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Polnischer Biermarkt schrumpft bei steigenden Preisen das achte Jahr in Folge

Der polnische Biermarkt ist zwischen 2018 und 2025 um mehr als 7,5 Millionen Hektoliter geschrumpft, teilte ein Branchenverband mit. Die Einzelhandelspreise stiegen um mehr als 40 %, während alkoholfreies Bier im ersten Halbjahr 2025 zweistellige Zuwächse erzielte.

Polnischer Biermarkt schrumpft bei steigenden Preisen das achte Jahr in Folge

Markt verliert mehr als 7,5 Millionen Hektoliter

Der polnische Biermarkt ist das achte Jahr in Folge geschrumpft. Damit wächst der Druck auf Brauereien und ihre Zulieferer. Zwischen 2018 und 2025 ging das Marktvolumen um mehr als 7,5 Millionen Hektoliter zurück, erklärte der Arbeitgeberverband der Brauwirtschaft laut einem von Ūkininko patarėjas veröffentlichten Bericht der Nachrichtenagentur BNS.

Nach Angaben des Verbandes entspricht das verlorene Volumen der gemeinsamen Jahresproduktion von drei mittelgroßen Brauereien. Dieser Vergleich verdeutlicht die Größenordnung: Es handelt sich nicht um eine kurzfristige Schwankung der Monatsverkäufe, sondern um einen anhaltenden Rückgang, durch den dem polnischen Markt erhebliche Nachfrage entzogen wurde.

Niedrigere Biermengen können die gesamte Produktionskette treffen, darunter Brauereien, Verpackungshersteller und Lieferanten von Braurohstoffen. Für Produzenten mit hohen Fixkosten gewinnen zudem die Auslastung der Anlagen, das Produktsortiment und Preisentscheidungen an Bedeutung. Angaben zur Produktion einzelner Brauereien oder zu geplanten Betriebsschließungen enthält die Quelle nicht.

Einzelhandelspreise steigen um mehr als 40 %

Bartłomiej Morzycki, Generaldirektor des Arbeitgeberverbandes der Brauwirtschaft, bezeichnete die Lage der polnischen Branche als schwierig. Wirtschaftliche Faktoren spielten eine wichtige Rolle, da Bier sehr preissensibel sei und sich der Einzelhandelspreis in den vergangenen Jahren um mehr als 40 % erhöht habe.

Ein solcher Anstieg schafft für Verbraucher stärkere Anreize, weniger zu kaufen, die Marke zu wechseln oder auf andere Getränkekategorien auszuweichen. Brauereien können mit höheren Preisen zwar gestiegene Stückkosten ausgleichen, in einem preissensiblen Markt aber zugleich den Mengenrückgang verschärfen. Die Hersteller stehen damit sowohl bei den Absatzmengen als auch bei der Weitergabe ihrer Kosten unter Druck.

Alkoholfreies Bier wächst gegen den Markttrend

Auch die Verbraucherpräferenzen verändern sich. Morzycki verwies auf die zunehmende Beliebtheit von NoLo-Produkten, also alkoholarmen und alkoholfreien Getränken, sowie auf den breiteren Trend „Better for You“. Diese Entwicklungen prägten die Gewohnheiten polnischer Verbraucher zunehmend.

Alkoholfreies Bier war 2025 ein klares Wachstumssegment. Im ersten Halbjahr stieg der Absatz laut dem Verband um 16,2 %. Allein im Juni wurde gegenüber dem Vorjahresmonat ein Sprung von 30,1 % verzeichnet. Die Zahlen stehen im Gegensatz zur langfristigen Schrumpfung des Gesamtmarktes und zeigen, dass sich die Nachfrage zwischen den Kategorien verschiebt.

Für Brauereien macht die Differenz zwischen dem allgemeinen Marktrückgang und dem Wachstum alkoholfreier Produkte die Zusammensetzung des Portfolios wichtiger. Anbieter, die ihr NoLo-Geschäft ausbauen können, dürften einen Teil der veränderten Nachfrage gewinnen. Die verfügbaren Zahlen zeigen jedoch nicht, ob dies die Verluste bei herkömmlichem Bier ausgleichen kann. Lieferanten von Zutaten, Dosen, Flaschen und Produktionsanlagen werden ebenfalls beobachten, ob das Wachstum neue Kapazitäten schafft oder vor allem Produkte auf bestehenden Linien ersetzt.

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