Malatyas Trockenaprikosen verlieren Marktanteile an zentralasiatische Anbieter
Malatyas Exporte von Trockenaprikosen sind in den vergangenen Jahren um bis zu 40 % gesunken, erklärte Doğan Solmaz, Präsident der Landwirtschaftskammer Yeşilyurt. Preisgünstigere Anbieter aus Zentralasien gewinnen Kunden, während türkische Erzeuger mit hohen Kosten und Preisen von 200-300 Lira je Kilogramm kämpfen.
Exporte sinken um bis zu 40 %
Malatyas Trockenaprikosenbranche verliert auf den internationalen Märkten an Boden. Hohe Produktionskosten und günstigere Konkurrenz aus Zentralasien belasten die türkischen Erzeuger. Doğan Solmaz, Präsident der Landwirtschaftskammer Yeşilyurt, erklärte, die Ausfuhren seien in den vergangenen Jahren um bis zu 40 % zurückgegangen, und forderte staatliche Hilfen für die Produzenten.
Trockenaprikosen sind eine wichtige Einnahmequelle für Malatya. Solmaz zufolge gehen die Exporte jedoch jedes Jahr zurück und schaden damit sowohl der regionalen als auch der türkischen Wirtschaft. Haberler.com berichtete unter Berufung auf Solmaz, die Türkei habe vor rund 10 Jahren 85 % der weltweiten Aprikosenproduktion und des Verbrauchs abgedeckt. İLKHA formulierte die historische Angabe anders und schrieb, die Türkei habe damals etwa 85 % des weltweiten Verbrauchs an Trockenaprikosen gedeckt.
Ohne niedrigere Kosten und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit könne Malatyas Anteil am Weltmarkt weiter schrumpfen, warnte Solmaz. Auch der Anteil türkischer Trockenaprikosen an der Zollabfertigung sei in den vergangenen Jahren gesunken.
Zentralasien punktet mit niedrigeren Preisen
Produzenten aus Zentralasien verschärfen den Wettbewerb durch niedrigere Betriebsmittelkosten und eine stärkere Produktionsförderung. Haberler.com nannte Tadschikistan, Kirgisistan, Usbekistan und Turkmenistan als Konkurrenten. İLKHA führte Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und Turkmenistan an.
Nach Angaben von İLKHA haben diese Länder ihre Trocknungsmethoden verbessert und die Herstellung geschwefelter sowie natürlich sonnengetrockneter Aprikosen ausgebaut. Solmaz zufolge nähert sich ihre Qualität der Ware aus Malatya an. Niedrige Erntemengen und ein erheblicher Preisvorteil bewegten Käufer in den Verbraucherländern zum Wechsel des Lieferanten.
Der gemeldete Preisabstand ist groß. Solmaz bezifferte den Preis für Aprikosen aus Malatya auf 7-8 $, verglichen mit 1,90 $ für Konkurrenzware. Die Veröffentlichungen nannten keine Preiseinheit. Bei einem kleiner werdenden Qualitätsunterschied entschieden sich Käufer erwartungsgemäß für das günstigere Produkt.
Inlandspreise gleichen Kosten nicht aus
Trockenaprikosen kosten in der Türkei je nach Qualität 200-300 Lira je Kilogramm, berichteten Haberler.com und İLKHA. Solmaz zufolge reichen diese Preise nicht aus, um die Verluste der Landwirte durch hohe Produktionskosten auszugleichen.
Er kritisierte zudem, dass einige Exporteure Aprikosen aus Konkurrenzländern beziehen, in Fabriken in Freizonen verarbeiten und verpacken und anschließend wieder ausführen. Nach Ansicht von Solmaz schwächt diese Praxis die Nachfrage nach Malatyas Ware, obwohl türkische Verarbeiter und Exporteure an den letzten Stufen der Lieferkette beteiligt bleiben.
Erzeuger verlangen gezielte Unterstützung
Solmaz forderte Maßnahmen zur Senkung der landwirtschaftlichen Kosten und zur Stärkung der heimischen Erzeuger. Dazu zählen mehr Forschung und Entwicklung, eine bevorzugte Förderung der Landwirte und Stützungskäufe über das System lizenzierter Lagerhäuser.
Die auf diesem Weg erworbenen Aprikosen sollen anschließend zu günstigen Konditionen an Exporteure abgegeben werden. Solmaz sieht darin eine Möglichkeit, Produzenten zu schützen und zugleich den Zugang zu den Exportmärkten zu sichern. Die Branche muss den großen Preisabstand zu zentralasiatischer Ware verringern, ohne Malatyas Qualitätsposition aufzugeben. Ohne Kostenentlastung oder wirksame Stützungskäufe drohen weitere Marktanteilsverluste, da Importeure und Verbraucher günstigere Ursprungsländer bevorzugen.