Polnische Rinderpreise sinken weiter wegen schwacher Rindfleischnachfrage
Die polnischen Rinderpreise sind eine weitere Woche lang in allen Kategorien gefallen, obwohl das Angebot durchschnittlich bleibt und einige Landwirte Tiere zurückhalten. Farmer.pl meldete für bestimmte Kühe 20,00 Złoty netto je Kilogramm, den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr.
Preisrückgang erfasst alle Rinderkategorien
Die Preise für Schlachtrinder in Polen sind eine weitere Woche in Folge gefallen. Das Ausmaß des Rückgangs im Juli hat selbst erfahrene Marktteilnehmer überrascht. Nach Angaben von farmer.pl verbilligten sich sämtliche Kategorien, obwohl die befragten Sammelstellen kein Überangebot feststellten.
Das Angebot liegt weiterhin ungefähr auf einem durchschnittlichen Niveau. Einige Landwirte konzentrieren sich auf die Ernte und einen weiteren Grasschnitt und haben deshalb weniger Zeit für den Verkauf ihrer Tiere. Andere Betriebe halten Rinder nach dem schnellen Preisverfall bewusst zurück und hoffen auf stabilere Notierungen in den kommenden Wochen.
Das begrenzte Verkaufsangebot konnte den Rückgang nicht stoppen. Bei der Abrechnung nach Schlachtgewicht fielen einzelne Preise innerhalb einer Woche um weitere bis zu 1,00 Złoty netto je Kilogramm. Kühe der Kategorie 320+ wurden mit 20,00 Złoty netto je Kilogramm bewertet, dem niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr. Marktteilnehmer berichteten farmer.pl zudem von Geschäften unterhalb dieser Schwelle.
Verarbeiter verteilen Einkäufe auf mehrere Wochen
Einige Fleischbetriebe begrenzen die Abnahme von Rindern aus landwirtschaftlichen Betrieben und verteilen ihre Einkäufe auf die folgenden Wochen. Dies zeigt, dass die Verarbeiter trotz des nicht ungewöhnlich hohen Angebots kaum Anlass haben, intensiv um verfügbare Tiere zu konkurrieren.
Die wichtigste Ursache des Preisdrucks ist die deutlich schwächere Nachfrage nach Rindfleisch. Die Abschwächung betrifft nicht nur Tiere der Klassen O und P im EUROP-System. Auch Rindfleisch von spezialisierten Fleischrassen der Premiumklassen E, U und R wird schwächer gehandelt, obwohl sich diese Kategorien üblicherweise besser gegen eine Marktflaute behaupten.
Bei Lieferungen an Fleischbetriebe und Abrechnung nach EUROP lagen Bullen der Klasse O bei 22,00–24,00 Złoty netto je Kilogramm. Bullen der Klasse R erzielten 22,50–25,50 Złoty. Färsen der Klasse O wurden mit 23,00–23,50 Złoty bewertet, Tiere der Klasse R mit 24,00–24,50 Złoty. Für Kühe der Klasse O boten Käufer 20,00–22,00 Złoty netto je Kilogramm.
Lebendgewichtspreise zeigen große Qualitätsunterschiede
Auch bei der Abrechnung nach Lebendgewicht bestehen deutliche Unterschiede nach Rasse, Geschlecht und Zustand. Bullen von Milchrassen erzielten höchstens 14,00 Złoty netto je Kilogramm, während männliche Fleischrinder maximal 16,00 Złoty erreichten. Schlachtfärsen von Milchrassen kosteten bis zu 13,00 Złoty, Fleischfärsen ebenso wie Fleischbullen maximal 16,00 Złoty netto je Kilogramm.
Die Preise für Kühe reichten von etwa 8,00 Złoty netto je Kilogramm für Tiere in schwächerem Zustand bis zu 12,00 Złoty für die besten Tiere. Diese Spanne unterstreicht die Bedeutung der Schlachtkörperqualität, während Käufer weniger Tiere abnehmen und die Nachfrage sowohl nach Standard- als auch nach Premiumrindfleisch schwach ist.
Für Importeure, Exporteure und Fleischhändler ist der polnische Preisrückgang ein Signal, neben dem Angebot der Betriebe auch Beschaffungskosten und Einkaufspläne der Verarbeiter zu beobachten. Entscheidend wird sein, ob Landwirte weiterhin Tiere zurückhalten und ob sich die Rindfleischnachfrage so weit erholt, dass die Betriebe ihre Einkäufe nicht mehr verschieben. Bis zu einem solchen Signal bleiben die Notierungen im gesamten Markt unter Druck.