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Korea weitet Zollfreiheit aus – importierte H-Milch gewinnt Anteile

Südkorea hat die Zollfreiheit auf US- und EU-Molkereiprodukte ausgeweitet und damit den Preisvorteil importierter H-Milch verschärft. Korea Economic Daily und etnews berichten von wachsenden Marktanteilen, aber auch von Bedenken zu Qualität, Versorgungssicherheit und einem polnischen Milch-Betrugsfall.

Korea weitet Zollfreiheit aus – importierte H-Milch gewinnt Anteile

Ausgeweitete Zollfreiheit verändert Koreas Milchmarkt

Importierte haltbare (H-)Milch gewinnt in Südkorea an Anteilen, da das Land die Zollfreiheit für Molkereiprodukte ausweitet, wie Korea Economic Daily (Hankyung) und Electronic Times (etnews) berichten. Nachdem US-Molkereiprodukte im Januar dieses Jahres zollfrei wurden, wurden in diesem Monat die Zölle auf wichtige europäische Molkereiprodukte vollständig abgeschafft. Das schärft die Preiswettbewerbsfähigkeit importierter H-Milch und erweitert die Auswahl in den Regalen. Der Wandel zwingt Einkäufer, Verarbeiter und Analysten, Kosten gegen Qualität und Versorgungssicherheit abzuwägen.

Billigere Importe, aber wackelige Kostenbasis

Der Reiz importierter H-Milch ist der Preis, doch dieser Preis hängt von Faktoren ab, die koreanische Käufer nicht steuern können. Laut etnews werden die Landekosten importierter H-Milch von Wechselkursen, internationalen Rohmilchpreisen, Seefracht und den Produktionsbedingungen im Ausland bestimmt. In den vergangenen Jahren führten ein gleichzeitiger Anstieg der globalen Logistikkosten, Lieferengpässe und Währungsschwankungen dazu, dass einige Importprodukte kurzfristig stark verteuerten oder knapp wurden. Vom Blatt zitierte Stimmen aus der Branche warnen, es gebe keine Garantie, dass die aktuellen Preise Bestand haben, und es sei schwer vorherzusagen, wie lange der Preisvorteil der Importware hält.

Lebensmittelsicherheit und der Polen-Skandal

Die zweite Sorge gilt der Qualitätskontrolle. Verbraucher können die Produktions- und Qualitätsmanagementsysteme hinter im Ausland hergestellten Lebensmitteln kaum überprüfen, und die Ursache eines Problems ist schwerer zu ermitteln als bei heimischen Produkten. Ein jüngster großangelegter Milch-Betrugsfall in Polen unterstrich das: Laut etnews wurden mehr als 70 Personen angeklagt, Rohmilch mit Wasser gestreckt zu haben, um Liefermengen aufzublähen, und Testergebnisse systematisch gefälscht zu haben; einige wurden bereits verurteilt. Da auf Polen der größte Anteil der nach Korea importierten H-Milch entfällt, erregte der Fall im Inland erhebliche Aufmerksamkeit – als Beleg dafür, dass unvorhergesehene Qualitätsrisiken an jeder Stelle einer globalen Lebensmittelkette auftreten können.

Versorgungssicherheit und heimische Milchwirtschaft

Heimische Frischmilch wird vollständig innerhalb des koreanischen Managementsystems erzeugt, gesammelt, verarbeitet und vertrieben, was bei Problemen eine schnellere Rückverfolgung und Reaktion erlaubt. Frischmilch erreicht die Verbraucher zudem kurz nach dem Melken, während importierte H-Milch für lange Seetransporte und lange Lagerung gemacht ist. Ein Vertreter der Milchbranche sagte etnews, es müsse sich eine Konsumkultur durchsetzen, die Sicherheit, Qualität und Versorgungsstabilität – nicht nur den Preis – berücksichtigt, und warnte, eine steigende Importabhängigkeit könne als höhere Preise und Versorgungsinstabilität auf die Verbraucher zurückfallen, wenn die heimische Produktionsbasis schwächelt. Manche argumentieren, Milch solle unter dem Blickwinkel der Ernährungssicherheit betrachtet werden – eine heimische Milchbasis wirke als Puffer gegen Preissprünge und Versorgungsschocks, wenn Klimawandel, Konflikte oder Krankheiten globale Lieferketten stören.

Für Importeure und Exporteure erweitert die Zollstreichung den Zugang zum koreanischen Markt und festigt die Stellung europäischer Anbieter, allen voran Polen. Doch derselbe Wandel erhöht Koreas Abhängigkeit von Lieferketten, die von Frachtraten, Währungen und ausländischen Produktionsbedingungen jenseits seiner Kontrolle geprägt sind.

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