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Niedrigere Ernten und Vorräte stützen den Ausblick für Weizen und Mais

Credit Agricole erwartet bis 2027 steigende Weizen- und Maispreise in Polen, weil die weltweite Getreideproduktion hinter dem Verbrauch zurückbleibt. Laut der von Tygodnik Rolniczy zitierten USDA-Prognose sinken die Bestände 2026/2027 um 5,2%.

Niedrigere Ernten und Vorräte stützen den Ausblick für Weizen und Mais

Die globale Getreidebilanz wird enger

Sinkende Ernten und Vorräte könnten Weizen und Mais in den kommenden Quartalen verteuern. Tygodnik Rolniczy zufolge erwartet Credit Agricole, dass geringere Reserven die Preise empfindlicher für Ernteprognosen, Handelsentwicklungen und Störungen in wichtigen Produktionsregionen machen.

Eine USDA-Prognose vom 11. September beziffert die weltweite Getreideproduktion 2026/2027 auf 2.410,3 Millionen Tonnen. Das wären 2,5% weniger als in der Vorsaison. Die Weizenerzeugung soll um 2,6% und die Maisproduktion um 3% sinken. Bei Gerste wird dagegen ein Anstieg um 4,2% erwartet.

Dem steht ein Verbrauch von 2.442,1 Millionen Tonnen gegenüber, der die Produktion um 31,8 Millionen Tonnen übertrifft. Die Endbestände dürften dadurch von 613,1 Millionen auf 581,3 Millionen Tonnen fallen, ein Minus von 5,2%. Das Verhältnis von Vorräten zu Verbrauch soll auf 23,8% sinken. Damit schrumpft der Puffer für Ernteausfälle und Handelsstörungen.

Mehrere wichtige Anbieter produzieren weniger

Bei Weizen werden geringere Ernten unter anderem in den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, Argentinien, Australien, Kanada und Russland erwartet. Die US-Produktion soll um 12,4 Millionen Tonnen zurückgehen, die EU-Ernte um 11,3 Millionen Tonnen.

Bei Mais fällt der Rückgang größer aus. Für die Vereinigten Staaten werden 31 Millionen Tonnen weniger prognostiziert, für Argentinien 8 Millionen und für die EU 6,2 Millionen Tonnen. Weil wichtige internationale Lieferanten betroffen sind, reichen die Folgen über ihre Binnenmärkte hinaus. Bei gleichzeitigen Ausfällen in mehreren Regionen können Importeure fehlende Mengen nur schwer ohne höhere Preise oder zusätzliche Logistikrisiken ersetzen.

Polnische Preise zeigen erste Festigkeit

Tygodnik Rolniczy meldet eine leichte Belebung am polnischen Getreidemarkt. Mahlweizen kostet derzeit etwa 840–980 Zloty je Tonne, Futterweizen 800–915 Zloty je Tonne. An einer beobachteten Ankaufstelle stieg der Preis für Futterweizen innerhalb einer Woche um 100 Zloty je Tonne.

Trockener Mais wird mit rund 900–1.000 Zloty je Tonne gehandelt. Feuchtmais ist mit etwa 500–650 Zloty je Tonne günstiger. Credit Agricole erwartet Ende 2026 im Durchschnitt rund 900 Zloty je Tonne Weizen und 800 Zloty je Tonne Mais. Ende 2027 sollen es etwa 950 Zloty beziehungsweise 900 Zloty je Tonne sein.

Wetter und Geopolitik bleiben entscheidend

Schlechtere Aussichten für die US-Ernte haben die internationalen Maispreise bereits gestützt. Bei Weizen kommen Logistikprobleme im Schwarzmeerraum hinzu. Credit Agricole nennt die agrarmeteorologischen Bedingungen bei wichtigen Produzenten und Exporteuren sowie die Lage am Schwarzen Meer und im Nahen Osten als zentrale Prognoserisiken.

Knappere Vorräte stützen die Erlöse der Erzeuger, beseitigen aber nicht die Risiken niedriger lokaler Erträge und hoher Betriebsmittelkosten. Händler und Verarbeiter müssen bei negativen Erntekorrekturen mit stärkeren Preisausschlägen rechnen. Importeure sollten neben dem Ernteverlauf auch die Transportkapazitäten konkurrierender Herkunftsländer beobachten, besonders bei Lieferketten, die vom Schwarzmeerraum abhängen.

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