Zuckerrohrernte in Minas Gerais steigt auf 82,5 Millionen Tonnen – Ethanolproduktion legt 27,5 % zu
Die zweite Zuckerrohr-Erhebung der brasilianischen Behörde Conab veranschlagt die Ernte 2026/27 in Minas Gerais auf 82,5 Millionen Tonnen, 7 % mehr als im Vorjahr, getragen von 5 % höheren Erträgen und 2 % mehr Fläche. Die Zuckerproduktion des Bundesstaats bleibt mit 5,56 Millionen Tonnen praktisch unverändert, während die Ethanolproduktion um 27,5 % auf 3,4 Milliarden Liter steigt. Brasilienweit werden 705,2 Millionen Tonnen erwartet.
Die Zuckerrohrproduktion im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais wird für die Saison 2026/27 auf 82,5 Millionen Tonnen veranschlagt und liegt damit 7 % über dem vorangegangenen Zyklus. Das geht aus der zweiten Zuckerrohr-Erhebung der Companhia Nacional de Abastecimento (Conab) hervor, über die Diário do Comércio berichtet. Der Zuwachs im zweitgrößten Zuckerrohrstaat des Landes geht fast vollständig auf besseres Wetter zurück, und die Werke lenken das zusätzliche Rohmaterial in Ethanol statt in Zucker.
Höhere Erträge treiben den Zuwachs
Conab führt die größere Ernte auf einen Ertragsanstieg von 5 % und eine Flächenausweitung von 2 % zurück. Der Durchschnittsertrag im Bundesstaat dürfte 78 Tonnen Zuckerrohr je Hektar erreichen, geerntet auf 1,05 Millionen Hektar. Fabiano Vasconcellos, bei Conab für Ernteerhebung und -bewertung zuständig, erklärte, die Niederschläge im Produktionszyklus seien näher am Normalwert gelegen als in der Vorsaison. „Im gesamten Produktionszyklus waren die klimatischen Bedingungen positiv, mit normaleren Niederschlagswerten“, sagte er und ergänzte, dieses Muster zeichne sich bereits seit dem Ende der vergangenen Ernte ab; die Kampagne dürfte bis Dezember laufen.
Mário Campos, Präsident des Verbands der Bioenergie- und Zuckerindustrie in Minas Gerais (Siamig Bioenergia), verwies darauf, dass der Bundesstaat in der Vorsaison 74 Millionen Tonnen geerntet habe und das Endergebnis die Conab-Schätzung übertreffen könne. „Aus meiner Sicht kann die Ernte 83 Millionen überschreiten“, sagte er. Campos merkte an, dass das Zuckerrohr auf Flächen, die um diese Jahreszeit üblicherweise unter Trockenheit litten, noch grün stehe – eine Folge der Niederschläge im Mai, Juni und teilweise im Juli, die zudem den Wiederaustrieb der Stoppeln förderten. Die Saison beschreibt er als Erholung der Zuckerrohrerträge, die sich in der höheren Produktion niederschlägt.
Zucker stabil, Ethanol plus 27,5 %
Die Zuckerproduktion in Minas Gerais bleibt gegenüber 2025/26 nahezu unverändert und sinkt um 0,4 % beziehungsweise 25.000 Tonnen auf 5,56 Millionen Tonnen. Damit fließt praktisch das gesamte zusätzliche Zuckerrohr in Ethanol, und die Erhebung weist bei beiden Qualitäten kräftige Zuwächse aus:
- Ethanol gesamt: plus 27,5 % auf 3,4 Milliarden Liter
- Hydriertes Ethanol: plus 37,2 % auf 2,28 Milliarden Liter
- Wasserfreies Ethanol: plus 12 % auf 1,17 Milliarden Liter
Schwache Zuckerpreise bestimmten den Mix
Nach Angaben von Conab veranlasste der Rückgang der internationalen Zuckernotierungen einen Teil der Industrie, den Produktionsmix zu überprüfen: Die Zuckerherstellung wurde auf die Erfüllung bereits abgeschlossener Verträge begrenzt, während mehr Zuckerrohr in die Ethanolproduktion ging. Neben der industriellen Flexibilität verweist die Behörde auf die Liquidität des Biokraftstoffs, die während der Kampagne einen schnelleren Mittelzufluss ermöglicht – ein wichtiger Punkt für Werke, die ihr Betriebskapital bis Dezember steuern müssen.
Zuletzt hat sich der Zuckermarkt gefestigt. Laut Conab hat der von schwachen Preisen geprägte internationale Markt in den vergangenen Wochen angezogen, weil mit einem geringeren Angebot aus den Erzeugerländern gerechnet wird. Höhere Notierungen könnten die Zucker- und Bioenergiewerke veranlassen, Zuckerrohr wieder stärker in Zucker zu lenken, auch wenn der Mix für 2026/27 in Minas Gerais weitgehend feststeht.
Landesweite Ernte bei 705,2 Millionen Tonnen
Brasiliens gesamte Zuckerrohrproduktion wird für 2026/27 auf 705,2 Millionen Tonnen geschätzt, ein Plus von 4,7 % gegenüber 2025/26, sofern sich die Zahl bestätigt; auch hier verweist Conab auf günstigeres Wetter als im Vorzyklus. Minas Gerais steuert davon 82,5 Millionen Tonnen bei und liegt unter den Erzeugerstaaten hinter São Paulo an zweiter Stelle. Da die Ernte bis Dezember laufen dürfte und Siamig Bioenergia mehr als 83 Millionen Tonnen für möglich hält, hängt die Abwägung zwischen Zucker und Ethanol in den Schlussmonaten davon ab, wie weit sich die internationalen Zuckerpreise von ihren jüngsten Tiefständen erholen.
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