Polnische Rübenanbauer lehnen KGS-Angebot von 26 € je Tonne für 2027 ab
Polnische Zuckerrübenanbauer haben den von KGS angebotenen Vertragspreis von 26 € je Tonne für das Wirtschaftsjahr 2027/2028 abgelehnt. Das Unternehmen will die Vertragsfläche um bis zu 10 % reduzieren, doch die Erzeuger warnen vor einem deutlich stärkeren Rückgang.
KGS eröffnet Verhandlungen mit 26 € je Tonne
Polnische Zuckerrübenanbauer haben das erste Vertragsangebot der Krajowa Grupa Spożywcza S.A. (KGS) für die Kampagne 2027 abgelehnt. Wie farmer.pl berichtet, legte die Unternehmensleitung dem Rat der Zuckerrübenanbauerverbände am 24. August 2026 in Toruń ihre Konditionen für das Wirtschaftsjahr 2027/2028 vor.
KGS bot 26 € je Tonne für vertraglich gebundene Zuckerrüben und 40 Złoty je Tonne für Überrüben. Zudem soll die Bemessungsgrundlage für Zuschläge auf frühe und späte Lieferungen auf 26 € sinken. Gleichzeitig würde die Gebühr für die umfassende Betreuung auf 8 Złoty je Tonne Rüben steigen.
Der Anbauerrat lehnte das Paket ab. Nach seiner Einschätzung berücksichtigt der Preis die steigenden Produktionskosten nicht und liegt unter den Angeboten konkurrierender Verarbeiter in Polen. Beim ersten Treffen kam keine Einigung zustande, sodass weitere Verhandlungen erforderlich sind.
Anbauer bereiten Kostenrechnung vor
Józef Pawela, Vorsitzender des KGS-Anbauerrats und Leiter des regionalen Rübenanbauerverbands in Bydgoszcz, bezeichnete das Angebot als weit unter den Erwartungen und den Konditionen der Konkurrenz. Der Rat will für das nächste Treffen eine detaillierte Analyse der Produktionskosten vorlegen und von KGS verbesserte Bedingungen verlangen. Pawela warnte zudem, dass KGS erhebliche Schwierigkeiten bekommen könnte, die benötigte Rübenmenge unter Vertrag zu nehmen, falls das Angebot ohne Zustimmung der Anbauer umgesetzt werde.
Der Konflikt betrifft nicht nur den ausgewiesenen Vertragspreis. Eine niedrigere Berechnungsbasis für Zuschläge schmälert die Erlöse von Betrieben, die am Anfang oder Ende der Kampagne liefern. Die höhere Betreuungsgebühr erhöht zugleich die Kosten je Tonne. Zusammen bestimmen diese Punkte den tatsächlichen Vertragswert und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe gegenüber anderen Kulturen.
Flächenrückgang könnte über den Plan hinausgehen
KGS informierte die Anbauer außerdem über eine deutliche Verringerung der Zuckerrüben-Vertragsfläche für die Kampagne 2027. Das Unternehmen begründete dies mit Überproduktion und einem Einbruch des Zuckermarkts. Nach den beim Treffen vorgelegten Angaben könnte die Kürzung gegenüber dem laufenden Vertragsjahr bis zu 10 % erreichen.
Der Anbauerrat erwartet bei unveränderten Konditionen einen deutlich stärkeren Rückgang des Rübenanbaus als von KGS vorgesehen. Dadurch könnte die Rohstoffversorgung der Konzernfabriken gefährdet werden, insbesondere wenn Landwirte bessere Verträge bei anderen Abnehmern erhalten oder ihre Flächen mit anderen Kulturen bestellen.
Nach Angaben der Anbauer bieten deutsche Zuckerkonzerne in Polen günstigere Bedingungen. Dem Rat zufolge planen diese Unternehmen keine weiteren Vertragskürzungen; eines soll sein Volumen sogar wieder auf das Niveau früherer Jahre anheben. Das Konditionsgefälle könnte beeinflussen, welchen Verarbeitern die polnischen Landwirte ihre Rübenflächen zuordnen und wer für die Kampagne 2027 genügend Rohstoff sichert. In den weiteren Gesprächen müssen KGS und die Anbauer deshalb sowohl die Wirtschaftlichkeit der Betriebe als auch den Rohstoffbedarf des Unternehmens berücksichtigen.