Kolomensky plant Russlands größte Tiefkühlbackwarenfabrik mit 300 Tonnen Tageskapazität
Kolomensky will am Moskauer Produktionsstandort Swjosdny Russlands größte Anlage für tiefgekühlte Backwaren errichten. Vorgesehen sind rund 300 Tonnen Tageskapazität auf 12 hochtechnologischen Linien.
300 Tonnen zusätzliche Tageskapazität in Moskau
Der russische Backwarenkonzern Kolomensky plant nach eigenen Angaben die größte Produktionsanlage des Landes für tiefgekühlte Backwaren. Wie Wetschernjaja Moskwa berichtet, soll das Werk rund 300 Tonnen pro Tag herstellen und über 12 hochtechnologische Produktionslinien verfügen. Die Kapazitäten entstehen am Moskauer Fertigungsstandort Swjosdny des Konzerns.
Die Zeitung bezeichnet Kolomensky als Russlands führenden Hersteller von Backwaren. Mit dem Projekt erweitert der Konzern seine Präsenz in einem Segment, in dem Brot, Feingebäck und zubereitete Backwaren zentral produziert und eingefroren werden, bevor die Verkaufsstelle den Backvorgang abschließt. Angaben zur Investitionssumme, zum Bauzeitplan und zum geplanten Termin der Inbetriebnahme wurden nicht veröffentlicht.
Schockfrosten für das Fertigbacken im Handel
Am Standort Swjosdny werden bereits Ciabatta, Croissants, geflochtenes Gebäck mit Fleischfüllung, Brötchen sowie Pizza in den Varianten Salami und Tomate-Basilikum produziert. Für Ciabatta gelangen die Zutaten aus einem automatisierten Lager in einen industriellen Kneter. Danach ruht der Teig, wird portioniert, geht in die Gare und wird teilweise gebacken, bevor er schockgefrostet wird. Die Produkte werden bei minus 32 Grad Celsius eingefroren, verpackt und später innerhalb weniger Minuten in den Verkaufsstellen fertig gebacken.
Zur Produktionskontrolle gehören stündliche Prüfungen von Temperatur und Konsistenz des Teigs, automatische Gewichtskontrollen, Laserzählung sowie mehrere Metalldetektoren entlang der Linie. Auch die Pizzabeläge werden automatisch dosiert. Industrielle Schneidemaschinen zerkleinern Wurst und Tomaten, die direkt auf den Teig gelangen; anschließend verteilt eine Maschine geriebenen Käse. Vor dem Einfrieren erfolgt eine zusätzliche Kontrolle durch Beschäftigte.
Automatisierung erhöht den Wettbewerbsdruck
Weitere Linien und ein robotergestützter Verpackungskomplex sollen folgen und die manuelle Arbeit reduzieren. Förderbänder transportieren die Produkte aus den Kühlanlagen zur Einzelverpackung und durch einen Wärmetunnel, in dem sich die Folie eng um die Ware legt. Roboter setzen die verpackten Produkte anschließend in Kartons und stapeln diese auf Paletten, sodass Beschäftigte keine schweren Kisten heben müssen.
Eine Tageskapazität von rund 300 Tonnen könnte das Angebot an Tiefkühlbackwaren für den russischen Einzelhandel und die Gastronomie deutlich erhöhen. Zentrale Produktion und Fertigbacken am Verkaufsort ermöglichen frische Ware, ohne dass jede Filiale einen vollständigen Backprozess betreiben muss. Zugleich dürfte der Wettbewerb zwischen industriellen Bäckereien um Verträge mit Supermarktketten, kleineren Verkaufsformaten und Gastronomieunternehmen zunehmen. Die Stadt Moskau gewährt Kolomensky Vergünstigungen, die laut Wetschernjaja Moskwa die Modernisierung und den Kauf von Anlagen unterstützt haben. Die tatsächliche Marktwirkung hängt vom Starttermin, der Auslastung der 12 Linien und dem geplanten Sortiment ab; diese Einzelheiten sind bislang nicht bekannt.
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