Kompania Piwowarska eröffnet automatisiertes Lager für 230 Millionen Złoty in Poznań
Kompania Piwowarska hat an ihrer Brauerei in Poznań ein automatisiertes Hochregallager für 230 Millionen Złoty eröffnet. Das Projekt erhöht die gesamte Lagerkapazität von rund 23.000 auf 58.000 Paletten und soll den Anteil direkter Lieferungen an Kundenlager von 50 % auf 90 % steigern.
Lagerkapazität mehr als verdoppelt
Kompania Piwowarska hat an ihrer Brauerei in Poznań ein automatisiertes Hochregallager in Betrieb genommen und 230 Millionen Złoty in zusätzliche Lager- und Distributionskapazitäten investiert. Nach Angaben von MamBiznes steigt die gesamte Lagerkapazität des Standorts dadurch von rund 23.000 auf 58.000 Paletten. Mit der neuen Infrastruktur will das Unternehmen den Anteil direkter Lieferungen an Kundenlager von 50 % auf 90 % erhöhen.
Die Investition orientiert sich an den betrieblichen Anforderungen des größten und vielseitigsten Produktionsstandorts von Kompania Piwowarska. In Poznań werden alkoholfreie und aromatisierte Biere hergestellt. Diese Kategorien verbreitern das Sortiment und verlangen eine schnelle Reaktion auf veränderte Verbraucherpräferenzen. Die zusätzliche Kapazität ermöglicht es, Fertigware bis zur Zusammenstellung der Versandaufträge nahe an der Produktion zu lagern und Zwischenbewegungen sowie externe Lagerung zu reduzieren.
Ein 40 Meter hohes automatisiertes Lager
Der Neubau ist 40 Meter hoch und verfügt über mehr als 41.000 Palettenstellplätze. Zwölf automatische Regalbediengeräte lagern Paletten ein und holen sie für den Versand wieder ab. Die Anlage umfasst rund 1.000 vernetzte Geräte und ist über ein Monorail-System mit der übrigen Infrastruktur der Brauerei verbunden. Ihre maximale Leistung liegt bei 552 Paletten pro Stunde; für den Warenausgang stehen 18 Laderampen bereit.
Die Automatisierung erfasst den gesamten Ablauf von der Übernahme einer Palette an der Abfülllinie bis zu ihrer Versandbereitstellung. Bartosz Bukowiecki, Senior Manager des strategischen Logistikprojekts von Kompania Piwowarska, erklärte gegenüber MamBiznes, dass der automatisierte Prozess ohne schwere Gabelstapler auskommt. Dadurch soll die Sicherheit steigen, weil sich die Kontakte zwischen Beschäftigten und Flurförderzeugen verringern, die in Lagerumgebungen ein wesentliches Betriebsrisiko darstellen.
Distribution reagiert auf einen veränderten Biermarkt
Das Lager spiegelt zugleich Veränderungen im polnischen Biervertrieb wider. Dorota Peter, Supply-Chain-Direktorin bei Kompania Piwowarska, sagte Newseria Biznes, dass der moderne Einzelhandel kräftig wachse, während der traditionelle Absatzkanal schrumpfe. Veränderungen bei Konsum, Verbraucherpräferenzen und Kundenstruktur beeinflussen damit unmittelbar, wie der Brauer seine Produkte bereitstellt und ausliefert.
MamBiznes zufolge schrumpft der polnische Biermarkt seit Jahren, während der Absatz alkoholfreier Biere weiter wächst. Diese gegenläufige Entwicklung erhöht die Bedeutung flexibler Logistik: Brauereien müssen wachsende Segmente bedienen, obwohl der Gesamtmarkt keinen Rückenwind bietet. Mehr Stellplätze und automatisierte Auftragsabläufe verschaffen dem Werk in Poznań Spielraum für ein breiteres Sortiment und größere Mengen, die direkt in die Distributionsnetze des Handels gehen.
Folgen für Kunden und Frachtführer
Der angestrebte Anstieg der Direktlieferungen von 50 % auf 90 % könnte das Distributionsmuster des Unternehmens deutlich verändern. Wenn mehr Bier unmittelbar von der Brauerei an Kundenlager geliefert wird, lassen sich Zwischenumschläge reduzieren und ausgehende Mengen in Poznań bündeln. Für Handelsunternehmen hängt der Nutzen von einer verlässlichen Auftragsbereitstellung und davon ab, ob das Lager in Nachfragespitzen die angegebene Leistung von 552 Paletten pro Stunde halten kann.
Die Investition von 230 Millionen Złoty verbindet Produktion, Lagerung und Versand am wichtigsten Standort von Kompania Piwowarska. Ihr wirtschaftlicher Wert wird sich daran messen, ob Automatisierung und zusätzliche Kapazität mehr Sicherheit, zuverlässige Belieferung und weniger Umschlagkomplexität ermöglichen, während alkoholfreie und aromatisierte Produktlinien in einem schrumpfenden Gesamtmarkt wachsen.