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Milchanlieferungen im Piemont steigen um 5,82 %, Erzeugerpreise bleiben unter Vorjahr

Im Piemont wurden in den ersten sieben Monaten 2026 insgesamt 791.782 Tonnen Kuhmilch angeliefert, 5,82 % mehr als im Vorjahr. Die Preise erholten sich vom Frühjahrstief, doch der Erzeugerpreisindex lag im August noch 21,1 % unter dem Vorjahreswert.

Milchanlieferungen im Piemont steigen um 5,82 %, Erzeugerpreise bleiben unter Vorjahr

Das regionale Wachstum übertrifft den Italien-Trend

Die Kuhmilchanlieferungen im Piemont erreichten in den ersten sieben Monaten 2026 insgesamt 791.782 Tonnen. Das waren 5,82 % mehr als im gleichen Zeitraum 2025, berichtet L’Unione Monregalese. Damit übertraf die Region die nationale Entwicklung: Laut ISMEA stieg die italienische Milchproduktion in den ersten vier Monaten des Jahres um 3,5 %.

Die Zahlen zeigen, dass die piemontesischen Milchviehbetriebe ihre Produktion trotz des schwierigen Preisumfelds halten und ausbauen. Größere Mengen können die Auslastung der regionalen Verarbeitungskapazitäten verbessern, führen aber nicht automatisch zu höheren Betriebseinkommen. Entscheidend ist, ob Molkereien und der Markt die zusätzliche Milch zu kostendeckenden Preisen aufnehmen können.

Spotpreis erholt sich vom Frühjahrstief

Der in Mailand notierte italienische Spotmilchpreis fiel im März auf 21,60 € je 100 Liter und erholte sich bis September auf rund 47 € je 100 Liter. Trotz dieses Anstiegs blieb die Notierung unter dem Stand des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Auch der ISMEA-Erzeugerpreisindex für Kuhmilch lag im August noch 21,1 % unter dem Vorjahreswert.

Der Abstand zwischen dem Märztief und der Septembernotierung weist auf eine deutliche Markterholung hin. Für die Betriebe bleibt jedoch entscheidend, welcher Preis tatsächlich bei ihnen ankommt. Spotpreise bilden Geschäfte außerhalb längerfristiger Liefervereinbarungen ab und entsprechen nicht zwingend den vertraglichen Erlösen einzelner Erzeuger.

Enrico Allasia, Präsident von Confagricoltura Piemonte, bezeichnete die Erholung der Notierungen als positives Signal. Es müsse aber geprüft werden, wie viel davon tatsächlich die Betriebe erreiche. Die Erzeuger steigerten ihre Produktion und trügen zugleich erhebliche Kosten für Futtermittel, Energie, Kraftstoff, Arbeit und Investitionen. Maßgeblich sei daher das Verhältnis zwischen dem ausgezahlten Milchpreis und den entstandenen Kosten.

Vereinbarung legt Preispfad für Norditalien fest

Eine im Juni im italienischen Ministerium für Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Forsten erzielte Vereinbarung legte innerhalb der Referenzmengen einen Basispfad für Norditalien fest. Für Juli und August wurden 0,48 € je Liter vereinbart, für November und Dezember 0,50 € je Liter.

Die Preisstaffel gibt den Betrieben für die zweite Jahreshälfte eine klarere Orientierung. Ihre Wirkung auf die Marge hängt jedoch von der Vertragsabdeckung, den berücksichtigten Mengen und den Betriebskosten ab. Der regionale Zuwachs von 5,82 % erhöht zudem den Abstimmungsbedarf zwischen Erzeugern und Verarbeitern. Wächst das Angebot schneller als Nachfrage oder Verarbeitungskapazität, kann die zusätzliche Menge die Verhandlungsposition der Betriebe schwächen.

Nach Allasias Einschätzung kann das Produktionswachstum nur dann zum Vorteil werden, wenn die Milchkette die Mengen aufnehmen und höherwertig vermarkten kann. Für die piemontesischen Erzeuger und Verarbeiter geht es daher nicht allein um die Menge, sondern um das Gleichgewicht zwischen Produktion, Verarbeitung und Endnachfrage. Eine angemessene Vergütung entscheidet darüber, ob die Betriebe weiter investieren und zugleich das höhere Angebotsniveau halten können.

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