Philippinen peilen 150 Millionen kg Durian an, 90 Prozent der Ausfuhren gehen nach China
Auf den Philippinen stehen rund 15.000 Hektar unter Durian, für die Saison 2026-2027 werden etwa 150 Millionen kg erwartet, davon 40 bis 50 Prozent in Exportqualität. China nimmt rund 90 Prozent der philippinischen Durian-Exporte ab, stellt aber weniger als 1 Prozent Marktanteil in Chinas Importen.
Die Philippinen bauen ihre Durian-Branche aus, um die Erzeugung zu steigern und Absatzmärkte außerhalb Chinas zu erschließen, berichtet das vietnamesische Wirtschaftsmedium cafebiz.vn. Rund 15.000 Hektar sind mit Durian bepflanzt, für die Saison 2026-2027 werden etwa 150 Millionen kg erwartet. Das Medium ordnet den Ausbau als neuen Wettbewerber für vietnamesische Durian in Südostasien ein.
Erntziel und ein dominierender Markt
Candelario Banton Miculob, Präsident des philippinischen Durian-Exporteursverbands, beziffert das Exportpotenzial auf etwa 40 bis 50 Prozent dieser Menge, also rund 60 bis 75 Millionen kg der erwarteten Ernte. Der Rest bleibt im Inlandsmarkt.
China ist mit Abstand der wichtigste Abnehmer und nimmt rund 90 Prozent der philippinischen Durian-Exporte auf. Zugleich kommt philippinische Ware auf weniger als 1 Prozent des gesamten chinesischen Durian-Imports. Auf den Philippinen gilt diese Lücke als Wachstumsspielraum, sie zeigt aber auch, wie schmal die Exportbasis des Landes derzeit ist.
Sortenprofil gegen Monthong und Musang King
Statt allein über die Menge zu konkurrieren, wollen philippinische Erzeuger ihre eigenen Sorten bekannt machen. Thailand hat sich mit Monthong etabliert, Malaysia baut sein Image um Musang King auf, die Philippinen setzen im Export auf Golden Puyat. Laut cafebiz.vn hat die Sorte goldgelbes Fruchtfleisch und eine weiche, feine Textur, gilt als ertragsstark und als widerstandsfähig gegen Krankheiten und veränderte Klimabedingungen.
Ein Hindernis im China-Geschäft ist das Aussehen der Frucht. Ein Teil der dortigen Käufer bevorzugt Durian mit grüner oder gelber Schale, während philippinische Ware bräunlich sein kann. Die Exporteure stellen deshalb Geschmack und Essqualität in den Vordergrund, statt auf die Optik zu setzen.
Neue Ziele nach dem Debüt auf der Asia Fruit Logistica
Neben China zielen die philippinischen Exporteure auf Singapur und Japan, außerdem prüft die Branche Kanada, Europa, den Nahen Osten und die USA. Bei der ersten Teilnahme an der Messe Asia Fruit Logistica erhielt philippinische Durian Anfragen von Unternehmen aus Deutschland, Kanada, Australien, Neuseeland, dem Nahen Osten und den USA, was Absatzwege jenseits der traditionellen Ziele eröffnet.
Zertifizierung, Rückverfolgbarkeit und Logistik auf Mindanao
Die Markterschließung wirft ein Logistikproblem auf. Der Großteil der philippinischen Durian wächst auf Mindanao, dessen Lage den Transport aus den Anbaugebieten auf internationale Märkte erschwert. Bei einer leicht verderblichen Frucht wirken Transportdauer und Konstanz direkt auf Kosten und auf die Aufbereitung vor der Übergabe an den Käufer, verlässliche Routen sind daher Voraussetzung, um einen neuen Markt zu halten.
Die zweite Hürde sind die Anforderungen an die Lieferanten:
- rund 40 Prozent der Durian-Betriebe sind zertifiziert und exportfähig;
- die übrigen 60 Prozent benötigen noch Betriebscodes, um Vorgaben zu Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit zu erfüllen;
- Kleinbauern tun sich am schwersten, da die Zertifizierungskosten abschreckend wirken können.
Der Exporteursverband unterstützt die Erzeuger bei der Zertifizierung und bewirbt das Produkt zugleich im Ausland. Die Branche muss nun zwei Aufgaben parallel lösen: das Profil ihrer Leitsorten schärfen und Mengen liefern, die stabil genug für internationale Abnehmer sind. Ob der Export wächst, hängt davon ab, ob Erzeugung, Zertifizierung, Rückverfolgbarkeit und Logistik gleichzeitig vorankommen.