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Polens Absatz von alkoholischem Bier fällt um 11,9%, Wachstum bei 0,0% reicht nicht aus

Der Absatz der Produktion von alkoholischem Bier in Polen sank im ersten Halbjahr 2026 um 11,9% gegenüber dem Vorjahr. Das Segment mit 0,0% legte um 16,2% zu, kann die Verluste im Kerngeschäft und die fortbestehenden Produktionskosten aber nicht ausgleichen.

Polens Absatz von alkoholischem Bier fällt um 11,9%, Wachstum bei 0,0% reicht nicht aus

Achtes Jahr mit schrumpfendem Markt

Der polnische Markt für alkoholisches Bier hat sich im ersten Halbjahr 2026 weiter abgeschwächt. Der Absatz der Produktion lag nach Daten des polnischen Statistikamtes, die Forsal und Do Rzeczy anführen, um 11,9% unter dem Vorjahreswert. Bereits 2025 schrumpfte das Volumen des gesamten Biermarktes laut WNP um 5,5%. Damit befindet sich der Markt im achten Rückgangsjahr in Folge: Von 2018 bis 2025 gingen mehr als 7,5 Millionen Hektoliter verloren. Das entspricht der Jahresproduktion von drei mittelgroßen Brauereien.

Veränderte Konsumgewohnheiten und höhere Preise belasten die Nachfrage gleichzeitig. Bartłomiej Morzycki, Generaldirektor des Arbeitgeberverbandes Browary Polskie, verweist auf die weltweiten Trends NoLo und Better for You, die das Verhalten polnischer Verbraucher zunehmend prägen. Bier reagiert stark auf Preisänderungen; sein Einzelhandelspreis stieg in den vergangenen Jahren um mehr als 40%. Laut einer von Forsal zitierten CBOS-Umfrage trinken 73% der erwachsenen Polen Alkohol, der niedrigste Anteil in der fast 30-jährigen Geschichte der Erhebung. 23% bezeichnen sich als abstinent. Bier nannten 30% der Befragten als bevorzugtes alkoholisches Getränk, 9 Prozentpunkte weniger als 2019.

0,0%-Bier wächst von kleinerer Basis

Der Absatz der Produktion von Bier mit 0,0% stieg im ersten Halbjahr 2026 um 16,2% und allein im Juni um 30,1% gegenüber dem Vorjahr. Seit fast einem Jahrzehnt bauen die Brauereien die Kategorie aus, unter anderem mit zucker- oder kalorienfreien Varianten sowie Produkten mit Vitaminen oder Elektrolyten. Mehr als die Hälfte der Alkoholkonsumenten trinkt laut den von Do Rzeczy angeführten CBOS-Ergebnissen auch alkoholfreies Bier. Nach Angaben von WNP reicht das Wachstum bei alkoholfreien und aromatisierten Sorten jedoch weiterhin nicht aus, um den allgemeinen Volumenrückgang auszugleichen.

Die Aussichten des Segments hängen zudem von der Regulierung ab. In Polen werden mehrere Vorhaben zum Alkoholmarkt beraten, darunter Änderungen am Gesetz zur Förderung der Nüchternheit, eine mögliche Abkehr vom geltenden Verbrauchsteuerplan, eine Ausweitung der Zuckerabgabe und eine höhere Mehrwertsteuer auf alkoholfreies Bier. Browary Polskie warnt, dass die Maßnahmen zusammen die Wettbewerbsfähigkeit von Bier schwächen und die Entwicklung alkoholer­setzender Produkte bremsen könnten. Die Branche sichert 85.000 Arbeitsplätze und steht für rund 0,56% des polnischen Bruttoinlandsprodukts. Sie verbraucht jährlich etwa 400.000 Tonnen Gerstenmalz, 75.000 Tonnen anderes Getreide, mehr als 130 Tonnen Hopfen-Alphasäuren und rund 30.000 Tonnen Äpfel für aromatisiertes Bier. Sinkende Produktion trifft daher auch Landwirte, Verpackungshersteller, Logistiker, Handel und Gastronomie.

Brauereien senken Energiekosten

Mit geringeren Mengen verschwinden die Fixkosten für Produktionslinien und Logistik nicht. Strom wird beim Brauen, Erhitzen von Wasser, Pasteurisieren, Mischen, Reinigen, Kühlen und Erzeugen von Druckluft benötigt. Die dafür eingesetzten Motoren verbrauchen laut WNP je Stunde von einigen bis zu mehr als 100 kWh. In einer ABB-Umfrage unter polnischen Industrieunternehmen betrachteten 68% steigende Energiepreise als Rentabilitätsrisiko. 23% meldeten eine deutliche Belastung ihrer Marge, während 20% darin eine erhebliche Gefahr für das Geschäftsergebnis sahen.

ABB setzt Effizienzprojekte in Brauereien von Grupa Żywiec, Carlsberg, Van Pur und Kompania Piwowarska um oder verhandelt darüber. Browar Warka investierte im vergangenen Jahrzehnt fast 150 Millionen Złoty in Automatisierung und ressourcensparende Systeme; mittlerweile stammen 20% des Prozessdampfes aus Biogas. Carlsberg Polska modernisiert in der Kasztelan-Brauerei in Sierpc die Beleuchtung und optimiert Pumpen und Ventile. Drehzahlregelungen können den Energieverbrauch laut ABB in bestimmten Anwendungen um 20-40% senken, während sich technische Modernisierungen mitunter binnen eines Jahres amortisieren. Bei weiter fallender Nachfrage dienen solche schrittweisen Investitionen unmittelbar dem Schutz der Brauereimargen und nicht mehr nur Umweltzielen.

Vollständige Marktanalyse

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