Stiftung Warentest: Nur vier von 25 Olivenölen mit der Note gut bewertet
Die Stiftung Warentest vergab nur an vier von 25 geprüften Olivenölen das Qualitätsurteil „gut", jedes dritte Öl war von schlechter Qualität. Keines der empfohlenen Öle kostet weniger als 10 Euro pro Liter, obwohl fast alle Produkte als nativ extra verkauft werden.
Nur vier der 25 von der Stiftung Warentest geprüften Olivenöle erhielten das Qualitätsurteil „gut". Das berichtet das kroatische Wirtschaftsportal poslovni.hr unter Berufung auf Ergebnisse, die von Esquire.de und Fenix-magazin veröffentlicht wurden. Die Berliner Stiftung zählt zu den bekanntesten unabhängigen Einrichtungen für Produkt- und Dienstleistungsvergleiche, und ihre Bewertungen werden im deutschen Lebensmittelhandel genau verfolgt.
Vier Mal „gut" bei 25 Produkten
Den ersten Platz teilen sich zwei Produkte: Cillo Mono Virgin Olive Oil Extra Coratina zum Preis von 54 Euro pro Liter und das Alnatura Bio-Olivenöl nativ extra zu 13,98 Euro pro Liter. Zwei weitere Öle erreichten ebenfalls die Note „gut".
- Cillo Mono Virgin Olive Oil Extra Coratina — 54 Euro pro Liter, geteilter erster Platz
- Alnatura Bio-Olivenöl nativ extra — 13,98 Euro pro Liter, geteilter erster Platz
- Mitos Greek Bio-Olivenöl nativ extra — Note gut
- Bertolli Originale Extra Virgin Olive Oil — Note gut
Laut Stiftung Warentest wiesen alle vier Produkte die positiven Eigenschaften auf, die von Olivenöl erwartet werden, dazu ein ausgewogenes Aroma und einen ausgewogenen Geschmack. Der Rest des Testfelds blieb dahinter zurück: Jedes dritte Öl im Test war von schlechter Qualität, viele weitere Proben kamen über ein mittelmäßiges Urteil nicht hinaus.
Der Preis zieht die Trennlinie
Keines der empfohlenen Öle kostet weniger als 10 Euro pro Liter. Günstige Produkte schnitten dagegen überwiegend schwächer ab. Dieser Zusammenhang zwischen Regalpreis und gemessener Qualität ist das deutlichste kommerzielle Signal des Tests: Er trennt die empfohlene Gruppe von der Einstiegspreislage, die die Regale der Discounter füllt.
Der Abstand zwischen den beiden Erstplatzierten ist die aufschlussreichste Zahl der Analyse: 13,98 Euro gegenüber 54 Euro pro Liter bei identischem Urteil. Spitzenbewertungen sind also deutlich unterhalb des Premium-Extrems erreichbar, aber nicht in den niedrigsten Preislagen. Für Abfüller und Einkäufer von Eigenmarken definiert das ein schmales Band, in dem sich Qualität und Menge noch vereinbaren lassen.
Die Auslobung nativ extra unter Druck
Der heikelste Befund betrifft die Kennzeichnung. Fast alle getesteten Öle werden als nativ extra verkauft, also als höchste Güteklasse. Nach deutschen Vorschriften dürfte diese Bezeichnung nur Öle ohne Fehler mit einwandfreiem Geruch und Geschmack umfassen.
Da jede dritte Probe als schlecht und nur vier als gut bewertet wurden, verweist der Test auf einen Abstand zwischen dem, was die Klasse rechtlich bedeutet, und dem, was beim Verbraucher ankommt. Für Verarbeiter, Abfüller und Händler ist das Risiko sowohl kommerzieller als auch regulatorischer Natur: Ein Öl, das die sensorische Prüfung nicht besteht, darf die wertvollste Auslobung der Kategorie nicht führen — und genau diese Auslobung trägt den Preisaufschlag.
Wo kroatische Erzeuger ansetzen können
poslovni.hr wertet das Ergebnis als Chance für kroatische Olivenbauern. Die Argumentation stützt sich auf die im Test sichtbare Preisschwelle: Empfehlungen beginnen oberhalb von 10 Euro pro Liter, also in der Spanne, in der mengenmäßig kleine Mittelmeer-Erzeuger üblicherweise verkaufen — und weit entfernt von der Discountlage, in der sich die Misserfolge häufen.
Ob daraus Regalfläche wird, hängt davon ab, ob Einkäufer die Qualität vor der Listung prüfen und nicht erst danach. Zwei der vier empfohlenen Produkte werden als Bio-Ware vermarktet; Zertifizierung und sensorische Prüfung entwickeln sich damit zu den praktischen Filtern für den Zugang zum deutschen Handel. Erzeuger, die beides von Ernte zu Ernte belegen können, besetzen den Platz, den schwache Anbieter räumen.