Niğde erwartet 2026 eine Apfelernte von rund 600.000 Tonnen
Die türkische Provinz Niğde rechnet 2026 mit rund 600.000 Tonnen Äpfeln; die Ernte läuft von August bis Ende November. Die Erzeuger beliefern bereits 12 Auslandsziele und fordern mehr Vermarktung sowie staatliche Unterstützung für den Export.
Ernte beginnt mit der frühen Sorte Gala
In Niğde, einem der wichtigsten Apfelanbaugebiete der Türkei, hat die Ernte begonnen. Für 2026 rechnen die Erzeuger mit einer Produktion von rund 600.000 Tonnen. Die Saison startete im August mit der früh reifenden Sorte Gala und soll bis Ende November dauern.
Die Prognose unterstreicht Niğdes wachsende Bedeutung für die türkische Apfelwirtschaft. Atilla Kaplan, Präsident des Verbands der Apfelerzeuger von Niğde, erklärte gegenüber Son Dakika, die Provinz stehe bei der Zahl der Apfelbäume landesweit an erster Stelle und bei der Produktion hinter Isparta an zweiter. Sobald neu angelegte Plantagen ihren vollen Ertrag erreichen, könnte Niğde seiner Einschätzung nach auch zum größten Apfelproduzenten der Türkei werden.
Erzeuger wollen weitere Exportmärkte erschließen
Nach Angaben Kaplans werden Äpfel aus Niğde derzeit an 12 Auslandsziele geliefert. Er nannte Kuwait, Libyen, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Dubai, Russland, Irak, Syrien, Turkmenistan, Indonesien, Malaysia und Indien. Dubai gehört zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, wurde in der von Son Dakika veröffentlichten Aufzählung jedoch separat genannt.
Kaplan zufolge erzielen Äpfel ab Plantage bis zu 30 türkische Lira je Kilogramm und erfüllen die Qualitäts- und Produktspezifikationen ausländischer Käufer. Die Erzeuger fordern eine stärkere Vermarktung und zusätzliche staatliche Unterstützung, da wachsende Exporte sowohl ihnen als auch der türkischen Wirtschaft zugutekämen. Das bestehende Absatznetz reicht vom Golfraum über Nordafrika und Eurasien bis nach Süd- und Südostasien. Angaben zu Exportmengen oder -erlösen enthält die Quelle jedoch nicht.
Wetter belastet Aussichten für rote Sorten
Die Gesamtprognose bedeutet nicht, dass alle Plantagen und Sorten gleich abschneiden. Laut Kaplan haben hohe Temperaturen im vergangenen Jahr, zu geringe Niederschläge im Herbst und Wind die Ertragsaussichten für rote Äpfel in einigen Anlagen beeinträchtigt. In Niğde, Isparta und Karaman gebe es erhebliche Schwankungen bei den erwarteten Erträgen roter Sorten.
Diese Unterschiede können den Produktmix für Verarbeiter, inländische Großhändler und Exporteure verändern. Eine Ernte von rund 600.000 Tonnen erfordert zudem erhebliche Kapazitäten für Pflücken, Sortierung, Lagerung und Vermarktung. Für Exporteure zählt nicht allein die Gesamtmenge, sondern auch der Anteil der Früchte, der die Vorgaben einzelner Märkte bei Größe, Aussehen und Qualität erfüllt. Die wachsende Plantagenbasis schafft Spielraum für eine künftig höhere Produktion. Kurzfristig müssen die Erzeuger die Ernte 2026 bis zum Saisonende im November in dauerhafte Verkäufe umsetzen.