Fleischnachfrage in Österreich sinkt: Kilopreis bei 12,10 Euro, 39,8 Prozent über 2016
Österreichische Haushalte kauften 6,6 Prozent weniger Fleisch und Geflügel als 2016, während der durchschnittliche Kilopreis um 39,8 Prozent auf 12,10 Euro stieg. Das zeigt eine von heute.at berichtete Studie von YouGov und INTEGRAL Marktforschung. Rindfleisch kostet 17,51 Euro je Kilogramm, mehr als 26 Prozent über 2024; der Absatz von Fleischersatz legte seit 2023 um 33 Prozent zu.
Preise fast 40 Prozent über dem Niveau von 2016
Österreichs Haushalte kaufen weiterhin Fleisch, aber weniger davon. Laut heute.at, das eine neue Studie von YouGov und INTEGRAL Marktforschung zum Welt-Vegetariertag am 1. Oktober zitiert, kostet ein Kilogramm Fleisch oder Geflügel in Österreich mittlerweile im Schnitt 12,10 Euro — 39,8 Prozent mehr als 2016.
Die Käuferreichweite hat sich kaum verändert: In den vergangenen zwölf Monaten kauften 96,9 Prozent der österreichischen Haushalte Fleisch oder Geflügel, nur 1,5 Prozent weniger als im Juli 2016. Bei den Mengen sieht es anders aus. Der Absatz von Fleisch und Geflügel liegt 6,6 Prozent unter dem Wert von 2016, und wer weiterhin Fleisch kauft, greift laut Studie seltener zu und nimmt pro Einkauf im Schnitt weniger mit.
Rindfleisch trägt den stärksten Preisanstieg
Am kräftigsten fällt die Entwicklung beim Rindfleisch aus. Der durchschnittliche Kilopreis liegt bei 17,51 Euro und damit um mehr als 26 Prozent höher als 2024. Schweinefleisch wurde zuletzt als einzige Fleischart etwas günstiger — relevant für Verarbeiter, deren Sortiment stark auf Schweineteilstücke und Convenience-Linien ausgerichtet ist.
Auch innerhalb des Fleischmarktes verschieben sich die Gewichte. Hühnerfleisch kommt auf 16 Prozent des erfassten Fleischabsatzes und baute seinen Anteil trotz höherer Preise aus. Beim Schweinefleisch blieb der Absatz weitgehend stabil. Rindfleisch sowie gemischtes Rind- und Schweinefleisch verloren beim Umsatz leicht an Bedeutung — ein Hinweis darauf, dass Konsumenten innerhalb der Fleischtheke auf günstigeres Eiweiß umsteigen, statt sie zu verlassen.
Wurstwaren verlieren Haushalte und Menge
Bei verarbeitetem Fleisch zeigen beide Kennzahlen nach unten. 2016 kauften 98,1 Prozent der Haushalte Wurstwaren, 2026 sind es 94,8 Prozent. Die gekaufte Menge sank im selben Zeitraum um 8,3 Prozent — damit ist Wurst die schwächste Position im Warenkorb.
Die geäußerten Absichten weisen in dieselbe Richtung. 36 Prozent der befragten Fleischesser planen, in nächster Zeit weniger Fleisch zu essen. „Dieser Vorsatz ist in allen Lebenswelten festzustellen, wird aber insbesondere durch veränderungswillige bzw. nachhaltigkeitsorientierte Menschen geprägt. Für sie stehen Tierwohl und Klimaschutz im Vordergrund“, sagt Martin Mayr, Mitglied der INTEGRAL-Geschäftsleitung. Der Anteil der Fleischessenden sank von 93 Prozent im Jahr 2018 auf 89 Prozent, knapp die Hälfte der Bevölkerung konsumiert nach eigenen Angaben immer öfter pflanzliche Produkte.
Fleischersatz erreicht jeden dritten Haushalt
Der Markt für Fleischersatz wächst von niedriger Basis aus zweistellig. 33,5 Prozent der österreichischen Haushalte kauften in den vergangenen zwölf Monaten solche Produkte, damit greift jeder dritte Haushalt zu pflanzlichen Alternativen. Die Käuferreichweite stieg gegenüber 2023 um 7,2 Prozent, der Gesamtabsatz legte um 33 Prozent zu, die Ausgaben pro Haushalt um rund 20 Prozent.
- Durchschnittspreis Fleisch und Geflügel: 12,10 Euro je Kilogramm, 39,8 Prozent über 2016
- Rindfleisch: 17,51 Euro je Kilogramm, mehr als 26 Prozent über 2024
- Absatz Fleisch und Geflügel: 6,6 Prozent unter 2016; Wurstwaren minus 8,3 Prozent
- Fleischersatz: von 33,5 Prozent der Haushalte gekauft, Absatz plus 33 Prozent seit 2023
„Unsere Daten zeigen, dass Fleisch in Österreich weiterhin fest im Einkaufsalltag verankert ist. Gleichzeitig sehen wir, dass pflanzliche Alternativen zunehmend ihren Platz im Warenkorb finden“, sagt Christina Tönniges von YouGov CP Austria. Der Fleischersatzmarkt werde längst nicht mehr nur von klassischen Veggie-Zielgruppen getragen, die Kategorie wachse in unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Mayr beschreibt dieselbe Verschiebung als zunehmenden Flexitarismus: Fleisch, das früher selbstverständlich im Menüplan stand, werde heute auf den Prüfstand gestellt.