Korea vernichtet Weißkohl in zweiter Saison: Sommerernte unter Marktrücknahme
Südkoreas Kohlerzeuger pflügen erstmals in zwei aufeinanderfolgenden Saisons Felder um, nachdem das Agrarministerium 3.000 Tonnen der Sommerernte vom Markt genommen hat. Die Frühjahrs- und Sommermengen lagen 9,6 % und 15,3 % über dem Mehrjahresdurchschnitt, weshalb die Auktionspreise am Großmarkt Garak seit März unter Vorjahres- und Normalniveau liegen. Erzeuger und Händler fordern regionale und nationale Gremien, die das Angebot ab dem Auspflanzen steuern.
Südkoreas Weißkohlmarkt steckt in einem Preistief zur Unzeit, das die Fachzeitung Nongmin Shinmun als Preiswinter bezeichnet. Nachdem auch die Sommerkultur in die staatliche Marktrücknahme aufgenommen wurde, pflügen Erzeuger in zwei aufeinanderfolgenden Saisons Felder um — für diese Kultur ein Vorgang ohne Vorbild. Anbaugebiete und Abnehmer fordern nun Branchengremien je Haupterzeugerregion und später auf nationaler Ebene, die das Angebot bereits ab dem Auspflanzen steuern, statt erst zu reagieren, wenn die Ware auf der Auktion liegt.
Auktionspreise unter beiden Vergleichswerten
Zahlen des Seouler Großmarkts Garak, die Nongmin Shinmun zitiert, zeigen: In keinem Monat bis September lag der monatliche Durchschnittszuschlag für Weißkohl über dem Vorjahresniveau. Ab März blieb er sowohl unter dem Vorjahreswert als auch unter dem Mehrjahresdurchschnitt.
Am 30. September wurden in Garak 7.437 Won für ein 8-kg-Netz Ware erster Güte zugeschlagen. Das sind 8,0 % mehr als im September-Durchschnitt des Vorjahres (6.888 Won), aber 3,8 % weniger als im mehrjährigen September-Mittel (7.730 Won). Marktteilnehmer deuten den Anstieg überwiegend als vorübergehende Gegenbewegung unmittelbar nach dem Chuseok-Fest und nicht als Trendwende. Ende September standen vor allem in Jeongseon und Taebaek in der Provinz Gangwon noch erhebliche Mengen zur Vermarktung aus.
Überangebot und schwacher Verbrauch
Branchenvertreter führen die Schwäche auf ein Überangebot bei gleichzeitig trägem Verbrauch zurück. Daten des Korea Rural Economic Institute (KREI) weisen beide Ernten über den zwei üblichen Vergleichswerten aus:
- Frühjahrskohl: 68.000 Tonnen, 4,5 % mehr als im Vorjahr und 9,6 % über dem Mehrjahresdurchschnitt;
- Sommerkohl: 102.000 Tonnen, 4,5 % mehr als im Vorjahr und 15,3 % über dem Mehrjahresdurchschnitt.
Die Anbauentscheidungen verstärkten den Aufbau. Ein Vertreter der Nonghyup-Genossenschaft in Daehwa (Pyeongchang) erklärte, Sommerweißkohl verkrafte Wetterextreme besser als Sommer-Chinakohl: Selbst bei Schäden bleibe der Kopf nach dem Entfernen der Außenblätter meist unversehrt. Viele Betriebe setzten daher auf Sommerweißkohl, um nicht eine ganze Saison zu verlieren.
Zwei Vernichtungsrunden
Im März führten Erzeuger in Muan im Raum Jeonnam und Gwangju sowie auf Jeju eine großflächige freiwillige Vernichtung ohne staatliche Mittel durch. Betroffen waren 990.000 m2 (300.000 Pyeong) in Muan und 1,98 Millionen m2 (600.000 Pyeong) auf Jeju, zusammen 2,97 Millionen m2 (900.000 Pyeong). Es war das erste Mal, dass beide Regionen eine solche privat finanzierte Aktion gemeinsam abstimmten.
Der Eingriff trug den Markt nicht. Von April bis Juni kam ein 8-kg-Netz Ware erster Güte nicht über den Bereich von 3.000 Won hinaus. Da ein Netz üblicherweise drei Köpfe enthält, entspricht das rund 1.000 Won je Kopf im Großhandel. Die Schwäche hielt den Sommer über an.
Die zweite Runde ist staatlich gesteuert. Kurz vor Chuseok entschied das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten, 3.000 Tonnen mit Schwerpunkt in Jeongseon und Taebaek vom Markt zu nehmen. Die aus der Vermarktung genommenen Mengen sollen der Reihe nach auf dem Feld vernichtet werden.
Fehlende Koordinierung und die China-Option
Ein Mitarbeiter des Garak-Marktes verwies darauf, dass es für Weißkohl trotz steigenden Verbrauchs kein nationales Gremium gibt, das die Anbaugebiete vertreten könnte; regional existiert ein solches nur auf Jeju. Auch Haupterzeugerregionen, die jeweils bestimmte Zeitfenster abdecken, etwa Jeonnam und Gwangju oder Gangwon, bräuchten Gremien, die Anbautrends ab dem Auspflanzen beraten und die Jahresmenge vorab anpassen.
Ein Erzeugerhändler betonte, dass Importeure von ausländischem Brokkoli und Karotten dauerhaft Lieferketten in chinesischen Anbaugebieten unterhalten. Schon ein leichter Anstieg der koreanischen Preise könne daher unmittelbar in Einfuhren chinesischer Ware umschlagen. Das begrenzt das Aufwärtspotenzial der heimischen Betriebe und stärkt das Argument für regionale und landesweite Abstimmung.