Regen lässt Erdbeerangebot in Minas Gerais einbrechen und Preise um 130% steigen
13 Tage mit anhaltendem Regen und Nebel verursachten in Minas Gerais schwere Erdbeerverluste bis hin zu Totalausfällen. Das geringere Angebot ließ die Preise um bis zu 130% steigen; am 21. September kostete eine Kiste bei Ceasa Minas R$ 41,66.
13 Regentage verwüsten die Felder
13 aufeinanderfolgende Tage mit starkem Regen und Nebel richteten Anfang September schwere Schäden im Erdbeeranbau von Minas Gerais an, dem größten Erzeugerbundesstaat Brasiliens. Nach Angaben von N3 News verloren einige Betriebe in Senador Amaral im Süden des Bundesstaates ihre gesamte Ernte, darunter den Ertrag einer Anlage mit 80.000 Pflanzen. Die dauerhafte Feuchtigkeit ließ reife und noch grüne Früchte schimmeln, verwässern oder verderben. Zugleich wurde die Ernte auf den Feldern unmöglich. Selbst Folienabdeckungen und erhöhte Anbausysteme, die den Kontakt mit feuchtem Boden verringern sollen, boten gegen die lang anhaltenden Niederschläge keinen ausreichenden Schutz.
Vor dem Regen ernteten die Betriebe der Region wöchentlich 1.300 bis 1.400 Kisten zu je einem Kilogramm. Auf einzelnen Höfen sank die Produktion in der schlimmsten Phase von Zehntausenden Kisten auf weniger als 1.000. Erzeuger, die in früheren Jahren bereits Verluste von bis zu 50% erlebt hatten, berichteten erstmals von einem vollständigen Ernteausfall. Ungünstige Witterung während des Wachstumszyklus hatte die Pflanzen zudem schon vor den Septemberstürmen geschwächt und ihre Ertragsfähigkeit verringert.
Ausfälle erfassen mehrere Anbaugebiete
Auch in Pouso Alegre waren die Schäden erheblich. Eine Anlage mit 12.000 Erdbeerpflanzen sollte in der Saison rund 6.000 Kisten liefern, geerntet wurden jedoch nur 2.500 und damit weniger als die Hälfte des Ziels. In Datas im Jequitinhonha-Tal konnten einige Betriebe wochenlang nicht einmal eine Kiste vermarkten, weil sämtliche Früchte beschädigt waren. Weitere Kulturen litten ebenfalls: Bei Tomaten, japanischen Gurken und Zucchini wurden die Verluste auf einzelnen Betrieben auf R$ 25.000 geschätzt.
Das Unwetter traf eine geschäftlich wichtige Phase. Die Erdbeerernte in Minas Gerais erreicht üblicherweise zwischen Juli und September ihren Höhepunkt. Dann profitiert die Kultur von trockenerem Winterwetter, sonnigen Tagen sowie niedrigeren Temperaturen in der Nacht und am frühen Morgen. Hohe Luftfeuchtigkeit fördert Pilzkrankheiten, mindert die Fruchtqualität und verhindert, dass Arbeitskräfte die Felder betreten. Das Risiko bleibt nach dem Verpacken bestehen, weil zunächst einwandfrei wirkende Erdbeeren später gären oder noch vor dem Verkauf verderben können.
Großhandelspreise steigen auf mehr als das Doppelte
Der Angebotsrückgang erreichte schnell den Groß- und Einzelhandel. Laut N3 News stieg der Preis einer Kiste, die bei Ceasa Minas im Großraum Belo Horizonte üblicherweise R$ 17 bis R$ 22 kostet, am 21. September auf R$ 41,66. In Santa Luzia im Großraum Belo Horizonte verteuerten sich Erdbeeren um bis zu 130%. Gleichzeitig nahm die Nachfrage von Konditoreien zu, besonders nach großen und optisch attraktiven Früchten für eine populäre Erdbeersüßigkeit. Eine Kiste großer Erdbeeren kostete bei Ceasa Minas zeitweise R$ 60. Dieser Nachfrageimpuls fiel jedoch mit dem wesentlich breiteren wetterbedingten Angebotsausfall zusammen.
Erholung hängt von der nächsten Blüte ab
Minas Gerais steht für mehr als 50% der brasilianischen Erdbeerproduktion. Nach dem jüngsten, von N3 News zitierten Agrarbericht des Bundesstaates wurden dort 2024 insgesamt 157.300 Tonnen geerntet. Der Bruttoerzeugungswert brasilianischer Erdbeeren erreichte 2025 R$ 4,2 Milliarden, wovon 46,4% auf Minas Gerais entfielen. Beschädigte oder unförmige Früchte können teilweise zu Konfitüre oder Tiefkühlware verarbeitet werden. In diesem Segment konkurrieren heimische Anbieter allerdings mit großen Mengen preisgünstigerer Tiefkühlerdbeeren aus Ägypten. Für Frischmarktproduzenten hängt die Erholung von der nächsten Blüte und günstigerem Wetter ab. Bis neue Früchte reif sind, bleibt die eingeschränkte Verfügbarkeit das Hauptproblem für Erzeuger, Großhändler, Einzelhändler und Konditoreien.