später in Verbraucherverpackungen umgefüllt wird, legt die Norm besonderes Gewicht auf die Kontrollmethoden und überarbeitet die sensorischen Kennwerte zur Bewertung der wichtigsten Verbrauchereigenschaften.
Widerstand der Branche gegen Preiskontrollen
Fischverarbeiter hatten sich zuvor gegen eine behördliche Initiative gewandt, Kaviar zu prüfen, der rund 30 Prozent unter den durchschnittlichen Marktpreisen verkauft wird, berichtet lenta.ru. Sie wandten ein, dass die Verfasser den Preisunterschied zwischen Lachs- und Störkaviar nicht berücksichtigt hätten, ebenso wenig wie den Einfluss von Saisonalität und Verpackung auf den Preis. Laut von lenta.ru zitierten Experten könnten die Produzenten bei einer Annahme der neuen Regeln gezwungen sein, ihre Preise gezielt anzuheben, um zusätzliche Kontrollen zu vermeiden. Für Importeure und Exporteure russischen roten Kaviars setzen die strengeren Vorgaben klarere Maßstäbe bei Salz, Konservierung und Herkunft, erhöhen aber auch den Compliance-Aufwand entlang der gesamten Lieferkette.