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Rumäniens Erzeugermilchpreis fällt auf rund 2,11 Lei je Liter, Kühe gehen zum Schlachthof

Der Erzeugerpreis für Milch in Rumänien ist bei steigenden Kosten auf rund 2,11 Lei je Liter gefallen und treibt Rinder in die Schlachthöfe. Pro Agro schätzt, dass im kommenden Jahr 40 bis 45 Prozent der Milchviehbetriebe verschwinden könnten; Züchter warnen vor einer Importquote von 80 bis 90 Prozent binnen 18 bis 24 Monaten.

Rumäniens Erzeugermilchpreis fällt auf rund 2,11 Lei je Liter, Kühe gehen zum Schlachthof

Rumäniens Milchsektor steckt nach Darstellung der Erzeugerverbände in einer kritischen Phase: Der Milchpreis ab Hof ist bei steigenden Produktionskosten auf rund 2,11 Lei je Liter gefallen, wie das rumänische Medium jurnalul.ro berichtet. Landwirte sagen, diese Lücke treibe Rinder in die Schlachthöfe und könne binnen eines Jahres einen großen Teil der Milchviehbetriebe des Landes auslöschen.

Erzeugerpreis fällt, Ladenpreis steigt

Laut jurnalul.ro ist der an die Landwirte gezahlte Preis eingebrochen, während Molkereiprodukte im Handel weiter teurer wurden. Das Referenzniveau ab Hof liegt inzwischen bei etwa 2,11 Lei je Liter, doch häufig müssen Erzeuger darunter verkaufen, um nicht auf unverkaufter Milch sitzen zu bleiben. Landwirte werfen den Verarbeitern vor, in einzelnen Verträgen den Ankaufspreis einseitig um bis zu 50 Bani je Liter gesenkt zu haben. Ein weiterer Beitrag desselben Mediums beschreibt Milch, die in der Erzeugung 2 Lei je Liter kostet und für einen Leu verkauft wird.

Vertreter mehrerer Rinderhalterorganisationen betonen, kritisch werde die Lage durch das Zusammenspiel aus sinkenden Erzeugerpreisen, höheren Produktionskosten und fehlender Planbarkeit künftiger Preise. Das Landwirtschaftsministerium hat bislang keine Maßnahmen gegen den Abwärtstrend vorgelegt, während importierte Milch im Inlandsmarkt weiter an Boden gewinnt.

Bestandsabbau und Betriebsaufgaben

Die von Züchterverbänden verbreiteten Schätzungen deuten auf eine rasche Schrumpfung hin:

  • Die Rinderbestände könnten um 15 bis 20 Prozent sinken, weil Tiere in die Schlachthöfe gehen.
  • Pro Agro schätzt, dass im kommenden Jahr 40 bis 45 Prozent der Betriebe verschwinden könnten.
  • Im letzten Quartal dieses Jahres wird ein starker Anstieg der Schlachtzahlen erwartet.
  • Binnen 18 bis 24 Monaten könnte Rumänien nach Einschätzung der Züchtervertreter 80 bis 90 Prozent der im Inland verbrauchten Milch importieren müssen.

Landwirte betonen, dass ein einmal aufgelöster Milchviehbetrieb nur sehr schwer wieder aufgebaut werden kann. Betriebsaufgaben würden zudem die genetische Basis des nationalen Bestands beschädigen und jahrelange Ausgaben für deren Verbesserung entwerten.

Kleine Betriebe, dünne Verarbeitung

Eine Studie des rumänischen Wettbewerbsrats zum Milchmarkt legt die strukturelle Schwäche hinter dem Preisdruck offen. Rumänien erzeugt jährlich 4,4 Millionen Tonnen Rohmilch und liegt damit auf Platz zehn in der Europäischen Union, doch nur rund ein Drittel dieser Menge gelangt in den industriellen Verarbeitungskreislauf, womit das Land bei der Erfassung auf Rang 17 zurückfällt. Auf Rumänien entfallen etwa 5 Prozent der Milchkuhbestände der EU, aber rund 58 Prozent aller Milchviehbetriebe der Union - ein Verhältnis, das eine sehr große Zahl kleiner Betriebe mit geringer Produktivität widerspiegelt. Etwa 75 Prozent der rumänischen Betriebe halten weniger als fünf Milchkühe, was Mechanisierung, Automatisierung und den Zugang zu moderner Technik begrenzt. Am anderen Ende stehen Deutschland, Frankreich und die Niederlande mit größeren, technisierteren und effizienteren Einheiten.

Die Verarbeitung konzentriert sich auf gering veredelte Produkte mit niedriger Wertschöpfung und dünneren Margen. Auf Konsummilch entfallen 387.000 Tonnen, auf Sauermilchprodukte - Joghurt, Sana, Kefir und Dickmilch - 231.000 Tonnen; zusammen sind das mehr als 70 Prozent des gesamten verarbeiteten Volumens.

Forderungen der Erzeuger

Die Landwirte verlangen eine an den Produktionskosten orientierte Referenzschwelle, damit die Erzeugung zu einem kostendeckenden Preis vermarktet wird. Sie fordern zudem die Streichung von Vertragsklauseln, die einseitige Preisänderungen oder abrupte Lieferabbrüche erlauben, sowie die Einhaltung der Zahlungsfristen durch die milcherfassenden Unternehmen. Die Züchter dringen auf eine strengere Durchsetzung der Regeln zu Milchherkunft und Kennzeichnung von Molkereiprodukten und verweisen darauf, dass der Einsatz von Rohstoffen aus Drittstaaten in Handelsmarken bereits Marktrealität ist. Führt der Dialog mit den Behörden nicht zu Lösungen, schließen die Erzeuger Proteste nicht aus.

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