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Milchproduktion in der Toskana sinkt wegen Hitze und niedrigerer Erzeugerpreise um 15 %

In der Maremma und anderen Teilen der Toskana ist die Milchproduktion wegen anhaltender Hitze um etwa 15 % gesunken, berichtet La Nazione. Der Erzeugerpreis fiel von rund 0,60 € auf 0,49 € je Liter, während Energie-, Futter- und Betriebskosten hoch bleiben.

Milchproduktion in der Toskana sinkt wegen Hitze und niedrigerer Erzeugerpreise um 15 %

Hitze senkt die Milchleistung in der Toskana

In der Maremma und anderen Teilen der Toskana ist die Milchproduktion um etwa 15 % gesunken, weil anhaltend hohe Temperaturen den Hitzestress bei Milchkühen verstärken, berichtet La Nazione. Der Rückgang verschärft den Druck auf eine regionale Milchwirtschaft, die bereits mit niedrigeren Erzeugerpreisen, hohen Betriebskosten und einer langfristig rückläufigen Produktion kämpft.

Kühe, die mehrere Tage in Folge hohen Temperaturen ausgesetzt sind, fressen weniger und geben weniger Milch. Die Betriebe haben in Zwangsbelüftung und Wasservernebelung zur Kühlung der Ställe investiert. Laut Fabrizio Tistarelli, Direktor des Verbands der Milcherzeuger von Grosseto, können diese Maßnahmen jedoch wochenlange Extremhitze nicht vollständig ausgleichen. Der Verband vertritt rund 80 Rinder- und Schafhaltungsbetriebe.

Erzeugerpreis fällt auf 0,49 € je Liter

Die wirtschaftliche Belastung geht über die Wetterfolgen hinaus. Der an die Landwirte gezahlte Preis ist von etwa 0,60 € auf 0,49 € je Liter gefallen, vereinzelt sogar auf 0,47 €. Gleichzeitig bleiben die Ausgaben für Energie, Futter und Betriebsführung hoch und steigen tendenziell weiter. Das schmälert die Margen und begrenzt die Fähigkeit der Erzeuger, Investitionen zu planen.

Luciano Nucci, Präsident von Confcooperative Agroalimentare e Pesca Toscana und der Molkereigenossenschaft Sorano, beschreibt einen Markt, in dem die Preise rasch fielen, bevor die Rekordhitze die Leistung der Tiere verringerte. Italiens eigene Milchproduktion reiche bereits nicht aus, um den nationalen Verbrauch zu decken. Weitere Produktionsverluste hätten deshalb größere Folgen für Verarbeiter und die gesamte Lieferkette.

Produktion in der Maremma sinkt seit 10 Jahren

Der aktuelle hitzebedingte Rückgang trifft auf einen langfristigen Abwärtstrend in der Maremma, dem führenden Erzeugungsgebiet für Kuhmilch in der Toskana. Das Gebiet produziert fast die Hälfte der Kuhmilch der Region. Innerhalb der vergangenen 10 Jahre sank die Jahresproduktion von mehr als 250.000 auf rund 200.000 Doppelzentner, ausgehend vom genannten Anfangswert also um mindestens 20 %.

Tistarelli führt den langfristigen Rückgang nicht nur auf das Klima zurück, sondern auch auf steigende Produktionskosten, sinkende Rentabilität und fehlenden Generationswechsel. Wegen knapper Margen, hoher Investitionen und unsicherer Aussichten übernehmen immer weniger junge Menschen die Familienbetriebe. Für Milchviehhalter verringern niedrigere Mengen und ein Erzeugerpreis von 0,49 € je Liter die verfügbaren Mittel für Kühltechnik und andere produktivitätssteigernde Maßnahmen. Für Verarbeiter könnte die Beschaffung regionaler Rohmilch schwieriger werden, da Italiens eigene Produktion den Bedarf schon heute nicht deckt.

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