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Ungewöhnlicher Regen verteuert Ethanol in São Paulo trotz hoher Bestände

Hydratisiertes Ethanol stieg in São Paulo in der ersten Septemberwoche auf 2,3991 R$ je Liter, nachdem Regen die Produktion im Mitte-Süden Brasiliens unterbrochen hatte. Die Preise zogen trotz hoher Bestände und einer ergiebigen Zuckerrohrernte 2026/27 an.

Ungewöhnlicher Regen verteuert Ethanol in São Paulo trotz hoher Bestände

Produktionsstopps verknappen das kurzfristige Angebot

Ungewöhnliche Regenfälle im Mitte-Süden Brasiliens haben die Verarbeitung von Zuckerrohr unterbrochen und die Ethanolpreise in São Paulo, dem größten Kraftstoffmarkt des Landes, trotz hoher Bestände und einer ergiebigen Ernte 2026/27 steigen lassen. G1 berichtete über die Markteinschätzung des Zentrums für angewandte Wirtschaftsforschung an der Landwirtschaftshochschule Luiz de Queiroz der Universität São Paulo, Cepea/Esalq.

Der Wochenindikator von Cepea/Esalq wies für hydratisiertes Ethanol vom 31. August bis 4. September einen Preis von 2,3991 R$ je Liter ohne Fracht und Steuern aus. Das waren 3,79 % mehr als im vorherigen Zeitraum und umgerechnet 0,4672 US$ je Liter. Seit Ende August seien die Niederschläge stärker als erwartet ausgefallen und hätten bis in die erste Septemberwoche angehalten. Die Stillstände in den Erzeugerregionen ermöglichten es den Verkäufern, an festen Preisen festzuhalten.

Die Unterbrechungen verursachen eine unmittelbare Angebotsverknappung, keinen durch eine schwache Gesamterzeugung ausgelösten Mangel. Nasses Zuckerrohr lässt sich nicht im üblichen Tempo verarbeiten, sodass die kurzfristig verfügbaren Mengen selbst bei hohen Lagerbeständen sinken. Händler und Tankstellen müssen daher höhere Wiederbeschaffungskosten am Spotmarkt tragen, bis Wetter, Verarbeitung und Auslieferungen sich normalisieren.

Einzelhandelsnachfrage stützt den Markt

Rund um den brasilianischen Unabhängigkeitstag am 7. September verstärkte sich auch die Nachfrage. Cepea zufolge tätigten kleinere Vertriebsgesellschaften neue Käufe, nachdem der Kraftstoffabsatz im Einzelhandel angezogen hatte. Vorübergehende Produktionsstopps, standhafte Verkäufer und eine stärkere Endnachfrage verlängerten damit den seit August verzeichneten Preisanstieg bei hydratisiertem Ethanol.

In den vollständigen Augustwochen kostete hydratisiertes Ethanol durchschnittlich 2,2020 R$ je Liter. Das waren 3,11 % mehr als im Juli und der erste Monatsanstieg der Saison 2026/27 in São Paulo. Von 2,0457 R$ je Liter in der Woche vom 3. bis 7. August stieg der Indikator in der Folgewoche um 7,24 % auf 2,1939 R$. Bis zur ersten Septemberwoche belief sich das Plus gegenüber Anfang August auf rund 17,27 %.

Wasserfreies Ethanol, das Benzin beigemischt wird, entwickelte sich ähnlich. Der durchschnittliche Spotpreis erreichte im August 2,4750 R$ je Liter, ein Anstieg um 1,59 %. Nach einem Monatsbeginn bei 2,3091 R$ je Liter folgten wöchentliche Zuwächse zwischen 1,96 % und 5,32 %. Ein abschließender Sprung um 6,85 % hob den Preis in der ersten Septemberwoche auf 2,7829 R$ je Liter.

Mehr Ethanolproduktion stützt den Zuckerpreis

Die Auswirkungen reichen bis in den Zuckermarkt. Der Spotindikator für weißen Kristallzucker in São Paulo stieg von durchschnittlich 93,02 R$ je 50-Kilogramm-Sack in der ersten Augustwoche auf 108,53 R$ am Monatsende. Cepea führte dies auf das begrenzte Angebot zurück. Internationale Preise für Demerara-Rohzucker wurden zugleich durch Prognosen eines weltweiten Produktionsdefizits gestützt.

Daten des brasilianischen Ministeriums für Landwirtschaft und Viehzucht zeigen laut Cepea, dass die höhere Zuckerrohrverarbeitung im Mitte-Süden das Zuckerangebot nicht entsprechend vergrößert hat. Das zusätzliche Rohr floss in die gestiegene Ethanolproduktion. Cepea erwartet deshalb für den Rest des Zyklus ein begrenztes Zuckerangebot. Die Mühlen müssen somit über die Verwendung des Rohstoffs entscheiden: Hohe Ethanolpreise begünstigen Kraftstoff, während knappes Angebot die Preise für Kristallzucker stützt. Die wetterbedingten Ausfälle verstärken kurzfristig beide Entwicklungen und erhöhen die Wiederbeschaffungskosten für Händler und industrielle Käufer trotz guter Ernte und hoher Ethanolbestände.

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