Globale Matcha-Nachfrage treibt Uji-Teeumsatz auf Rekord von 12,94 Milliarden Yen
Der saisonale Umsatz am Uji-Teemarkt erreichte mit 12,94 Milliarden Yen einen Rekord nach 9,629 Milliarden Yen im Vorjahr. Das Tencha-Volumen stieg auf 595 Tonnen, während die Verlagerung zum Matcha-Rohstoff andere japanische Tees verknappte und verteuerte.
Saisonumsatz erreicht neuen Rekord
Die anhaltende weltweite Matcha-Nachfrage hat den saisonalen Umsatz am Uji-Teemarkt auf 12,94 Milliarden Yen getrieben, berichtet The Yomiuri Shimbun. Damit wurde der bisherige, ein Jahr zuvor aufgestellte Rekord von 9,629 Milliarden Yen deutlich übertroffen. Das Ergebnis unterstreicht die wachsende Bedeutung des Matcha-Rohstoffs in einer der bekanntesten Teeregionen Japans.
Die Saison begann mit der ersten Auktion am 24. April und endete mit der Schlussauktion am 31. Juli im Uji-Tee-Vertriebszentrum von JA Zen-Noh Kyoto in Joyo in der Präfektur Kyoto. Den Schwerpunkt des Handels bildete Tee aus der ersten Pflückung, der früh in der Saison geerntet und als neuer Tee vermarktet wird.
Tencha-Menge und Preise auf Höchstständen
Tencha, der beschattete Tee zur Herstellung von Matcha, dominierte den Markt. Handgepflückter und maschinell geernteter Tencha erreichten zusammen 595 Tonnen. Das war die größte Menge seit der Eröffnung des Marktes im Jahr 1974. Der Zuwachs zeigt, dass Erzeuger mehr Flächen und Erntekapazitäten auf die Kategorie ausrichten, die unmittelbar von der internationalen Matcha-Nachfrage profitiert.
Allein maschinell geernteter Tencha erzielte einen Umsatz von 10,101 Milliarden Yen. Der Durchschnittspreis stieg auf 17.250 Yen je Kilogramm und damit auf den höchsten Stand seit Beginn der verfügbaren Aufzeichnungen im Jahr 1996. Das zusätzliche Angebot stoppte den Preisanstieg nicht: Die Nachfrage nahm die Rekordmenge auf und stützte zugleich einen historisch hohen Stückpreis.
Andere Teesorten werden knapper
Die Ausweitung der Tencha-Produktion ging zulasten anderer Sorten. Die Erzeugung von Gyokuro und Sencha sowie von Kabusecha, dessen Geschmack zwischen beiden liegt, und Bancha sank. Nach Angaben von The Yomiuri Shimbun stiegen die Durchschnittspreise dieser Tees gegenüber dem Vorjahr um rund 30 Prozent bis auf mehr als das Doppelte.
Für die japanische Teewirtschaft entsteht damit ein Markt mit zwei Seiten. Matcha-Hersteller und Verarbeiter erhalten eine größere Tencha-Ernte, müssen für maschinell geerntetes Material jedoch Rekordpreise zahlen. Händler und Käufer traditioneller Blatttees treffen auf geringere Mengen und erheblich höhere Beschaffungskosten, die weitere Preisaufschläge entlang der Lieferkette auslösen könnten.
Bezahlbarkeit wird zum nächsten Engpass
Die Zahlen zeigen zudem ein Risiko für den japanischen Binnenkonsum. Naoharu Yano, 48, Vorsitzender von Kyoto Midorikai, einem Verband von Teegroßhändlern in der Präfektur Kyoto, warnte davor, dass sich Verbraucher vom Tee abwenden könnten, wenn sie ihn nicht mehr zu einem angemessenen Preis kaufen können.
Für Exporteure und internationale Käufer bestätigt die Rekordsaison, dass die globale Matcha-Nachfrage Produktionsentscheidungen in Uji verändert. Der höhere Tencha-Ausstoß hat den Angebotsengpass jedoch nicht beseitigt. Gleichzeitig überträgt die geringere Produktion von Gyokuro, Sencha, Kabusecha und Bancha den Preisdruck auf den breiteren Teemarkt. Das weitere Wachstum hängt deshalb nicht nur vom Ausbau der Matcha-Kapazitäten ab, sondern auch davon, ob die Produzenten Angebot und Bezahlbarkeit der übrigen japanischen Tees sichern können.