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Knappes Schafangebot treibt Australiens Lamm- und Hammelpreise auf Winterrekorde

Australische Preisindikatoren für Lämmer und Schaffleisch erreichten im Winter 2026 Rekordstände, weil Aufstockungsbetriebe und Verarbeiter um knappe Tiere konkurrierten. Erste Lämmer der neuen Saison erreichen die Märkte, doch Meat & Livestock Australia erwartet auch im Frühjahr ein enges Angebot.

Knappes Schafangebot treibt Australiens Lamm- und Hammelpreise auf Winterrekorde

Wettbewerb um knappe Tiere treibt die Preise

Die australischen Preisindikatoren für Lämmer und Schaffleisch erreichten im Winter 2026 Rekordstände. Das begrenzte Tierangebot verschärfte den Wettbewerb zwischen Verarbeitern und Erzeugern, die ihre Herden wieder aufbauen. Meat & Livestock Australia zufolge stärkten verbreitete Regenfälle in weiten Teilen Südaustraliens, die mancherorts die Dürre beendeten, das Vertrauen der Betriebe nach mehreren Jahren knapper Futter- und Wasservorräte.

Die besseren saisonalen Bedingungen veranlassten Aufstockungsbetriebe, Zuchttiere zurückzuhalten und um verfügbare Schafe zu bieten. Gleichzeitig stützte das historisch niedrige Angebot an tierischem Protein die Nachfrage der Verarbeiter nach Lämmern und ausgewachsenen Schafen. Laut MLA-Marktanalyst Alex Fry verschwammen die traditionellen Einkaufsmuster, weil Aufstockungsbetriebe und Verarbeiter zunehmend dieselben Tierkategorien suchten.

Die Marktindikatoren sind inzwischen von ihren Winterrekorden zurückgegangen, doch die Knappheit besteht fort. MLA erwartet, dass der Wiederaufbau des nationalen Bestands trotz besserer Aussichten für die Ablammung 2026 Zeit benötigt. Das begrenzt einen schnellen Zuwachs schlachtreifer Tiere und hält die Beschaffungskosten der Verarbeiter hoch.

Winterauftriebe sinken in wichtigen Erzeugerstaaten

In New South Wales wurden zwischen Juni und August 827.600 Lämmer aufgetrieben, 29 % weniger als im vorherigen Winter und 31 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Der Auftrieb ausgewachsener Schafe sank im Jahresvergleich um 45 % auf 270.278 Tiere und verdeutlicht die Angebotsverknappung am größten Auktionsmarkt Australiens.

Victoria meldete 239.073 Lämmer, 37 % weniger als 2025 und 36 % unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Der Auftrieb ausgewachsener Schafe fiel ebenfalls um 37 % auf 77.762 Tiere. Laut MLA war dies der niedrigste Winterauftrieb an Victorias Märkten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000.

In South Australia sank der Lämmerauftrieb um 44 % auf 55.479 Tiere. Das waren 42 % weniger als im Fünfjahresdurchschnitt und der zweitniedrigste Winterwert seit Beginn der Aufzeichnungen. Nur 2022 lag er mit 40.373 Tieren niedriger. Der Schafauftrieb brach um 51 % auf das Winterrekordtief von 11.894 Tieren ein. Auch Queensland verzeichnete weniger Tiere: Der Lämmerauftrieb sank um 18 % auf 4.885 und der Schafauftrieb um 39 % auf 3.597 Tiere.

Neue Saison bringt nur schrittweise Entlastung

Die jüngsten Wochenzahlen liefern ein erstes Signal für einen saisonalen Angebotsanstieg. Der nationale Lämmerauftrieb erhöhte sich gegenüber der Vorwoche um 9 % auf 128.513 Tiere. Marktberichte nennen wachsende Mengen an Lämmern der neuen Saison. Der Auftrieb ausgewachsener Schafe sank dagegen um 16 %, sodass deren Knappheit besonders ausgeprägt bleibt.

MLA rechnet im Frühjahr weiterhin mit einem engen Angebot. Der Regen verbessert die Aussichten in vielen wichtigen Schafregionen, während die Bedingungen im Südwesten von Western Australia, im Osten Victorias und in Teilen Tasmaniens ungünstiger bleiben. Mehr Geburten und steigende Auftriebe neuer Lämmer können den Preisdruck allmählich mindern. Der Herdenaufbau und das Zurückhalten von Tieren verhindern jedoch eine schnelle Normalisierung. Für Verarbeiter, Händler und Fleischeinkäufer wird die Erholung der wöchentlichen Lämmerauftriebe zeigen, ob die Rekordpreise des Winters nachhaltig nachgeben können.

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