Orkla verlagert Panda-Schokoladenproduktion bis 2030 von Finnland nach Estland
Orkla stellt die Schokoladenproduktion von Panda in Vaajakoski zwischen 2027 und 2030 schrittweise ein und verlagert sie zu Kalev nach Estland. Lakritz und Dragees bleiben am finnischen Standort, während Fazer und Brunberg an ihrer heimischen Produktion festhalten.
Verlagerung erfolgt schrittweise bis 2030
Orkla beendet die Schokoladenproduktion im Panda-Werk in Vaajakoski bei Jyväskylä und verlagert sie in die estnischen Kalev-Werke des Konzerns. Nach Angaben von Helsingin Sanomat soll die Umstellung zwischen 2027 und 2030 schrittweise erfolgen. Damit endet eine Ära, die 1929 mit dem Beginn der Schokoladenherstellung in Vaajakoski angefangen hatte.
Der Standort Vaajakoski bleibt in Betrieb, konzentriert sich künftig jedoch auf Lakritz und Dragees. Jutta Karppi, Geschäftsführerin von Orkla Finland, bezeichnete die Entscheidung als Teil der Weiterentwicklung des Produktionsnetzes der Süßwarensparte Orkla Snacks. Vor der Festlegung der neuen Struktur prüfte der Konzern technische, wirtschaftliche und geopolitische Faktoren. Orkla ist ein norwegischer Konzern, Panda gehört zu dessen finnischem Süßwarengeschäft.
Verhandlungen betreffen 147 Beschäftigte
Die Änderungsverhandlungen für 147 Beschäftigte sollen am 1. September beginnen. Laut Karppi führt der lange Umsetzungszeitraum dazu, dass zunächst keine unmittelbaren Personalauswirkungen entstehen. In den Verhandlungen soll die spätere Belastung für die Belegschaft möglichst begrenzt werden. Erste Produkte werden bereits vor der vollständigen Stilllegung der Schokoladenlinien nach Estland verlagert. Während der vierjährigen Übergangszeit produziert Vaajakoski weiterhin unter anderem Weihnachtsschokolade in Geschenkpackungen.
Der leitende Arbeitnehmervertreter Esa Väyrynen sagte Helsingin Sanomat, die Nachricht habe einen Teil der Belegschaft stark erschüttert. Viele Beschäftigte arbeiten seit langer Zeit in dem Werk; dazu gehören Saisonkräfte, die über mehrere Jahrzehnte regelmäßig zurückgekehrt sind. Die erfahrene Belegschaft müsse ihre Fähigkeiten und ihr Engagement nun auf die Lakritzproduktion ausrichten, sagte Väyrynen. Orkla betont außerdem, dass Geschmack und Aussehen der bekannten Panda-Produkte nach dem Umzug nach Estland unverändert bleiben sollen. Für eine eng mit Finnland verbundene Marke ist das entscheidend.
Finnische Konkurrenten produzieren weiter im Inland
Nach dem Rückzug von Panda verteilt sich die finnische Schokoladenherstellung auf weniger Unternehmen. Yle berichtet jedoch, dass Fazer und Brunberg keine Verlagerung ins Ausland planen. Fazer führt den finnischen Schokoladen- und Süßwarenmarkt an und produziert im Werk Vantaa jährlich mehr als 13 Millionen Schokoladentafeln. Zudem investiert das Unternehmen rund 400 Millionen Euro in eine neue Schokoladenfabrik in Lahti, die unter anderem das Exportwachstum unterstützen soll. Ein Teil der Fertigung bleibt nach Fertigstellung des neuen Werks in Vantaa.
Fazer-Managerin Carolina Bade sagte Yle, der Schokoladenmarkt sehe in diesem Jahr deutlich besser aus und der Konsum in Finnland habe sich spürbar erholt. Die Rentabilität hängt dennoch weiterhin von den Kosten für Kakao und andere Rohstoffe ab. Künftige Kakaopreise sind schwer vorherzusagen, weil Wetterereignisse wie El Niño die nächste Ernte beeinflussen können. Fazer hält Geschmack und Qualität für wichtigere Kaufkriterien als das Produktionsland. Brunberg produziert seit 155 Jahren in Porvoo und betrachtet seine Herkunft als finnisches Familienunternehmen als wichtigen Bestandteil der Marke. Zum Sortiment gehören laktosefreie Milchschokolade, glutenfreie Produkte, vegane Schokolade und zuckerfreie Schokolade. Brunberg erzielte 2025 einen Umsatz von 13,8 Millionen Euro und beschäftigte 71 Personen.