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Koreanische Chamoe-Melone gewinnt junge Käufer in Japan, Exporte steigen um 39 %

Südkorea exportierte im vergangenen Jahr 271 Tonnen Chamoe nach Japan, 39 % mehr als im Vorjahr. Eine breitere Präsenz im Einzelhandel, soziale Medien und eine japanische Funktionskennzeichnung fördern die Premiumpositionierung.

Koreanische Chamoe-Melone gewinnt junge Käufer in Japan, Exporte steigen um 39 %

Japan wird zum wichtigsten Markt für koreanische Chamoe

Die gelbe koreanische Chamoe-Melone findet wegen ihrer kompakten Größe, des vergleichsweise günstigen Preises und ihrer Verbindung zur koreanischen Esskultur zunehmend Anklang bei jungen Verbrauchern in Japan. Dort wird die Frucht als „Chame“ und häufig als „koreanische Melone“ angeboten. Nachdem sie aus dem japanischen Anbau weitgehend verschwunden war, kehrt sie nun in Supermärkte, soziale Medien und Café-Karten zurück.

Nach Angaben des südkoreanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten sowie der Korea Agro-Fisheries & Food Trade Corporation aT ist Japan der größte Exportmarkt für koreanische Chamoe. Im vergangenen Jahr erreichten die Lieferungen 271 Tonnen, 39 % mehr als im Vorjahr. Der Exportwert stieg um 31,4 % auf rund 1,055 Millionen $, entsprechend etwa 1,6 Milliarden Won. Innerhalb von vier Jahren hat sich das Volumen mehr als vervierfacht.

In diesem Jahr setzte sich die Expansion fort. Bis Ende April beliefen sich die kumulierten Ausfuhren laut Wikitree auf 99 Tonnen und lagen damit 37 % über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die südkoreanischen Behörden haben Chamoe für dieses Jahr als strategische Frucht für den japanischen Markt eingestuft.

Einzelhändler und Cafés erhöhen die Sichtbarkeit

Rund 400 Filialen großer japanischer Vertriebskanäle, darunter Don Quijote, AEON Retail und Makiya, haben eigene Chamoe-Flächen oder Verkostungsbereiche eingerichtet. Cafés im Tokioter Stadtteil Harajuku bieten zudem Desserts und Getränke wie Tartes und Milchlimonade mit Chamoe an. In sozialen Medien veröffentlichen Verbraucher Verkostungsbilder und suchen nach der japanischen oder englischen Schreibweise des Produktnamens.

Chamoe besetzt eine andere Nische als die größeren und oft teureren Melonen, die japanischen Käufern vertraut sind. Die kleinere Frucht eignet sich für den Verzehr durch eine einzelne Person und passt damit zum wachsenden Anteil der Einpersonenhaushalte. Ein von Wikitree zitierter Obstmanager von AEON verwies außerdem darauf, dass die Kerne essbar sind und somit trotz der kompakten Größe ein relativ großer Anteil genutzt werden kann.

Nicht alle Verbraucher akzeptieren das neue Produkt sofort. Manche Erstkäufer empfinden die Textur als ungewohnt und die vielen Kerne als störend. Andere beschreiben Chamoe als knackig und geschmacklich klar. Wiederholungskäufe bei Verkostungen deuten darauf hin, dass Vertrautheit regelmäßige Nachfrage schaffen kann. Die Aktionen im Handel dienen deshalb sowohl der Werbung als auch der Erklärung, wie die Frucht gegessen wird.

Funktionskennzeichnung stärkt Premiumprofil

Koreanische Chamoe wurde bei der japanischen Verbraucherbehörde als Lebensmittel mit funktioneller Angabe zu GABA registriert, einem Bestandteil, der zur Stressminderung beitragen kann. Die Exportförderer nutzen diese Registrierung, um die Frucht nicht nur als günstigere Melonenalternative, sondern als Premiumprodukt mit einem klar benennbaren Gesundheitsmerkmal zu positionieren.

Ein Vertreter des japanischen aT-Büros erklärte, Chamoe habe Wachstumspotenzial, weil sie sowohl als Melonenalternative als auch als Frucht mit einer funktionellen Angabe zur Stressminderung angeboten werden könne. Koreanische Kulturinhalte, YouTube und Instagram erhöhen zusätzlich die Bekanntheit; dort erscheint die Frucht zunehmend als Empfehlung für Reisende nach Südkorea.

Eine Sorte mit japanischen Wurzeln kehrt als koreanischer Export zurück

Der Handel hat eine ungewöhnliche agrarische Vorgeschichte. Die heute in Südkorea verbreitete gelbe Chamoe geht auf eine Melonenlinie zurück, die früher in Japan angebaut wurde. Nachdem sie dort weitgehend verschwunden war, wurde sie in Südkorea über lange Zeit züchterisch weiterentwickelt und kehrt nun als koreanisches Erzeugnis zurück.

Das südkoreanische Landwirtschaftsministerium und aT wollen Chamoe neben Kimchi und Meeresalgen zu einem repräsentativen Lebensmittelexport ausbauen. Geplante Kampagnen sollen Verzehrmethoden und funktionelle Eigenschaften hervorheben. Ob aus dem Interesse junger Käufer ein stabiler Markt für koreanische Erzeuger und japanische Händler wird, hängt von dauerhafter Verfügbarkeit, Verkostungen, Produktentwicklung und Wiederholungskäufen ab.

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