Niederlande liefern Anfang 2026 mehr als 67 % der polnischen Zwiebelimporte
Polen importierte von Januar bis April 2026 insgesamt 50.200 Tonnen Zwiebeln und Schalotten im Wert von 55,65 Millionen Złoty. Die Niederlande lieferten 33.980 Tonnen; zusammen mit Deutschland kamen sie auf nahezu 96 % der Importmenge.
Importe überschreiten 50.000 Tonnen
Polen importierte von Januar bis Ende April 2026 insgesamt 50.200 Tonnen Zwiebeln und Schalotten im Wert von 55,65 Millionen Złoty. Das berichtet Top Agrar unter Berufung auf Daten des polnischen Statistischen Hauptamtes. Der durchschnittliche Importpreis betrug 1,11 Złoty je Kilogramm. Die externe Versorgung konzentrierte sich weitgehend auf zwei benachbarte europäische Handelsrouten.
Größter Lieferant waren die Niederlande mit 33.980 Tonnen im Wert von 40,22 Millionen Złoty. Ihr Anteil an der gesamten polnischen Importmenge lag bei mehr als 67 %, der Durchschnittspreis bei 1,18 Złoty je Kilogramm. Deutschland belegte mit 14.000 Tonnen im Wert von 10,98 Millionen Złoty den zweiten Platz. Der Durchschnittspreis betrug dort 0,78 Złoty je Kilogramm. Zusammen stellten beide Länder nahezu 96 % der Einfuhrmenge.
Auch im April dominieren zwei Lieferländer
Allein im April erhielt Polen 13.560 Tonnen Zwiebeln und Schalotten mit einem Gesamtwert von 11,60 Millionen Złoty. Der durchschnittliche monatliche Importpreis lag bei 0,86 Złoty je Kilogramm. Die Niederlande lieferten 10.190 Tonnen im Wert von 8,43 Millionen Złoty zu durchschnittlich 0,83 Złoty je Kilogramm. Aus Deutschland kamen weitere 3.080 Tonnen für 2,41 Millionen Złoty zu 0,78 Złoty je Kilogramm.
Nordmazedonien spielte mit 152 Tonnen im Wert von 341.000 Złoty eine deutlich kleinere Rolle. Der Durchschnittspreis lag bei 2,24 Złoty je Kilogramm. Kleine Lieferungen kamen zudem aus Italien, Frankreich, Indien, Chile, Ägypten und Peru. Diese Herkünfte ergänzen den polnischen Markt, konkurrieren mengenmäßig aber nicht mit den niederländischen und deutschen Warenströmen.
Große Preisunterschiede zwischen den Herkunftsländern
Top Agrar meldete für die ersten vier Monate 2026 erhebliche Unterschiede bei den Durchschnittspreisen. Mit 0,33 Złoty je Kilogramm waren die aufgeführten Lieferungen aus Belgien am günstigsten. Es folgten die Slowakei mit 0,34 Złoty, Tschechien mit 0,47 Złoty, die Ukraine mit 0,75 Złoty und Deutschland mit 0,78 Złoty. Die Mengen waren jedoch sehr unterschiedlich: Belgien lag zwar auf Rang drei, lieferte aber nur 694 Tonnen im Wert von 226.000 Złoty.
Ware aus Südeuropa und Nordafrika war deutlich teurer. Die Durchschnittspreise betrugen 2,30 Złoty je Kilogramm für Nordmazedonien, 2,59 Złoty für das Vereinigte Königreich, 3,00 Złoty für Italien, 4,66 Złoty für Spanien und 5,21 Złoty für Ägypten. Frankreich erreichte mit 6,30 Złoty je Kilogramm den höchsten Wert unter den Lieferanten mit größerer kommerzieller Bedeutung. Symbolische Mengen aus Peru, Mexiko und Marokko waren noch teurer, beeinflussten den Gesamtmarkt wegen ihres geringen Umfangs aber kaum.
Konzentration erhöht die Abhängigkeit der Importeure
Die Zahlen zeigen, dass Preis und verfügbare Menge gemeinsam betrachtet werden müssen. Niedrige Stückpreise aus Belgien, der Slowakei oder Tschechien reichen bei den derzeitigen Volumina nicht aus, um die Hauptlieferanten zu ersetzen. Niederländische Ware war von Januar bis April durchschnittlich teurer als deutsche, erreichte aber mehr als das Doppelte der deutschen Menge und blieb die wichtigste Bezugsquelle.
Polnische Importeure profitieren damit von etablierten Beschaffungswegen für große Mengen, sind jedoch der Warenverfügbarkeit und Preisentwicklung in den Niederlanden und Deutschland ausgesetzt. Exporteure anderer Herkunftsländer bedienen kleinere oder spezialisierte Segmente, insbesondere bei Preisen deutlich über dem Marktdurchschnitt. Für eine spürbare Diversifizierung müssten sie ihre Mengen erhöhen, ohne die Preis- oder Produkteigenschaften zu verlieren, auf denen ihre derzeitige Marktposition beruht.