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Polnische Geflügelbranche hält ihre Margen, Schweine- und Rindfleisch geraten unter Druck

Die Analyse der Bank Pekao zeigt für Polens Fleischwirtschaft 2026 drei unterschiedliche Entwicklungen. Geflügel bleibt trotz sinkender Preise rentabel, während Schweinefleisch unter dem Überangebot in der EU und Rindfleisch unter schwächerer chinesischer Nachfrage leidet.

Polnische Geflügelbranche hält ihre Margen, Schweine- und Rindfleisch geraten unter Druck

Überangebot bei Schweinefleisch drückt die Preise

Die einzelnen Segmente der polnischen Fleischwirtschaft entwickeln sich 2026 deutlich auseinander. Nach einer von top agrar Polska aufgegriffenen Analyse der Bank Pekao erzielen Geflügelproduzenten weiterhin positive Renditen. Schweine- und Rindfleischerzeuger müssen dagegen mit schwächeren Preisen, veränderten Handelsströmen und zunehmendem Margendruck umgehen.

Die größte Herausforderung für den europäischen Schweinefleischmarkt ist die rückläufige Nachfrage aus China. Die Bank Pekao erwartet für 2026 chinesische Einfuhren von rund 1 Million Tonnen, 16 % weniger als im Vorjahr. Der weltweit größte Schweinefleischimporteur hat seine eigene Produktion ausgebaut. In den ersten vier Monaten 2026 sanken die EU-Lieferungen nach China um 20 % gegenüber dem Vorjahr.

Europäische Exporteure lenken Ware auf andere Märkte um, müssen laut Bank Pekao dafür jedoch Preiszugeständnisse machen. Zugleich stieg das gesamte Schlachtgewicht von Schweinen in der EU von Januar bis April um 2 %. Der Schweinefleischhandel zwischen den Mitgliedstaaten nahm im ersten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 um 4 % zu. Damit verbleiben größere Mengen im EU-Binnenmarkt.

In Polen lag der durchschnittliche Verkaufspreis für Schweinehälften in inländischen Betrieben im Juni 27 % unter dem Vorjahreswert. Die Preise für lebende Schweine gingen in ähnlichem Umfang zurück. Die Schwäche im zweiten Quartal wiegt besonders schwer, weil in dieser Zeit üblicherweise saisonale Preissteigerungen auftreten. Die Bank Pekao warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Rentabilität zum Jahresende. Weniger effiziente Betriebe könnten daraufhin ihre Produktion reduzieren, was das EU-Angebot mittelfristig verknappen und später eine Preiserholung ermöglichen würde.

Rindfleischexporte sinken, Importe steigen

Auch am Rindfleischmarkt gibt China die Richtung vor. Die Bank Pekao verweist auf eine USDA-Prognose, wonach Chinas Rindfleischimporte 2026 um 13 % sinken werden. China will die Einfuhren über Quoten begrenzen, besonders aus Brasilien und Australien. Ein Teil der verdrängten Mengen dürfte andere Absatzmärkte finden, vor allem die Vereinigten Staaten, doch dies wird den Rückgang nur teilweise ausgleichen.

In der EU sank das Schlachtgewicht von Rindern in den ersten vier Monaten 2026 um 2 % gegenüber dem Vorjahr. Unter den zehn größten Produzenten der Union verzeichnete Polen den stärksten Mengenrückgang. Die Rindfleischexporte der EU in Drittländer fielen von Januar bis April um 8 % auf den niedrigsten Stand seit 2013. Die Importe stiegen hingegen um 25 %, vor allem aufgrund höherer Lieferungen aus Brasilien. Eine schrumpfende EU-Produktion und mehr Drittlandsware verändern damit die Wettbewerbsbedingungen für Verarbeiter und Rinderhalter.

Geflügel wächst trotz niedrigerer Preise

Der Geflügelmarkt zeigt ein stabileres Bild. Das Schlachtgewicht von Masthühnern in der EU stieg von Januar bis April um 6 %, während im April 7 % mehr Küken schlüpften als ein Jahr zuvor. Binnennachfrage und Ausfuhren halfen, die zusätzlichen Mengen aufzunehmen. Die Geflügelexporte der EU erhöhten sich in den ersten vier Monaten 2026 um 2 % beziehungsweise rund 12.000 Tonnen; die Importe blieben relativ stabil.

Polen trug maßgeblich zu diesem Wachstum bei. Das inländische Schlachtgewicht von Hühnern stieg zwischen Januar und April um 18 % oder 141.000 Tonnen. Dies war der größte absolute Zuwachs in der EU. Das Tempo könnte jedoch nachlassen: Im April und Mai ging das polnische Kükenangebot leicht zurück, hauptsächlich wegen geringerer Schlupfzahlen im Mai. Die Bank Pekao rechnet deshalb am Übergang vom zweiten zum dritten Quartal mit einer schwächeren Produktionsdynamik.

Das schnelle Produktionswachstum hat bereits die Verkaufspreise belastet. Polnische Hähnchenschlachtkörper waren im Juni 2026 um 13 % günstiger als im Vorjahr, während die Erzeuger für lebende Tiere 14-15 % weniger erhielten. Futtermittel, der wichtigste Kostenblock in der Mast, verbilligten sich im Mai durchschnittlich um 4 %. Das glich den Rückgang der Tierpreise nur teilweise aus. Nach Einschätzung der Bank Pekao blieb der finanzielle Überschuss der Mast dennoch nahe am langjährigen Durchschnitt. Im dritten Quartal erwartet die Bank leicht steigende Lebendpreise, danach einen saisonalen Rückgang, aber weiterhin eine positive Rentabilität.

Vollständige Marktanalyse

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