Nigeria will die jährliche Milchproduktion bis 2030 auf 1,4 Millionen Tonnen steigern
Nigeria will seine heimische Milchproduktion bis 2030 auf jährlich 1,4 Millionen Tonnen verdoppeln und die Verarbeitung ausbauen. Produzenten untersuchen Kenias Milchwirtschaft, während angekündigte Projekte im Wert von fast 750 Millionen $ auf zunehmende Privatinvestitionen hinweisen.
Nigeria sucht in Kenia nach Milchindustrie-Know-how
Nigeria will die heimische Milchproduktion bis 2030 auf jährlich 1,4 Millionen Tonnen verdoppeln. Neue Privatinvestitionen sollen dabei mit Erkenntnissen aus Kenias weiter entwickelter Milchwirtschaft verbunden werden. Nach Angaben von Leadership hat eine Delegation der Commercial Dairy Ranchers Association of Nigeria, kurz CODARAN, eine einwöchige Vergleichsreise in das ostafrikanische Land begonnen.
Die Bundesregierung gab das Produktionsziel im Juni 2025 bekannt. Der geplante Fahrplan soll Regierungen der Bundesstaaten, Privatunternehmen, technische Partner und Viehhaltergemeinschaften zusammenbringen, um Produktion und Verarbeitung auszubauen. Der Besuch in Kenia ergänzt die geplanten Kapitalinvestitionen um Erfahrungen mit Betriebsführung, Regulierung und Marktentwicklung.
Angekündigte Investitionen nähern sich 750 Millionen $
Seit der Festlegung des Ziels wurden mehrere Großprojekte angekündigt. Pure Dairy Herds stellte im Juni 2026 den Bau eines Milchviehbetriebs für 250 Millionen $ im Bundesstaat Ogun in Aussicht, nannte jedoch keine Produktionskapazität. Bereits im Juni 2025 hatte der katarische Agrarkonzern Baladna Investitionen in Milcherzeugung und -verarbeitung in Ogun angekündigt, ohne Investitionssumme oder Kapazität zu beziffern.
Am detailliertesten ist ein Projekt im Wert von fast 500 Millionen $, für das die Nigeria Sovereign Investment Authority und der britische Vermögensverwalter Asset Green Ltd im März 2026 eine Absichtserklärung unterzeichneten. Vorgesehen sind 20.000 Hektar Futterpflanzen, ein Betrieb für 10.000 Milchkühe und ein Verarbeitungswerk mit einer Jahreskapazität von 200.000 Tonnen. Bei planmäßiger Umsetzung würde allein dieses Werk Nigerias heimische Verarbeitungsbasis deutlich vergrößern.
Kenia dient als Modell für höhere Produktivität
Nach Angaben des Kenya Dairy Board will die nigerianische Delegation die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zur Vermarktung untersuchen. Schwerpunkte sind Qualitätsstandards, Regulierung, Produktivität und Marktentwicklung. Diese Bereiche entscheiden darüber, ob Investitionen in Kühe, Futter und Fabriken den Verarbeitern eine stetige Versorgung mit Milch in der benötigten Qualität sichern.
Kenia ist der größte Milcherzeuger Afrikas südlich der Sahara. Daten des Kenya National Bureau of Statistics, die von Ecofin Agency zitiert wurden, weisen für 2025 eine Rekordproduktion von 5,5 Millionen Tonnen Frischmilch aus. Das waren 3,5 % mehr als im Vorjahr. Die verarbeitete Menge stieg um 13,4 % auf 701.500 Tonnen. Damit wuchs die Verarbeitung deutlich schneller als die gesamte Frischmilchproduktion.
Die Statistikbehörde nannte keine Gründe für den Zuwachs. Kenia setzt jedoch seit 2023 über das Kenya Dairy Board einen auf zehn Jahre angelegten Nachhaltigkeitsfahrplan für die Milchwirtschaft um, der den Zugang der Landwirte zu Tierfutter und tierärztlichen Leistungen verbessern soll. Das Land will außerdem die durchschnittliche tägliche Frischmilchleistung je Kuh auf knapp 14 Liter verdoppeln. Nigeria muss diese Ansätze an die eigenen Produktionsbedingungen anpassen und dafür sorgen, dass angekündigte Farmen, Futterflächen und Werke verlässliche kommerzielle Lieferungen hervorbringen. Fortschritte auf dem Weg zu 1,4 Millionen Tonnen könnten lokalen Verarbeitern mehr Rohmilch verschaffen und die Abhängigkeit von importierten Milchrohstoffen verringern. Die Quelle beziffert allerdings weder die heutigen Importe noch den erwarteten Rückgang.
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