Polen erzeugt 35 % der EU-Kürbisse, exportiert aber weniger als 5.000 Tonnen
Polen erntete 2025 insgesamt 436.000 Tonnen Kürbisse und blieb damit der größte Erzeuger der Europäischen Union. Nur 4.800 Tonnen gingen in den Export, sodass Binnenverbrauch und Verarbeitung fast die gesamte Produktion aufnehmen.
Polen behauptet seinen deutlichen Vorsprung in der EU
Polen erntete 2025 insgesamt 436.000 Tonnen Kürbisse. Das entsprach 35 % der gesamten Produktion in der Europäischen Union und sicherte dem Land erneut die Spitzenposition, die es seit 2020 hält. Nach Angaben des polnischen Nationalen Zentrums für Agrarförderung KOWR folgte Frankreich mit 250.000 Tonnen und einem Anteil von 20 %. Spanien erzeugte 171.000 Tonnen beziehungsweise 14 %, Deutschland 122.000 Tonnen beziehungsweise 10 % und Portugal 85.000 Tonnen beziehungsweise 7 %.
Zusammen stellten die fünf größten Erzeugerländer 86 % der EU-Ernte. Die gesamte Kürbisproduktion der Union erreichte 2025 rund 1,2 Millionen Tonnen und lag damit 6 % über dem Vorjahresniveau. Laut KOWR steigt die europäische Ernte seit 2019 kontinuierlich. Polens Expansion findet somit in einem wachsenden regionalen Markt statt und ist keine isolierte Entwicklung.
Mehr Anbaufläche ermöglicht eine Verneunfachung der Ernte
Grundlage des polnischen Aufstiegs war vor allem die schnelle Ausdehnung der Anbaufläche. Nach Eurostat-Daten, die KOWR und Rzeczpospolita anführen, wuchs die polnische Kürbisfläche zwischen 2015 und 2025 um mehr als das Achtfache: von 1.300 auf 10.500 Hektar. Die Produktion nahm noch stärker zu. Sie stieg von 47.000 Tonnen im Jahr 2015 auf 436.000 Tonnen im Jahr 2025 und damit binnen eines Jahrzehnts auf mehr als das Neunfache.
Aus den veröffentlichten Flächen- und Produktionsdaten ergibt sich für 2025 ein durchschnittlicher Ertrag von etwa 41,5 Tonnen je Hektar. Polnische Betriebe bauen Kürbisse sowohl für den Verzehr als auch für Dekorationszwecke an. Gartenkürbis und Riesenkürbis dominieren die heimische Erzeugung. Im nationalen Sortenregister waren 2026 insgesamt 36 Sorten eingetragen. Neben dem Frischwarenhandel schaffen die Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie Absatzmöglichkeiten für Erzeuger und Verarbeiter.
Der Export nimmt nur einen kleinen Teil der Ernte auf
Trotz seiner führenden Produktionsposition verkauft Polen nur geringe Mengen ins Ausland. 2025 exportierte das Land 4.800 Tonnen und blieb damit innerhalb der in den vergangenen Jahren beobachteten Spanne von jährlich 3.000 bis 5.000 Tonnen. Dies entsprach lediglich etwa 1,1 % der heimischen Ernte. Italien nahm 22 % der Ausfuhren ab, Deutschland 21 %, die Slowakei 17 % und Tschechien 13 %. Auf alle übrigen Ziele entfielen zusammen 27 %.
Rzeczpospolita zufolge erreichten die Exporterlöse 2025 knapp 3,2 Millionen €, nach mehr als 4 Millionen € im Jahr 2024. Zugleich importierte Polen 2.900 Tonnen im Wert von fast 3,6 Millionen €. Im Vorjahr waren es 3.000 Tonnen für knapp 3,3 Millionen €. Die wichtigsten Lieferländer waren Deutschland, die Niederlande und Spanien. Mengenmäßig übertrafen die Ausfuhren die Einfuhren dennoch um 1.900 Tonnen.
Der große Abstand zwischen Erzeugung und grenzüberschreitendem Absatz zeigt, dass die polnische Kürbisbranche fast vollständig auf den Binnenmarkt ausgerichtet ist. Ein weiterer Flächenzuwachs hängt daher von einer anhaltenden polnischen Nachfrage, zusätzlichen Verarbeitungskapazitäten oder größeren Exportkanälen ab. Benachbarte EU-Märkte bestimmen bereits die Abnehmerstruktur, doch die Mengen reichen nicht aus, um den seit 2015 um 389.000 Tonnen gewachsenen Ernteumfang wesentlich auszugleichen.