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Montana will mit erster offizieller Handelsmission Indiens Hülsenfrüchtemarkt erschließen

Montanas Gouverneur Greg Gianforte führt eine mehr als 30-köpfige Delegation nach Indien, um den Absatz von Erbsen, Linsen und Kichererbsen auszuweiten. Der Marktzugang bleibt von Agrarpolitik und Handelsgesprächen abhängig; zugleich stößt die Reise bei Teilen der MAGA-Bewegung auf Kritik.

Montana will mit erster offizieller Handelsmission Indiens Hülsenfrüchtemarkt erschließen

Montana sucht einen langfristigen Absatzmarkt

Montana hat seine erste offizielle Handelsmission nach Indien gestartet. Der Bundesstaat will mehr Erbsen, Linsen, Kichererbsen und andere Hülsenfrüchte an den weltweit größten Verbraucher und Importeur dieser Produkte verkaufen. Gouverneur Greg Gianforte führt eine Delegation von mehr als 30 Personen an. Die Landwirtschaft steht im Mittelpunkt eines breiteren Programms, das auch Hochschulbildung, kritische Mineralien, Fertigung, Photonik, Quantentechnologie und Biowissenschaften umfasst.

Nach Angaben von Janta Se Rishta traf Gianforte in Neu-Delhi indische Wirtschaftsvertreter und Branchenverbände. Er präsentierte Montana als verlässlichen US-Partner für Landwirtschaft, Handel und Technologie. Zudem ging es um Investitionen und eine mögliche Expansion indischer Unternehmen auf dem US-Markt. Anschließend soll die Mission nach Sri Lanka weiterreisen.

Montana ist nach Angaben der Staatsregierung der größte US-Produzent von Hülsenfrüchten. Landwirtschaftsdirektorin Jillien Streit erklärte, zusätzliche Auslandsmärkte könnten den Landwirten eine stabile und langfristige Nachfrage sichern. Indien ist wegen seiner Größe ein naheliegendes Ziel: Das Land ist zugleich der weltweit größte Produzent, Verbraucher und Importeur von Hülsenfrüchten.

Das bestehende Handelsvolumen ist noch begrenzt

Indien war 2025 Montanas 29.-größter Handelspartner. Das Land kaufte nach von Janta Se Rishta genannten Zahlen Waren im Wert von mehr als 14 Millionen $ aus Montana, darunter Erbsen, Linsen, Kichererbsen und Flugzeugteile. Die Regierung des Bundesstaates prüft nun, ob sich der Handel vervielfachen lässt. Ein konkretes Absatzziel oder ein neuer Geschäftsabschluss wurde jedoch nicht bekannt gegeben.

Indien erhöht seine Einfuhren von Hülsenfrüchten regelmäßig, wenn die heimische Nachfrage steigt oder ein schwacher Monsun das lokale Angebot begrenzt. Die Regierung erwog zuletzt auch niedrigere Einfuhrzölle auf einige Hülsenfrüchte. Das könnte die Chancen amerikanischer Anbieter verbessern. Für Montanas Landwirte würde ein breiterer Zugang einen großen zusätzlichen Absatzmarkt und mehr verlässliche Abnehmer bedeuten.

Der Marktzugang ist allerdings nicht gesichert. Kichererbsen und einige weitere Agrarerzeugnisse gelten in Indien als sensibel, weil die Regierung einheimische Bauern schützen will. Der Agrarmarktzugang gehört zudem zu den Streitpunkten in den laufenden Handelsgesprächen zwischen den USA und Indien. Die Verhandlungen über ein geplantes Abkommen befinden sich Berichten zufolge in der Schlussphase, doch bei Zöllen, Agrarprodukten und weiteren politischen Fragen bestehen weiterhin Differenzen.

Die Handelsinitiative stößt auf politischen Widerstand

Die Mission ist auch Teil einer innenpolitischen Auseinandersetzung in den USA geworden. Janta Se Rishta zufolge kritisierten einige Anhänger der MAGA-Bewegung von Präsident Donald Trump die Reise in sozialen Medien. Sie argumentieren, amerikanische Politiker sollten sich stärker auf die heimische Wirtschaft und US-Arbeitnehmer konzentrieren. Die Kritik betrifft nicht nur Hülsenfrüchte, sondern auch Gianfortes Vergangenheit in der Technologiebranche und die Zusammenarbeit in fortgeschrittenen Technologiefeldern.

Montanas Regierung hält dagegen, dass neue Auslandsmärkte amerikanischen Landwirten und Unternehmen direkt zugutekommen. Steigt die indische Nachfrage, könnten die Produzenten stabilere Kunden gewinnen und ihre Agrareinkommen erhöhen. Gianforte erklärte, Montana stelle Produkte von Weltklasse her, und bezeichnete Indien als wichtigen Partner für eine engere Zusammenarbeit bei Qualität, Innovation und Handel.

Entscheidend sind Handelspolitik und Bestellungen

Der Besuch schafft Kontakte zwischen Behörden und Unternehmen. Seine kommerzielle Wirkung hängt jedoch von der indischen Einfuhrpolitik, der Zollbehandlung und tatsächlichen Bestellungen ab. Montana verfügt über eine bedeutende Hülsenfruchtproduktion, während Indien eine enorme Nachfrage bietet, aber zugleich starke heimische Agrarinteressen schützt. Daraus ergibt sich eine Chance, jedoch keine Zugangsgarantie.

Für die Erzeuger ist die Mission daher zunächst ein Test der Nachfrage und noch kein unmittelbarer Durchbruch. Entscheidend wird sein, ob die Gespräche zu zusätzlichen Käufen von Erbsen, Linsen und Kichererbsen führen und ob die US-indischen Verhandlungen den Agrarhandel erleichtern. Bis dahin bleibt das Volumen von mehr als 14 Millionen $ im Jahr 2025 der wichtigste Vergleichswert.

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