Philippinische Kokosverarbeiter zielen auf wachsende Nachfrage in China
Chinas Nachfrage eröffnet philippinischen Anbietern von Kokoswasser und Kokosmilch neue Chancen, besonders in der Region Davao. Hohe Zertifizierungs- und Transportkosten sowie Mindestmengen für Verschiffungen begrenzen jedoch weiterhin den Direktexport kleiner Verarbeiter.
Chinas Markt eröffnet Kokosprodukten neue Chancen
Philippinische Handelsvertreter sehen in China wachsende Absatzmöglichkeiten für Kokoswasser und Kokosmilch. Kokoswasser wird als funktionales Getränk positioniert, Kokosmilch als pflanzliche Alternative zu Molkereiprodukten. Maria Victoria Placer, Provinzdirektorin des Handels- und Industrieministeriums in Davao del Sur und Koordinatorin des Coconut Farmers and Industry Development Plan, forderte die Region Davao auf, diese Nachfrage zu nutzen.
Nach Angaben der Mindanao Times erzielte DTI XI positive Ergebnisse, als die Behörde im vergangenen Jahr Kokosprodukte in Shanghai präsentierte. Placer verwies auf eine Aussage des philippinischen Konsulats auf der Handelsmesse in Shanghai, wonach 80 % der chinesischen Bevölkerung laktoseintolerant seien. Das stärkt das Marktpotenzial von Kokosmilch als Alternative zu Kuhmilch. Zudem werde Kokoswasser von Sportlern als Elektrolytquelle genutzt.
Die Größe des potenziellen Marktes veranlasst das Ministerium, nach Verarbeitern zu suchen, die China und weitere asiatische Länder beliefern können. Für Davao ist diese Chance besonders relevant: Die Region ist weiterhin das wichtigste Kokosanbaugebiet der Philippinen und Standort großer Verarbeiter.
Nach Angaben des Ministeriums hat sich der Marktzugang philippinischer Kokosprodukte auch in Korea, Russland, Europa und Ländern des Nahen Ostens erweitert. Die Behörde unterstützt 200 Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen bei der Zertifizierung für den Halal-Markt in ASEAN-Ländern. Gemeinsam mit dem Design Center of the Philippines arbeitet sie zudem an exportorientierter Produktentwicklung.
Messen sollen Anbieter und Käufer zusammenbringen
Die Philippinen sollen beim 23. China-ASEAN Expo in Nanning als Ehrenland auftreten. Das Ministerium strebt für die Veranstaltung vom 17. bis 21. September 2026 die Teilnahme von 100 KMU-Ausstellern aus den Bereichen Lebensmittel und Wellness, Technologie sowie Tourismus an. Cebu wurde als philippinische „City of Charm“ ausgewählt und soll seine Wirtschaft, Kultur und Rolle als Handels- und Investitionszentrum präsentieren.
Zuvor findet vom 10. bis 13. September im Ayala Malls Abreeza in Davao City erstmals die Coconut Philippines Mindanao 2026 Trade Fair statt. Die viertägige Messe wird im Rahmen des Coconut Farmers and Industry Development Plan gemeinsam mit der Mindanao Trade Expo Foundation Inc. organisiert.
Die Veranstalter wollen mehr als 100 Bauernorganisationen, Genossenschaften und KMU aus ganz Mindanao mit institutionellen Käufern zusammenbringen. Ziel sind insgesamt ₱30 Millionen an Barverkäufen, gebuchten und ausgehandelten Geschäften. Kleinere Anbieter können so die Nachfrage testen und Geschäftsbeziehungen aufbauen, ohne sofort einen eigenen Exportkanal einrichten zu müssen.
Das Ministerium ermutigt die Produzenten außerdem, ihr Angebot über Lebensmittel hinaus zu erweitern. Das vom Design Center of the Philippines unterstützte Produktprogramm soll Kunsthandwerk und weitere Kokoserzeugnisse entwickeln, die nicht nur die Nuss selbst nutzen.
Auflagen und Logistik bremsen kleine Exporteure
Hohe Nachfrage schafft nicht automatisch direkte Exportfähigkeit. Kleine Kokosverarbeiter in Mindanao tragen hohe Kosten für die Einhaltung von Vorschriften und den Transport. Hinzu kommen Lücken bei den Straßen zwischen Farmen und Märkten sowie strenge Vorgaben für Containermengen. Direktexporte bleiben deshalb weitgehend mittleren und großen Unternehmen mit einer Kapitalausstattung von mehr als ₱100 Millionen vorbehalten.
Die regulatorischen Kosten sind deutlich gestiegen. Laut Placer erhöhten sich die Gebühren für eine Betriebslizenz und ein Produktregistrierungszertifikat von ₱15.000 auf rund ₱75.000 je Produkt. Bei kleinen Verarbeitern mit mehreren Produktlinien kann die Zertifizierung dadurch Kapital binden, das sonst für Anlagen, Verpackungen oder Vorräte verfügbar wäre.
Als praktische Lösung fördert das Ministerium die Bündelung von Lieferungen. Kleine Produzenten in Kokoszentren wie Davao del Sur und Davao Oriental sollen ihre Waren zusammenführen, um Abnahmequoten und Containeranforderungen zu erfüllen. Das Modell verlangt einheitliche Spezifikationen, Zertifizierungen und Lieferleistungen, könnte kleinen Verarbeitern aus Mindanao aber den Zugang zu Märkten ermöglichen, die bisher vor allem finanzstärkere Unternehmen bedienen.