Marokko übertrifft Spanien bei EU-Tomatenlieferungen zum zweiten Mal in Folge
Marokko lieferte in der Saison 2025/2026 493.330 Tonnen Tomaten in die Europäische Union, Spanien 475.800 Tonnen. Damit hält das Land zum zweiten Mal in Folge den zweiten Platz unter den EU-Lieferanten hinter den Niederlanden. Die EU importierte mehr als 2,78 Millionen Tonnen im Wert von über 5,567 Milliarden Euro zu durchschnittlich 2 Euro pro Kilogramm.
Marokko hat in der Saison 2025/2026 mehr Tomaten in die Europäische Union exportiert als Spanien und belegt damit zum zweiten Mal in Folge den zweiten Platz unter den Lieferanten des Binnenmarkts. Das geht aus einer Analyse des spanischen Gartenbauportals Hortoinfo hervor, die auf Daten der Datenbank Euroestacom beruht. Euroestacom verbindet Statistiken von Icex und Eurostat.
Die EU-Mitgliedstaaten importierten in der Saison mehr als 2,78 Millionen Tonnen Tomaten im Wert von über 5,567 Milliarden Euro, bei einem Durchschnittspreis von 2 Euro pro Kilogramm. Größter Lieferant blieben die Niederlande mit 773.450 Tonnen, das entspricht 27,81 Prozent der Gesamtmenge, im Wert von 1,648 Milliarden Euro bei durchschnittlich 2,13 Euro pro Kilogramm. Auf die fünf größten Herkunftsländer entfielen zusammen rund 2,08 Millionen Tonnen, also knapp drei Viertel der gesamten EU-Einkäufe.
Marokko liegt 17.530 Tonnen vorn
Marokko lieferte 493.330 Tonnen oder 17,74 Prozent der EU-Importmenge im Wert von 1,03 Milliarden Euro bei durchschnittlich 2,09 Euro pro Kilogramm. Spanien folgte mit 475.800 Tonnen und einem Anteil von 17,11 Prozent im Wert von 1,017 Milliarden Euro zu 2,14 Euro pro Kilogramm. Der Abstand beträgt 17.530 Tonnen und 0,63 Prozentpunkte Marktanteil – absolut gesehen knapp, laut Hortoinfo aber bereits die zweite Saison hintereinander.
Der spanische Durchschnittspreis lag über dem marokkanischen und auch über dem niederländischen Wert von 2,13 Euro pro Kilogramm. Die Rangfolge nach Wert weicht deshalb nur geringfügig von der Rangfolge nach Menge ab: 1,03 Milliarden Euro für Marokko gegen 1,017 Milliarden Euro für Spanien, ein Unterschied von rund 13 Millionen Euro bei Mengen, die weniger als 4 Prozent auseinanderliegen. Die Auswertung erfasst den Handel innerhalb der EU ebenso wie Importe aus Drittländern, weshalb niederländische, spanische, portugiesische und französische Mengen neben den marokkanischen stehen.
Zehn Saisons Auseinanderentwicklung
Der Positionswechsel ist Ergebnis eines Zehnjahrestrends und nicht des Wetters einer einzelnen Saison. Seit der Kampagne 2016/2017 sind die marokkanischen Tomatenexporte in die EU um 22,17 Prozent gestiegen, berichtet Hortoinfo, während die spanischen Mengen um 36,99 Prozent und die niederländischen um 18,4 Prozent gefallen sind.
Die Niederlande haben die Spitzenposition trotz dieses Rückgangs gehalten, was zeigt, wie groß die Ausgangsbasis war: Selbst nach einem Minus von 18,4 Prozent liefert das Land mehr als ein Viertel der EU-Tomatenmenge. Spaniens Verlust von über einem Drittel im gleichen Zeitraum ist der stärkste unter den führenden Herkunftsländern und erklärt, warum Marokko ohne einen dramatischen Einzelsaison-Sprung vorbeiziehen konnte.
Portugal und Frankreich vervollständigen die Top Five
Portugal liegt mit 175.020 Tonnen für 117,58 Millionen Euro auf Platz vier. Der Durchschnittspreis von 0,67 Euro pro Kilogramm liegt weit unter dem aller anderen großen Lieferanten, weil portugiesische Lieferungen laut Hortoinfo überwiegend aus Verarbeitungstomaten und nicht aus Ware für den Frischmarkt bestehen.
Frankreich belegt mit 160.750 Tonnen im Wert von 373,31 Millionen Euro den fünften Platz. Die französischen Verkäufe gingen um 13,53 Prozent zurück, der Durchschnittspreis von 2,32 Euro pro Kilogramm war der höchste unter den fünf größten Lieferanten. In einer separaten Meldung verzeichnete Hortoinfo marokkanische Verkäufe nach Spanien selbst von 46,4 Millionen Kilogramm Tomaten für mehr als 85 Millionen Euro – ein Hinweis darauf, dass marokkanische Ware auch über spanische Handelskanäle läuft und nicht nur mit ihnen konkurriert.