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Rumänien verhängt gegen Agrana und Lucsor 10,22 Millionen Euro Bußgeld

Rumäniens Wettbewerbsrat hat Agrana-Gesellschaften und den Händler Lucsor Impex wegen Absprachen über Zuckerverkaufspreise mit insgesamt 52,09 Millionen Lei belegt, rund 10,22 Millionen Euro. Agrana räumte den Verstoß ein und erhielt eine Ermäßigung, während Lucsor gerichtlich gegen die Entscheidung vorgehen will.

Rumänien verhängt gegen Agrana und Lucsor 10,22 Millionen Euro Bußgeld

Wettbewerbsbehörde verhängt Bußgelder von 52,09 Millionen Lei

Rumäniens Wettbewerbsrat hat Agrana Sales & Marketing GmbH, Agrana România SRL und Lucsor Impex SRL wegen wettbewerbswidriger Vereinbarungen über Zuckerverkaufspreise mit insgesamt 52,09 Millionen Lei belegt, rund 10,22 Millionen Euro. Laut Agrointel entfielen 42,18 Millionen Lei auf die beiden als wirtschaftliche Einheit behandelten Agrana-Gesellschaften und 9,91 Millionen Lei auf den Händler Lucsor Impex.

Die Behörde kam zu dem Ergebnis, dass Agrana und Lucsor gemeinsam die einzelnen Bestandteile der Verkaufspreise von Lucsor festlegten, darunter auch die Handelsmarge. Diese hätte der Händler eigenständig bestimmen müssen. Dadurch folgten die Preise von Lucsor gegenüber seinen eigenen Kunden demselben Trend wie die Preise von Agrana, erklärte der Wettbewerbsrat.

Die Vereinbarung sollte nach Einschätzung der Behörde die rumänischen Zuckerpreise erhöhen oder zumindest über dem Niveau halten, das sich bei normalem Wettbewerb ergeben hätte. Das rumänische Wettbewerbsrecht verbietet Absprachen und abgestimmte Praktiken, die den Wettbewerb beschränken oder verfälschen, insbesondere die direkte oder indirekte Festlegung von Einkaufs- und Verkaufspreisen oder anderen Geschäftsbedingungen.

Agrana gesteht Verstoß ein, Lucsor plant Klage

Agrana Sales & Marketing und Agrana România räumten den Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht ein und erhielten deshalb eine Ermäßigung des Bußgelds. Lucsor Impex kündigte dagegen laut Romania TV an, die Entscheidung gerichtlich anzufechten, da sie aus Sicht des Unternehmens nicht durch Beweise gestützt sei. Die Entscheidungen der Behörde sind vollstreckbar; die nationale Steuerverwaltung zieht die Bußgelder als Einnahmen des Staatshaushalts ein.

Der Wettbewerbsrat stellte außerdem die Untersuchung gegen Pfeifer & Langen Romania SRL ein. Die Ermittlungen hätten keine ausreichenden Belege für einen Rechtsverstoß erbracht, die Maßnahmen oder Sanktionen gegen das Unternehmen rechtfertigen würden.

Bußgeld trifft Agranas Zuckergeschäft in einer Schwächephase

Der österreichische Agrana-Konzern, dessen Anteil am rumänischen Zuckermarkt Romania TV auf 30% bis 50% beziffert, hatte bereits im Geschäftsjahr 2025/2026 eine Rückstellung für Prozessrisiken gebildet. Diese verringerte den operativen Konzerngewinn, das EBIT, um 9,5 Millionen Euro auf 3,2 Millionen Euro. Das entsprach einem Rückgang um 92,1% gegenüber dem Vorjahr, berichtete Romania TV unter Berufung auf von Economica veröffentlichte Angaben.

In Rumänien besitzt Agrana die Zuckerfabrik in Roman und den Standort Buzău. Das Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von 474,7 Millionen Lei, rund 1,7-mal weniger als im Vorjahr. Auf einen Nettogewinn von 2,7 Millionen Lei folgte ein Nettoverlust von 11,1 Millionen Lei. Im Geschäftsjahr 2025/2026 beschäftigte der Konzern in Rumänien 229 Menschen, nach 431 ein Jahr zuvor.

Das Geschäft leidet weiterhin unter der vorübergehenden Schließung der Rohzuckerraffinerie in Buzău im November 2023, wo nur Verpackung, Lagerung und Logistik fortgeführt wurden. Auch das europäische Marktumfeld hat sich verschlechtert: Der Preis für Weißzucker fiel im Januar 2026 auf 516 Euro je Tonne und damit auf den niedrigsten Stand seit September 2022. Agrana erklärte zudem, Zuckerimporte aus der Ukraine hätten zu sinkenden Absatzmengen und Preisen in Rumänien beigetragen. Für das Wirtschaftsjahr 2025/2026 erwartet der Konzern wegen geringerer Zuckerrübenflächen eine niedrigere EU-Zuckerproduktion bei weitgehend stabiler Nachfrage.

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