Rumänische Getreidepreise steigen in Constanța trotz Druck am Weltmarkt
Die DAP-Preise für Weizen, Mais, Gerste und Raps stiegen am 12. August in Constanța leicht, während Sonnenblumen unverändert blieben. Die lokale Erholung steht fallenden Weizenpreisen an der Euronext und in der Ukraine gegenüber.
Moderate Preisaufschläge in Constanța
Die Preise für rumänisches Getreide und Ölsaaten im Hafen Constanța zogen leicht an, obwohl der internationale Markt insgesamt unter Druck blieb. Nach Angaben von Agrointel stieg Brotweizen auf DAP-Basis von 211 auf 214 € je Tonne, während sich Futterweizen von 193 auf 196 € je Tonne verteuerte. Mais gewann 2 € auf 207 € je Tonne, Futtergerste stieg von 192 auf 195 € je Tonne.
Raps verzeichnete unter den aufgeführten Produkten den stärksten Zuwachs und verteuerte sich von 514 auf 520 € je Tonne. Sonnenblumen blieben unverändert bei 495 € je Tonne. Die DAP-Notierungen vom 12. August lagen bei 196 € je Tonne für Futterweizen, 207 € für Mais, 195 € für Futtergerste, 495 € für Sonnenblumen und 520 € für Raps. In rumänischer Währung entsprachen diese Werte 1.029, 1.087, 1.024, 2.592 beziehungsweise 2.724 RON je Tonne.
Internationale Weizen- und Rapsmärkte geben nach
Die lokale Erholung verlief entgegen dem europäischen Terminmarkt. Der Dezember-Kontrakt für Euronext-Weizen fiel um 1,2 % auf 227,50 € je Tonne und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 15. Juli. Agrointel führte den Druck auf die schwache Nachfrage nach westeuropäischem Weizen und geringere Sorgen um russische und ukrainische Exporte zurück. Vorausgegangen waren Berichte über Gespräche zu einem Abkommen für sichere Schifffahrt im Schwarzen Meer. Der Markt wartete weiter auf eine Bestätigung und den USDA-Bericht.
Der November-Kontrakt für MATIF-Raps sank am 11. August auf 534,75 € je Tonne. Das waren 0,74 % weniger als in der vorigen Sitzung und 1,11 % weniger als einen Monat zuvor. Gegenüber dem Vorjahr lag die Notierung jedoch noch 14,63 % höher. Erwartungen einer globalen Rekordernte 2026/27 und eines größeren Angebots aus der EU, der Ukraine und Russland belasteten den Markt.
Schwarzmeerlogistik bestimmt den Ausblick
Die Ukraine hat ihre Prognose für Getreideexporte 2026/27 um bis zu 12 % gesenkt und begrenzt damit den Abwärtsdruck in Constanța. Ukrainischer Weizen wurde wegen des größeren Angebots, der vorsichtigen Nachfrage und ausgesetzter Hafenarbeiten im Raum Odesa dennoch billiger. Mahlweizen kostete 163–170 $ je Tonne CPT-Hafen, Futterweizen 155–163 $. Das waren 5–25 $ weniger als in der Vorwoche.
Laut Agrointel sind die Logistikkosten für ukrainische Getreideexporte nach der Aussetzung des Schwarzmeer-Hafenbetriebs um rund 50 $ je Tonne gestiegen. Sie könnten 70 $ über dem vorherigen Niveau liegen. Schiene, Straße und Donauhäfen können selbst unter günstigen Bedingungen lediglich 45–50 % der jährlichen Agrarexporte bewältigen. Verfügbarkeit und Kosten der Schwarzmeerrouten bleiben daher für rumänische Erzeuger und Exporteure entscheidend.
Rumänien bleibt ein führender EU-Exporteur
Die EU-Ausfuhren von Weichweizen erreichten bis zum 9. August 1,01 Millionen Tonnen, nach 700.000 Tonnen eine Woche zuvor. Sie lagen jedoch 57 % unter dem Vorjahresniveau. Rumänien belegte mit 225.222 Tonnen Rang zwei hinter Litauen mit 292.504 Tonnen. Bei Gerste führte Rumänien mit 185.944 Tonnen, während die gesamten EU-Ausfuhren von 360.000 Tonnen im Jahresvergleich um 81 % zurückgingen.
Die Maisimporte der EU stiegen um 25 % auf 1,58 Millionen Tonnen. Die Rapseinfuhren sanken um 22 % auf 260.000 Tonnen, obwohl die wöchentlichen Lieferungen aus der Ukraine, Kanada und Serbien zunahmen. Schwache EU-Ausfuhren, volatile ukrainische Logistik und steigende Rapsströme machen die Preise in Constanța anfällig für schnelle Veränderungen bei regionalem Angebot und Transport.