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Schokolade in Russland könnte nach Trendwende bei Kakao und Kaffee wieder teurer werden

Schokolade verbilligte sich in Russland von Januar bis Juni um 1,7 % auf 1.527,87 Rubel je Kilogramm, nachdem die globalen Kakaopreise gefallen waren. Die Entlastung könnte vorübergehend sein, da Kakao- und Kaffeepreise im Juli wieder anzogen und die Herstellerpreise im zweiten Halbjahr 2026 steigen könnten.

Schokolade in Russland könnte nach Trendwende bei Kakao und Kaffee wieder teurer werden

Einzelhandel bildet den früheren Kakaopreisrückgang ab

Die Schokoladenpreise in Russland sanken sechs Monate in Folge und gingen von Januar bis Juni um 1,7 % auf 1.527,87 Rubel je Kilogramm zurück, berichtete Iswestija. Vorausgegangen war ein Rückgang der weltweiten Preise für Kakaobohnen. Da sich niedrigere Rohstoffkosten jedoch erst mit Verzögerung im Einzelhandel zeigen, erreicht die frühere Korrektur die russischen Verbraucher erst jetzt.

Die globalen Kakaopreise verloren im ersten Halbjahr rund 16 % und fielen auf etwa 4.160 $ je Tonne. Im Februar erreichten die Notierungen mit 3.000 $ je Tonne den niedrigsten Stand seit Juni 2023. Als Gründe gelten eine schwache Nachfrage, günstigere Wetterbedingungen und wachsende Vorräte in Ghana und Côte d’Ivoire. Beide Länder stehen zusammen für 60 % der weltweiten Kakaoproduktion.

Lebensmittelhersteller reagierten auf den teuren Kakao zudem, indem sie einen Teil davon durch Nüsse und andere Zutaten ersetzten. Eine solche Rezepturanpassung reduziert die direkte Abhängigkeit von den Kakaokosten, verändert aber auch die Produktzusammensetzung und den Wettbewerb zwischen klassischer Schokolade, kakaohaltigen Überzügen und Erzeugnissen mit Füllungen oder Zusätzen.

Rohstoffnotierungen drehen im Juli nach oben

Die Abwärtsbewegung könnte nur von kurzer Dauer sein. Die Börsenpreise für Kakao und Kaffee stiegen im Juli wieder, während russische Hersteller noch früher eingekaufte Bestände verarbeiteten. Laut Iswestija haben sich Kakaoerzeugnisse seit Jahresbeginn bereits um 10–20 % verteuert. Dieser zusätzliche Kostendruck ist noch nicht vollständig bei den Fertigwaren angekommen.

Hält der Anstieg an, könnten die Hersteller ihre Abgabepreise im zweiten Halbjahr 2026 erhöhen. Einige Unternehmen versuchen, sichtbare Preissprünge durch mehr Produkte mit zusätzlichen Zutaten oder geringere Packungsgewichte zu begrenzen. So lässt sich der Anstieg des Regalpreises einer einzelnen Packung bremsen, nicht aber die Verteuerung kakaobasierter Vorprodukte beseitigen.

Kaffee erzeugt zusätzlichen Kostendruck

Die Kaffeepreise waren seit August 2025 gesunken, weil günstiges Wetter das Angebot aus Brasilien stützte. Das Land liefert rund 40 % der weltweiten Kaffeeexporte. Auch hier kam im Juli die Trendwende: Arabica verteuerte sich um 10 % auf etwa 7.500 $ je Tonne, Robusta um 8 % auf rund 4.000 $ je Tonne.

Als Ursachen werden erwartete Ernterückgänge in Vietnam und Indonesien infolge von El Niño, sinkende Lagerbestände und Frostgefahren in Brasilien genannt. Zusätzlich stützt die wachsende Nachfrage in China, Indien und Indonesien den Markt. Für internationale Händler und russische Röster verschlechtert sich damit der Angebotsausblick für die beiden wichtigsten kommerziellen Kaffeesorten.

Russland hat einen Anteil von rund 5 % am Weltkaffeemarkt, weshalb höhere Bohnenpreise für einheimische Verarbeiter und Händler erheblich sind. Iswestija zufolge könnten sich Kaffeerohstoffe in den kommenden fünf Jahren jährlich um etwa 10 % verteuern. Bei Schokolade wie bei Kaffee entscheidet der Zeitpunkt der Bestandsauffüllung darüber, wie schnell die neue Rohstoffhausse Großhandelsverträge und Ladenpreise erreicht.

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