Molkerei in Pensa erweitert Abfüllung und Lagerung mit Blick auf Exporte
Die Molkerei Pensenski hat eine Abfülllinie für 12.000 Flaschen pro Stunde und ein Lager mit fast 1.000 Palettenplätzen in Betrieb genommen. Damit soll die Verarbeitung auf bis zu 500 Tonnen Milch pro Tag steigen und später die Expansion in Auslandsmärkte möglich werden.
Neue Linie schafft 12.000 Flaschen pro Stunde
Die Molkerei Pensenski in Pensa hat im Rahmen eines von der Regionalregierung unterstützten Investitionsprogramms neue Anlagen zur Milchabfüllung und Lagerung in Betrieb genommen. Der Verarbeiter erhält damit zusätzliche Kapazitäten für pasteurisierte und ultrahocherhitzte Produkte sowie eine operative Grundlage für breitere Verkäufe in Russland und einen späteren Eintritt in Auslandsmärkte.
Die Nachrichtenagentur TASS berichtete unter Berufung auf den Pressedienst der Regionalregierung, dass die neue Linie pro Stunde 12.000 Flaschen pasteurisierte Milch abfüllen kann. Die auf Familien ausgerichtete Packung fasse bis zu 1,4 Liter; zudem könne die Anlage pasteurisierte Milch mit einer Haltbarkeit von bis zu 21 Tagen produzieren. Pravda.ru nannte hingegen PET-Flaschen mit 1 und 4 Litern. Die Angaben zum größeren Format widersprechen sich somit.
Das Werk hat außerdem mit der Herstellung von ultrahocherhitzter Milch und Sahne begonnen. Laut TASS umfasst das Sahnesortiment Fettgehalte von 10% bis 35%. Die modernisierte Technik und die neuen Verpackungen sollen auch ein breiteres Angebot an klassischen, Kinder-, Spezial- und laktosefreien Milchprodukten ermöglichen.
Lager soll höheren Durchsatz absichern
Das neue Lager ist laut Pravda.ru in drei Temperaturzonen unterteilt und bietet fast 1.000 Palettenplätze. Die zusätzliche Fläche soll sowohl die Lagerung als auch den Versand steigern und damit die logistischen Anforderungen einer schnelleren Abfüllung und eines breiteren Sortiments abdecken.
Molkom-Geschäftsführer Roman Korzhov erklärte, die neuen Einrichtungen ermöglichten höhere Lager- und Versandmengen sowie eine Verarbeitung von bis zu 500 Tonnen Rohmilch pro Tag. Der Molkom-Aufsichtsratsvorsitzende Rashid Khairov bezeichnete es als nächste Aufgabe, die geschaffenen Kapazitäten auszulasten und die Verarbeitung schrittweise auf dieses Niveau zu erhöhen, vorwiegend mit Milch aus der Region Pensa.
Für die örtlichen Lieferanten ist entscheidend, dass die technische Kapazität zwar vorhanden ist, ihre wirtschaftliche Wirkung aber von ausreichenden Rohmilchmengen und dem Absatz der zusätzlichen Produktion abhängt. Ein höherer Tagesdurchsatz könnte regionalen Betrieben einen größeren Absatzkanal bieten. Drei Temperaturzonen und länger haltbare Produkte geben dem Verarbeiter zugleich mehr Spielraum bei Beständen und Lieferplänen.
Expansion in Russland geht Exporten voraus
Molkom-Produkte werden derzeit in 45 russische Regionen geliefert, berichtete TASS. Gouverneur Oleg Melnichenko sagte, Ultrahocherhitzung und neue Verpackungen würden die Belieferung weiterer russischer Regionen erleichtern und später den Eintritt in Auslandsmärkte unterstützen. Khairov kündigte ebenfalls an, die Position in Russland zu stärken und ein wettbewerbsfähiges Sortiment für den Export aufzubauen.
Zielländer, Exportmengen und ein Zeitplan wurden nicht genannt. Kurzfristig steht daher die Auslastung im Inland im Vordergrund, nicht die Abwicklung bereits bestätigter Auslandslieferungen. Ultrahocherhitzte Produkte, erweiterte Lagermöglichkeiten und familiengerechte Verpackungen beseitigen dennoch einige Hindernisse für längere Lieferwege. Produzenten, Händler und potenzielle Geschäftspartner werden darauf achten, wie schnell sich die Verarbeitung 500 Tonnen pro Tag nähert, welcher Anteil aus Pensa stammt und ob das neue Sortiment außerhalb des bestehenden Netzes von 45 Regionen Nachfrage findet.