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Preisabstand bei italienischem und spanischem nativem Olivenöl sinkt unter 0,70 € je kg

Der Großhandelsaufschlag für italienisches natives Olivenöl extra gegenüber spanischer Ware ist von 4-5 € auf weniger als 0,70 € je kg gefallen. Schwache Nachfrage in Italien und die Erwartung einer spanischen Erzeugung von 1,6 Millionen Tonnen belasten den Markt, während Hitze und Trockenheit eine Gegenbewegung auslösen könnten.

Preisabstand bei italienischem und spanischem nativem Olivenöl sinkt unter 0,70 € je kg

Großhandelsaufschlag fällt deutlich

Der Großhandelspreisabstand zwischen italienischem und spanischem nativem Olivenöl extra ist Anfang Oktober auf weniger als 0,70 € je kg gesunken, berichtet Teatro Naturale. Zuvor hatte die Differenz Spitzenwerte von 4-5 € je kg erreicht und italienischer Ware einen erheblichen Aufschlag gegenüber spanischen Lieferungen verschafft.

PoolRed erfasste am 6. Oktober für natives Olivenöl extra in Jaén 3,33 € je kg. IsmeaMercati meldete für Foggia am 1. Oktober 4 € je kg, womit die Differenz 0,67 € betrug. Die Handelskammer Bari wies am 6. Oktober eine italienische Spanne von 4,20-4,70 € je kg und einen Durchschnitt von 4,45 € aus.

Innerhalb Italiens bleiben die Preisunterschiede groß. In Trapani und Palermo wurde natives Olivenöl extra mit 6,70 € je kg notiert. Bioöl in Bari erreichte bis zu 5,50 €, während Produkte mit den geschützten Herkunftsbezeichnungen DOP und IGP bis zu 5,10 € kosteten. Herkunft, Zertifizierung und lokale Verfügbarkeit stützen damit weiterhin Aufschläge, obwohl sich die Referenzpreise Italiens und Spaniens annähern.

Schwache Nachfrage belastet Italien

Teatro Naturale beschreibt den italienischen Hauptmarkt als nachfrageschwach und angebotsreich. Die Zahl der Verträge für Oliven sei auf ein Minimum gesunken, bei Preisen von nur 30 € je Doppelzentner. Die Publikation erwartete, dass italienisches natives Olivenöl extra in den folgenden Wochen bei rund 4 € je kg bleiben werde.

Einzelne Spotgeschäfte wurden zu 3,60-3,80 € je kg gemeldet. Teatro Naturale betrachtet diese jedoch nicht als repräsentative Marktpreise, da finanziell bedrängte Ölmühlen nur kleine Mengen verkauft hätten. Für Verarbeiter und Händler ist die Abgrenzung zwischen Referenznotierungen und Notverkäufen entscheidend: Letztere erhöhen den Preisdruck, spiegeln aber nicht die Kostenlage der gesamten Branche wider.

Spanische Ernteerwartung bleibt entscheidend

Eine erste Schätzung der spanischen Regierung von 1,6 Millionen Tonnen weckte Erwartungen umfangreicher Bestände und einer hohen Verfügbarkeit. Die PoolRed-Notierung für natives Olivenöl extra sank seit Anfang September, zeigte aber ab dem 2. Oktober Anzeichen einer Stabilisierung. Natives Olivenöl fiel von 3,20 € je kg am 27. September auf 3,08 € am 6. Oktober, Lampantöl von 3,15 € Ende September auf 2,97 € am 6. Oktober.

Die Produktionsprognose bleibt die größte Unsicherheit. Spanische Marktteilnehmer rechnen mit weiteren Preisrückgängen, falls sich die Schätzung von 1,6 Millionen Tonnen bestätigt. Erzeuger befürchten jedoch, dass hohe Temperaturen und fehlende Niederschläge bis mindestens Mitte Oktober die Aussichten verschlechtern. Dann könnten sich die Preise wieder in Richtung 4 € je kg bewegen. Für Käufer im Mittelmeerraum macht die geringere Differenz italienisches Öl gegenüber spanischer Ware wettbewerbsfähiger. Einkaufsentscheidungen werden dennoch von tatsächlicher Ernte, Qualitätsklasse und regionalem Angebot abhängen und nicht allein von nationalen Durchschnittspreisen.

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